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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-03-21 · Heft 12 (21.3.1882) · p. Seite 189

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 12 (21.3.1882)
Date
1882-03-21
Page
Seite 189 (sequence 9)
Language
German
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Literarischer Wochenbericht. Bonn, 14. Februar. Mit wahrer Befriedigung haben wir heute eine, uns vor Kurzem zugekommene ausgezeichnete Arbeit gelehrter Forschung und gründlichsten Fleißes zu besprechen: Opuscules et Traites d’Abou’l - Walid Merwan Ibn Djanah de Cordoue. Texte arabe publiö avec une traduction fra^aise par Joseph Derenbourg, Membre de ITnstitut et Hartwig I)erenbourg, Professeur ä l’Ecole speeiale des Langues orientales. (Paris, imprime par autorisation du gouvernement ä lTmprimerie nationale. 1880.) Bekanntlich hat Munk im Journal asiätique 1850 und 1851 über den großen jüdischen Grammatiker, gewöhnlich Jona Ibn Gannach genannt, eine Biographie und eine Analyse seiner Werke veröffentlicht. Durch weitere Arbeiten und durch Mittheilungen aus der Petersburger und der Oxfordcr Bibliothek, namentlich durch die Herren Harkawy und Neubauer, waren die Herausgeber im Stande, die - vielfachen Lücken, die noch vorhanden waren, auszufüllen, und uns in einer 124 Seiten umfassenden Einleitung ein möglichst Vollständiges Bild von dem Leben, Wirken und den Leistungen Abou'l Walid's zu geben. Es war ein harter Kampf, welchen dieser gegen mächtige jüdische Männer auszufechten hatte, ein Kampf, der für ihn mit Armuth und Elend verbunden war und den er mit einer anerkennenswerthen Charakterfestigkeit ausführte. Und doch handelte es sich nur um grammatische Fragen, namentlich ob die hebräischen Wurzeln als zwei- oder dreibuchstäbige aufzufassen seien? Es ist immerhin ein Beweis von dem hohen Interesse, welches man in jener Zeit solchen grammatischen Fragen beilegte, daß man sich der heftigsten Polemik darüber ergab (Ibn Djanah war, wie Munk erwiesen hat, zwischen 985 und 990 in Cordova geboren) und dem Gegner tatsächlich die Ungunst fühlbar machte, in die er durch seinen Widerspruch verfallen. Die Einleitung der Herren Derenbourg geht hierüber gründlich in alle Details der Verhandlungen so weit wie möglich ein, und verschafft hierdurch der Geschichte der hebräischen Grammatik einen höchst verdienstvollen Beitrag, von welchem aus zugleich helle Streiflichter auf die Grammatik selbst und auf das. Berhältniß der arabischen und hebräischen Grammatik zu einander geworfen werden. Wir erhalten nun hier die kleineren Werke und Abhandlungen unsres Grammatikers im arabischen Original und in französischer Uebersetzung, zuerst Kitab al-Moustalhik (©. 1—246), dann Risälat at-Tanbili (S. 247—267), ferner Risälat at Takrib wat-Tashil (S. 268—342), endlich Kitäb at Taswiya (S. 342—479). Es ist also nur das große Hauptwerk Abu'l Walid^s ausgeschlossen: Xitäb at- Tankieb, das aus dem grammatischen Theile Katib al-Liema (nop-in 'd) und dem lexikalischen Katib al-Azul (□^“ti'n -c) bestehn Zusätze, ein alphabetisches Verzeichniß der in den obigen Schriften erklärten Wurzeln, der citirten Schriftstellen und eine gute Uebersicht des Inhalts bilden den Schluß der vorzüglichen Leistung der Herren Derenbourg,. die uns so ein reiches Material und eine glänzende Verarbeitung geliefert haben. Die Ausstattung ist, wie es sich von der französischen National-Druckerei voraussetzen läßt, vorzüglich und es gereicht sicherlich. - der französischen Regierung zur Ehre, ein solches Werk auf ihre Kosten veröffentlicht zu haben. — Wir sind jetzt im Besitze der sämmtlichem bisher erschienenen Lieferungen der Revue des Etudes juives (Paris, Durlacber), von deren erster wir früher berichtet haben. Es ist eine Vierteljahrschrift, welche die Societe des Etudes juives in Paris herausgiebt. Es sind deren jetzt 6 erschienen bis zum Dezember 1881. Die Gesellschaft florirt, zählt gegenwärtig ca. 700 Mitglieder, die sich stets vermehren; ihr Budget beläuft sich auf Fr. 12,691 und brauchte das Gründungscapital von Fr. 24,000 nicht angegriffen zu werden. Der Inhalt der Revue bietet uns ein sehr reiches Material, das sich auf biblische, talmudische und mittelalterlich geschichtliche Gegenstände erstreckt. Es haben sich hierzu tüchtige Kräfte vereinigt, wir nennen nur Joseph und Hartwig Derenbourg, James Darmesteter, Zadoc Kahn, Isidore Löb, Joseph Halevy, Israel Levi, Moise Schwab u. Ä. Wir können hier des beschränkten Raumes wegen auf die Lieferungen 2 — 5 nicht näher eingehen und heben nur hervor die Abhandlung Zadoc Kahn's „über das Buch njpfcn Isidor Löb's „der Streit von 1240 über den Talmud", Joseph Halevy's „Ma^ nasse, König von Juda und seine Zeitgenossen", Arstzne Darmesteter „das Autodafö von Troyes am 24. April 1288", Moise Schwab „die hebräischen Jncunablen". Die uns heute zugekommene Nr. 6 (Oktober bis Dezember 1881) enthält eine Abhandlung von Joseph Derenbourg über die jüngst auf« gefundene hebräische Siloah-Inschrift, die er kritisch behandelt, übersetzt und commentirt; er versetzt sie auf das Jahr 741, vor der Regierung des Königs Ahas. Interessant sind insbesondere die grammatischen und orthographischen Bemerkungen, die Herr D. daran knüpft. Es folgt eine ausführliche Besprechung der gemalten Inschriften von Cittium durch Joseph HalSvy, die jedoch nur mittelbar das Judenthum berühren.- Herr Joseph Derenbourg wirft auch in einem kurzen Aufsatz auf die Sektionen und Abhandlungen der Mischnah einen Blick, für deren Anordnung und Namen er die obwaltenden Gründe aufsucht. Ulhsse Robert giebt uns einen Katalog der auf die Juden sich beziehenden Akten während des Mittelalters in der National-Bibliothek, die er aus dem großen Depot der RueRiehelieu später ergänzen will. Die hebräischen Manuskripte der Bibliothek der Stadt . Nimes bespricht Joseph Simon, und Israel L6vi die hebräischen Uebersetzungen der Legende von Alexander. Unter den Noten und dem Vermischtem bemerken wir von Isidore Weill „Talmu- 12

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