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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-04-25 · Heft 17 (25.4.1882) · p. Seite 278

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 17 (25.4.1882)
Date
1882-04-25
Page
Seite 278 (sequence 10)
Language
German
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m als beitragspflichtig angesehen werden. Gegen diese Entscheidung legte Sp. die Revision ein, weil er zum Hausstande der Wittwe K., bei welcher er wohne und beköstigt werde, gehöre, mithin er keine eigene Wohnung und keine eigenen Möbel besitze. Nachdem der Beklagte noch eingewendet hatte, daß die Zugehörigkeit zu einem Hausstande nur bei Angehörigen, nicht bei fremden Personen angenommen werden könne, bestätigte das Ober-Verwaltungs-Gericht am 3. d. M. die Vorentscheidung. Leipzig, 14. April. Das Reichsgericht verwarf den Antrag auf Revision, welchen die durch das Schwurgericht in Cöslin wegen Landfriedensbruches aus Anlaß der Exceffe gegen die jüdischen Einwohner in Schievelbein Berurtheilten eingelegt hatten. Die Betreffenden waren zu Gefängniß bis zu einem Jahre verurtheilt worden. Leipzig, 14. März. (Privatmitth.) Die hiesige israelitische Cultusgemeinde, der Deutsch-israelitische Gemeindebund, ja das ganze deutsche Judenthum hat einen überaus schweren Verlust erlitten. Jakob Nachod ist uns durch den Tod entrissen! Die Kunde von diesem Trauerfall wird viele Herzen schmerzlich bewegen. Er gehörte zu jener Reihe von Charakteren, welche sich zuerst unter dem Drucke, der auf den jüdischen Glaubensgenossen in den deutschen Landen lastete und im Gegensatz zu der Geistesbildung,, die sie erlangt hatten, um so fühlbarer war, dann im Kampfe um die menschlichen und bürgerlichen Rechte gebildet haben, und nach erlangter Gleichberechtigung mit allen Kräften danach strebten, die Masse immer mehr für Bürger- und Menschenthum zu erziehen und zugleich die religiösen Interessen zu pflegen. Die Reihe dieser Männer lichtet sich immer mehr . . . . Geboren am 22. März 1814 in Dresden, kam er als junger Mann nach Leipzig, wo damals noch nicht mehr als 6 jüdischen Geschäftshäusern die Heimstätte gewährt war. In eines derselben trat er ein, und-besonders durch seine Energie erreichte dieses Haus einen ausgedehnten.Wirkungskreis diesseits und jenseits des Oceans. Sein für Humanität und Religion glühendes Herz ließ ihn aber auch unermüdlich aus dem Gebiete bürgerlicher Pflichten, für die städtischen und jüdisch-gemeindlichen Interessen, für Familien- und Volkserziehung streben und arbeiten; er gehörte z..B. a-cht.Vereinen zum Theil als leitendes Vorstandsmitglied an, die den letzteren Zwecken gewidmet sind. So unterstützte er auch die Bestrebungen seines Freundes des sel. Kohner für die Gemeinde und die Gründung des Gemeindebundes, und als dieser Freund geschieden war, übernahm er dessen Erbschaft, und führte Gemeinde und Gemeindebund zu den gedeihlichsten prakischen Zielen. Er scheute keine persönliche Anstrengung, kein finanzielles Opfer, und widmete sich, selbst Hochbetagt, den Arbeiten des Gemeindebundes mit unbegrenzter Hingebung. Da mußte, er noch den Schmerz erfahren, dieses sein Lieblingskind aus Sachsen hinausgeinaßregelt zu sehen. Alle diese Vorzüge und . Verdienste waren bei ihm in die aufrichtigste Bescheidenheit, in das einfachste, natürlichste Wesen gekleidet. Wenn irgendwo , können wir an dieser Bahre von einem schwer zu ersetzenden. Verluste, von einer für lange Zeit schwer auszufüllenden Lücke sprechen. . Er hat sich in den Herzen Zahlloser durch Werke der Liebe ein unvergängliches Denkmal gesetzt, und ein leuchtendes Borbild der humansten, auf Bildung und Religion beruhenden Bestrebungen gegeben. Fürth, 9.. April. (Privatmitth.) Die hiesige israelitische Waiseuanstalt wurde mit ihrem beweglichen und unbeweglichen Vermögen als eine selbständige israelitische Nnterrichts- und Wohlthätigkeitsstiftung bestätigt. — Der in Nürnberg verstorbene Privatier Herr Marcus Merzbacher hat unterandern Vermächtnissen für die Taubstummenschule 300 Mk. und die canfessionslose Simultanschule 900 Mk. testamentarisch bestimmt. Beide Anstalten befinden sich in Nürnberg. — Der in München verstorbene, von hier gebürtige. Privatier Herr Benno Mayer bestimmte sein in 26,000 Mark bestehendes Vermögen zu einer Armenftiftung ohne Unterschied der Confession. Der Magistrat übernimmt unter Dankeserstattung für den. von dem Stifter bekundeten Wohlthätigkeitssinn die Respicienz über die Stiftung und beschließt außerdem, dem edlen Testator einen Grabstein auf dem Friedhofe in München auf Heine Kosten setzen zu lassen. — Der Delegirte, den die amerikanische Gesellschaft Hebrew Emigrant Aid Society nach Deutschland sandte, um Propaganda für die Idee der Unterbringung der bedrängten russischen Glaubensbrüder nach Amerika zu machen, Herr Moritz. Ellinger, ist ein geborener Fürther, der im Jahre 1854 nach Amerika auswanderte. E. weilt gegenwärtig hier und wird in Nürnberg. Bamberg, Leipzig und andern Städten Vorträge zu Gunsten der russischen Juden halten, nachdem er in England, Frankreich, in Hamburg, Frankfurt, Mannheim rc. ein Gleiches gethan und überall'mächtige Erfolge aufzuweisen hatte. Aus Württemberg, 13. April. (Privatmitth.) In Wankheim fand am vergangenen Sabbath der letzte Gottesdienst in der dortigen 1835 erbauten Synagoge statt, welche nach den Feiertagen abgebrochen und in dem eine Stunde davon entfernten Tübingen wieder aufgestellt werden soll. Die israel. Gemeinde Wankheims, welche seit circa 100 Jahren .dort bestand, hat sich aufgelöst, und die Glieder derselben sind bis auf eines nach Tübingen und Reutlingen gezogen. Die Abschiedspredigt hielt Rabb.. vr, Silberstein . von Mühringen über 2. Mos. 12, 3: .zya^n tmnn D\xur> anx mn.. — An der Feier nahmen auch der evangelische Geistliche und die bürgerlichen Collegien theil. Vor einigen Wochen starb in Oberdischingen der dortige Rittergutsbesitzer H. Kaulla und sollte, weil in diesem Orte m

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