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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-03-21 · Heft 12 (21.3.1882) · p. Seite 191

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 12 (21.3.1882)
Date
1882-03-21
Page
Seite 191 (sequence 11)
Language
German
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baldmöglichst vor sich gehen und die in geeigneter Weise veröffentlicht werden wird, ihrem genannten Vorsitzenden die Gesammtleitung der Geschäfte zu übertragen. Derselbe wird die eingehenden Gelder einstweilen in Empfang nehmen und darüber quittiren. Bielefeld, den 17, Februar 1882. Der Vorstand der Unterstützungscasse des Vereins israelitischer Elementarlehrer für Westfalen und die Rheinprovinz. Blumenau. Blumenfeld. Goldstein. Steinweg. Treu." Jever (Oldenburg), im März. (Privatmitth.) Vielen Lesern Ihres geschätzten Blattes wird noch ein Bericht über die am 25. November 1880 stattgefundene Einweihungsfeier der neuerbauten Synagoge erinnerlich sein. Damals, in' der Blüthezeit der Antisemitenliga und der Judenhetze, glaubte ich als ein schönes Bild der Humanität und des Wohlwollens gegen die Bekenner des Judenthums, es besonders hervorheben zu müssen, daß Se. Königl. Hoheit, der Großherzog, Seinen Kultusminister als Sr. Königl. Hoheit persönlichen Vertreter zur Einweihungsfeier hierher gesandt haben. Jetzt hat sich dieses Wohlwollen praktisch bewährt. Zu den nicht unerheblichen Baukosten hat nun der kürzlich geschlossene oldenburgische Landtag auf Vorschlag des Ministeriums einen Zuschuß von 3000 Mark bewilligt und ist das Geld dem Rechnungsführer der Synagogen-Gemeindecasse bereits ausgezahlt. Das Schreiben des Großherzoglichen Staatsministeriums an den Landesrabbiner Dr. Glück in Oldenburg zur gefälligen Nachricht an den hies. Synagogen- Gemeinderath lasse ich hier folgen: Im Anschlüsse an die Verfügung vom 22. August v. J., betreffend Gesuch des Synagogengemeinderathes zu Jever um Bewilligung eines Staatszuschusses zum Neubau einer Synagoge, hat das Staatsministerium dem Herrn Landrabbiner die. Mittheilung zu machen, daß der beantragte Zuschuß von 3000 Mark vom Landtage bewilligt worden ist und daß die Auszahlung dieser Summe verfügt werden wird, sobald dem Staatsministerium die zur Empfangnahme derselben legitimirte Person bezeichnet sein wird. Oldenburg 1882, Januar 31. Staatsministerium. Departement der Kirchen und Schulen. (gez.) Tappenbeck. Aus Württemberg, 6. März. (Privatmitth.) Nach dem neuesten Staatshandbuch zählt Württemberg-gegen 13,000 Israeliten und zwar im- Neckarkreis 4952, Schwarzwald- 1505, Jagst- 3908, Donaukreis 2691. In sämmtlichen Oberämtern wohnen Israeliten, nur im Oberamt Welzheim keine. Die 51 Kirchengemeinden vertheilen sich auf 27 Oberämter, Die größten israelitischen Gemeinden des Landes sind: Stuttgart mit 2485, Heilbronn 'mit 870, Ulm mit 694, Laupheim mit 635, das größte Bezirksrabbinat ist Stuttgart mit 3228, das kleinste Freudenthal 282 Seelen. Frankreich. Paris, im März. fPrivatmitth.j .Der Großrabbiner von Frankreich, Herr Isidor, hat unter dem 20. Februar an die französischen und algerischen Israeliten einen Aufruf erlassen, um von Neuem für die Kasse „der rabbinischen Missionen und der Gemeinden Frankreichs" Beiträge zu erhalten. Bei dem Worte „Missionen" denke man nur gar nicht an eine etwaige Propaganda nach außen. 'Der Zweck dieser Kasse ist vielmehr, die aus Staatsmitteln schlechtbesoldeten Rabbiner zu unterstützen, Adjunkten, wo sie nöthig sind, zu besolden, Candidaten des Rabbinats zu Hülfe zu kommen und Gemeinden, welche sich neu bilden, oder neue Rabbinate gründen, zu subventioniren. Die erste Aufforderung hierzu erging 1871 und wird dieselbe je nach 5 Jahren wieder erneuert. Das diesmalige Circulärschreiben weist darauf hin, daß .mehrere Munizipalräthe die Zuschüsse zu der kargen Wohnungsentschädigung der Rabbinen von ihrem Etat gestrichen hätten, so daß die Mittel der Kasse immer mehr in Anspruch genommen werden. Bis jetzt haben diese Aufrufe einen ausgiebigen Erfolg gehabt, und so wird auch diesmal die Hoffnung auf ein günstiges Resultat erfüllt werden. — Die Academie des inscriptions et belles-lettres hat ihren zeitherigen Correspondenten, Heinrich Weil, Professor an der höheren Normalschule, zu ihrem Mitgliede mit 18 Stimmen auf 35 Votanten gewählt. Herr Weil ist zu Frankfurt anl Main geboren, naturalisirter Franzose und besitzt einen guten Ruf als Hellenist, den er sich besonders durch seine Aus- .gaben des Euripides und Demosthenes erworben. — .Die höhere Commission für Organisation der französischen Armee hat zwei Israeliten unter ihren Mitgliedern: den Brigade- General Levy, Direktor des Genie zu Paris und den Obersten der Artillerie Samuel, Chef des Stabes der siebenten Infanterie-Division. —. Das Comitö der Alliance evangelique universelle hat von der Alliance evangelique folgende Adresse erhalten: Paris, 1. März. Meine Herrn! Im Namen des französischen Zweiges der Alliance evang61ique, eines Vereines, der vor mehr denn 30 Jahren begründet ist und der in seiner Mitte die Vertreter der verschiedensten protestantischen Kirchen unseres Landes birgt, fühlen wir uns gedrungen, uns heute an Sie zu wenden. Indem wir uns neuerdings nach der zeitweiligen Auflösung des Comites versammeln, empfinden wir das Bedürfniß. Ihnen zu sagen, mit welch tiefem Schmerze und lebhafter Entrüstung wir Zeuge sind von dem Erwachen 12* .

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