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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-03-21 · Heft 12 (21.3.1882) · p. Seite 190

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 12 (21.3.1882)
Date
1882-03-21
Page
Seite 190 (sequence 10)
Language
German
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T" 190 dische Studien", A. Cahen und I. Derenbourg über die Zweitheilung von Mifchpatim für die Vorlesung der Thora und Isidor Löb über das Datum des Ediktes zur Austreibung der Juden aus Portugal, das am 4. Dez. 1496 unterzeichnet worden. Bibliographische Bemerkungen und Referate sowie das Protokoll der Generalversammlung beschließen die Lieferung. In der Thät wird diese Vierteljahrschrift in ihrem Fortgang für die Literatur und Geschichte des Judenthums von Bedeutung werden. — Wir schließen hieran füglich die Lieferung vom 1. Januar 1882 der Etebrew Review, welche die amerikanische rabbinisch-literarische Gesellschaft als Vierteljahrschrift veröffentlicht. Es ist dies im Ganzen die 6. Lieferung, aus welcher wir als Original die Abhandlung des vr. M. Mielziner über die.talmudische Analogie oder Gesera Schawa und Heckesch, die P. E. Lucius' über den Effenismus in der Mitte des ersten Jahrhunderts und Jsaac M. Wise's über die Mafforah und den massöretischen Text' hervorheben. — Hier noch ein Curiosum. Im vorigen Jahre erschien (Paris, Callmann Levy 1881) ein Drama LaMoabite Von Paul Deroulsde. Dasselbe ist trotz mancher schöner Verse an Form und Inhalt verfehlt. Unter dem Richter Samgar wird ein Streit zwischen der Gotteslehre und dem Heidenthume ganz im Sinne des modernen Unglaubens und der Kritik des letzteren geführt. Die kurze Erwähnung Samgar's, Richter 3, 31 und 5, 6, giebt die Anknüpfung zu dem Stücke, das von Anachronismen wimmelt. Das Kuriose aber ist, daß der Verf. bemerkt: „Die Handlung geht im Lande Kanaan zur Zeit der Richter im Jahre 4003 vor Christus vor." Das geht doch noch über eine dichterische Phantasie! In welche Zeit versetzt denn der Mann den Auszug aus Aegypten? Nach seiner Berechnung verflossen zwischen Samgar. und David 3000 Jahre! Deutschland. Berlin, 10. März. Die Alter-Versorgungs-Anstalt der jüdischen Gemeinde zu Berlin versendet - gegenwärtig ihren Bericht über die Jahre 1880 und 1881. Nach demselben befanden sich in der Anstalt 1880 durchschnittlich 89 Hospitaliten, deren Erhaltung 57,627 Mark erforderte, 1881 durchschnittlich 88 Hospitaliten, mit Erhaltungskosten von 56,596 Mark, so daß in jedem Jahre per Kopf ca. 640 Mark aufgewendet wurden. Da in dem Anstaltsgebäude Gr. Hamburger Straße 26 fast alle Zimmer besetzt sind und sehr viele Gesuche um Aufnahme vorliegen, so wird mit Beginn des Frühjahrs auf dem Friedhofterrain in der Schönhauser Allee eine Filiale errichtet, die 36 Zimmer zur Aufnahme von Hospitaliten erhalten wird. Die Mittel zu diesem Bau wie zur Unterhaltung von 3 Hospitaliten sind von einem Mitgliede der Gemeinde gespendet worden. — Der innerhalb der hiesigen jüdischen Gemeinde bestehende älteste Verein „Chebrath Mohalim" (Verein - zur Unterstützung armer Wöchnerinnen), dessen Gründung sich auf das Jahr 1715 zurückführen läßt, hielt vorigen Sonntag seine Generalversammlung. Bei Beginn. dieses Jahres zählte der Verein 220 Mitglieder, welche im verflossenen Jahre an Beiträgen 2234 Mark 50 Pf. aufgebracht hatten. Es wurden in demselben Jahre 153 arme Wöchnerinnen mit 2334 Mark unterstützt und für Ammen resp. Milchgelder 396 Mark verausgabt. Die Versammlung beschäftigte sich hauptsächlich mit Vorstandsre. Wahlen. — Eine abermalige Verurtheilung Ruppel's. Der Buchdruckereibesitzer Julius Nuppel hat sich am 8.-März auf eine Privatklage und zwar der der Gebrüder Sußmann in Wendisch-Buchholz'vor dem Schöffengericht des hiesigen Amtsgerichts I. zu verantworten. Jncriminirt war ein im „Judeyspiegel" der „Ostend-Zeitung" vom 13. April 1881 erschienener Aufsatz, in welchem in drastischer Weise und unter Gebrauch des Ausdrucks „Blutsauger" den Privatklägern zum Vorwurf gemacht wird, den Anbauer Müller zu Wendisch- Buchholz arg „bewuchert" zu haben. Aus Anlaß dieses von hier aus nach Wendisch-Buchholz gesandten Artikels waren die Privatkläger wegen Wuchers unter Anklage gestellt, aber freigesprochen worden. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten gestern wegen verleumderischer und einfacher Beleidigung zu 120 Mark Strafe event. einem Monat Gefängniß. Bielefeld, im März. (Privatmittheilung). Die „Unter- .stützungskasse des Vereins israelitischer Elementarlehrer für Westfalen und die Rheinprovinz" hat ihren Jahresbericht für 1881 äusgegeben. Den wesentlichen Inhalt haben wir bereits in diesem Blatte mitgetheilt. Um auswärts entstandene Befürchtungen zu beseitigen, hat der Vorstand Folgendes bekannt gemacht: „Ueber das Vermögen der Firma Feldheim & Neukircher in Bielefeld, deren Mitinhaber der Rendant der Unterstützungskasse, Herr A. Feldheim, ist. wurde am 10. d. M. das Concursverfahren eröffnet. Die Unterstützungskasse, deren Verhältnisse völlig geordnet vorliegen, wird hierdurch in keiner Weise geschädigt. Selbstverständlich kann aber Herr A. Feldheim die Rendanturgeschäfte nicht fortführen und hat dieselben bereits in die Hände des Vorsitzenden, Herrn Blnmenau in Bielefelds zurückgegeben. Der Unterzeichnete Vorstand hat beschlossen, bis zur erfolgten Neuwahl eines Rendanten die

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