Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 14 (4.4.1882)
- Date
- 1882-04-04
- Page
- Seite 225 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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am 22. d. erwartet werden, zu'sorgen: Zum Schluß seiner Bemerkungen schlug H. Dropsie folgende Resolution vor, die auch angenommen wurde: . Daß die Bürger von Philadelphia zur Unterstützung aufgefordert werden, und daß die Fonds, die von dem Schatzmeister dieses Meetings gesammelt werden, dem Simon Muhr, dem Schatzmeisterdes Comites, das schon ernannt worden, eingehändigt werdet:. Rev. James Morrow sagte, daß er, als Repräsentant einer Religion , die verschieden von derjenigen der Unglücklichen ist, zu deren Unterstützung das Meeting zusammenberufen worden, es für geeignet halte, eine Resolution aufzustellen, in der man die Sympathie mit den unterdrückten Juden und den Abscheu.gegen das Verfahren der russischen Regierung, indem sie diese Grausamkeiten duldete, ausspreche. Der General Collins^ hielt es für'angemessen, daß die Aufmerksamkeit des Congresses auf die Lage der Juden in Rußland gelenkt werde, und in Hinsicht hierauf mit der russischen Regierung über diesen Gegenstand zu conferiren. Er sprach die Hoffnung aus, daß die nöthigen Schritte gethan würden, um im ganzen Lande Meetingsabzuhalten, zum Zwecke des Protestes gegen die an den russischen Juden verübten Schädigungen. Er schlug eine Resolution zur Verwirklichung seiner Ansichten vor, welche Rev. C. H. Kimball in einer beredten Ansprache unterstützte. Horatio Gates Jones sprach empört über das Unrecht, das die Juden in Rußland erduldet, und sagte, daß das amerikanische Volk Schritte thun müsse, um dessen Fortgang zu verhindern. Rev. R. D. Harper hielt es für an der Zeit für die Regierung, Rußland zu sagen, daß diese Verfolgungen aufhören müßten. Er bezog sich auf die freundlichen Beziehungen, welche zwischen seiner Gemeinde und der der benachbarten, jüdischen Synagoge beständen und sagte, daß dies eine Gelegenheit wäre , wo Vorurtheile bei Seite gelegt , werden müßten. Die Resolutionen des Herrn Morrow und des Generals Collins wurden angenommen. General Collins schlug vor, daß eine Subskriptionsliste sofort eröffnet und ein Finanz- Comite von zwölf Mitgliedern ernannt werde. Auf den Vorschlag von W. V. Mekean wurde die Subskription dem Finanz Comite überlassen. Es wurde bestimmt, die Ernennung dieses Comites dem Bürgermeister zu überlassen, und in lieberemstimmung mit den Rathschlägen der jüdischen Gesellschaft zu handeln. . Beim Schluß des Meetings las H. Dropsie eine Liste vor,, welche die Namen der Personen enthielt, die schon zur Unterstützung der Flüchtlinge gezeichnet hatten. Die Summe dieser Subskription belief sich ungefähr auf 5000 Dollars. Das Finanz-Eomits wurde beauftragt, so bald wie möglich ein städtisches Meeting zu berufen. — — Bemerkenswerth ist noch die Versammlung der Evangelioal Alliance of New-York, welche am 13. Februar stattfand unter dem Vorsitze von William E. Dodge und in Anwesenheit von Rev. John Hall, Jreneus Prime, L. D. Bevan, Phillip Schaff, A. H. Burlingham, Professors Benjamin, N. Martin, Norman Fox and General Clinton B. Fisk. Sie nahm eine energische Resolution zu Gunsten der religiösen Freiheit und gegen die Mißhandlung der Juden in Rußland an und sprach die Bitte zu dem.„Gott Abrahams, Jsaacs und Jakobs " aus, „die Herzen der Könige, Kaiser und aller derer, welche Gesetze zu machen und auszuführen berufen sind , dahin zu lenken, daß sie den Juden keinerlei Beschränkungen und drückende Ausnahmegesetze auferlegen, ihnen vielmehr die gleichen Rechte und Freiheiten wie allen anderen Bürgern oder Unterthanen gewähren, da ssie sich friedlich der Regierung und den Institutionen unterziehen, unter welchen sie leben." Der Präsident und die Sekretäre wurden beauftragt, den Bericht hierüber der Presse zur Veröffentlichung zu übergeben. Die Versammlung sprach auch aus, daß sie sich in dieser Erklärung mit ihren evangelischen Brüdern in der ganzen Welt in Uebereinstimmung fühle. In der That haben ja auch die evangelischen'Allianzen in England und Frankreich sich in gleicher Weise ausgesprochen. Anders aber in Deutschland, wo unsres Wissens kein evangelischer Verband Aehnlicbes gethan, vielmehr die antisemitische Agitation aus dem Schooße des orthodoxen Protestantismus hervorgegangen ist und-vorzugsweise von orthodox-protestantischen Geistlichen betrieben worden. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 23. März. Mit Befriedigung haben wir bereits wiederholt hervorgehoben, daß gegenwärtig in Frankreich eine Anzahl jüdischer Gelehrten sich mit großem Eifer und bestem Erfolge der Wissenschaft des Judenthums widmet. Bemerkenswerth und verdienstvoll ist es besonders, daß, während in Deutschland die Versuche, den Talmud zu übersetzen, bald immer wieder aus Mangel an Mitteln ins Stocken geriethen, derartige Unternehmungen in Frankreich gedeihlich fortschreiten. Wir erinnern an das tüchtige Werk des Dr. Rabbinowicz. Heute liegt uns der fünfte Band des: Le Talmud; de Jerusalem traduit pour la premiere fois par Moise Schwab de la Bibliotheque nationale. (Paris, Maisonneuve & Comp. 1882.) vor. Dieser Band enthält die Uebersetzung von Pessachim, Joma und Schekalim, mit Anmerkungen, welche besonders auf die Parallelstellen verweisen, einem alphabetischen Jnhaltsverzeichniß, einem Index der Schriftstellen und der Eigennamen der Orte und Personen. Dev Band befaßt 48 Folioseiten des Textes, woraus ersichtlich, wie-viel der Verfasser noch zu überwinden hat, um seine Aufgabe vollständig zu lösen. Wir können ihm daher nur Muth, Ausdauer und die erforderliche Unterstützung wünschen. Offenbar nützen solche Uebertragungen, abgesehen von ihrem speziellen Werthe, ' ■ . 14