Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1882)
- Date
- 1882-02-28
- Page
- Seite 144 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht so im Westen: - Hoffen wir deshalb, daß die Anleihe guten Erfolg habe.; In New-Orleans erläßt eine Gesellschaft einen Aufruf an alle Bewohner des Landes, um der weiteren Ausdehnung - der ersten Eolonie russischer Juden Hülfe zu leisten, und der gegenwärtige Gouverneur des Staates ist in das Comits mit eingetreten. Die. jüdische Presse Amerikas bietet auch tnv dieser Angelegenheit kein Bild der Einigkeit -dar, indem sie selbst hierbei untereinander streitet: Indessen geht die Einwanderung russischer Flüchtlinge immer weiter vor sich, und sind diese bald findig genug, um einen Weg ' zur Thätigkeit und Erwerb zu erlangen.. Bonn, 19. Februar. (Notizen.) Seit mehr als 30'Jahren fungirt Herr Elias Ullmann in pflichteifrigsler Weise als Actuarius der israelitischen Gemeinde. zu Frankfurt am Main. Am 20. März c. vollendet' er sein siebzigstes Lebensjahr und seine Freunde und Bekannten wollen diesen Tag benutzen, ihm ihre Zuneigung und Hochachtung zu bezeugen. — Man bemerkt aus Berlin: Der Kaiser hat mittelst Erlaß vom 3. b. Mts. dem, Reichenheim!schen jüdischen Waisenhause Hierselbst zur Annahme der Zuwendung, welche die verstorbene Wittwe Sarah (genannt Sally) Reichenheim, geb^ Prins, letztwillig mit 600,000 Mark ge- - macht hat, die Genehmigung ertheilt. — Die Akademie der Künstehat die Preisbewerbung um die" Michael-Beer'sche Stiftung, welche bekanntlich nur für^ jüdische. Künstler bestimmt ist, ausgeschrieben. Sie ist diesmal für „Maler aller Fächer" bestimmt. Die Wahl des darzustellenden Gegenstandes ist den Concurrenten überlassen, doch muß das Bild in Oel üusgeführt sein. Die kostenfreie Ablieferung der Bilder nebst schriftlichem Bewerbungsgesuch an den Senat - der Königlichen Akademie der Künste muß bis zum 3. Juli d. I., Nachittags 3 Uhr, erfolgt sein. Es haben außerdem die Concurrenten gleichzeitig einzusenden: ^mehrere Studien nach der Natur, sowie Compositionsskizzen eigener Erfindung, welche zur Beurtheilung des bisherigen Studienganges des Bewerbers dienen können; 2) ein Attest, aus welchem hervorgeht, daß der Bewerber: ein Alter von 22 Jahren erreicht, jedoch das 32. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, und daß derselbe sich .zur jüdischen Religion bekennt; 3) ein Attest darüber, daß der Bewerber seine Studien auf einer deutschen Akademie gemacht hat; 4) einen kurzen Lebenslauf,, aus welchem der Studiengang des Bewerbers -ersichtlich - ist; eine schriftliche Versicherung an Eidesstatt, daß die eingereichten Arbeiten, von dem Bewerber.selbst erfunden undohne fremde Beihilfe ausgeführt:sind. Eingesandte Arbeiten,-denen die vorstehend unter A - bis 5. aufgeführten Schriftstücke und Atteste . nicht vollständig, beiliegen> werden nicht berücksichtigt. > Der Preis besteht aus einem Stipendium von- 2250 Mark zu . einer^ einjährigen Studienreise nach Italien unter - der, Bedingung, daß der Prämiirte sich acht Monate in Rom Haushalten und über seine Studien halbjährlich unter Beifügung eigener Arbeiten an die Akademie Bericht erstatten muß. Die Zuerkennung des Preises erfolgt in der öffentlichen- Sitzüng am 3. August d. I. — Wir erhalten aus Bielitz (Oesterr.- - Schles.) das Wochenblatt für die Bezirke Bielitz rc. vom 5. Febr. In demselben wird dem am 11. d. M. nach mehr-; monatlichem schwerem Leiden in einem Altervon 37 Jahren verstorbenen Rabbiner Dr. Wolf Vesser ein warmer anerkennender-Nachruf im Leitartikel gewidmet.' Nur sechs Jahre war es dem Verewigten vergönnt, alldort zu amtirenaber diese kurze Spanne Zeit genügte, seinen hohen Werth als Kanzel- ' redner, Seelsorger, Bürger und Mensch zu bethätigen und sich ' den Nachruf eines begabten, pflichteifrigen und segensreich wirkenden Mannes zu verschaffen. Er hinterläßt eine Wittwe' . mit vier unmündigen Kindern. Aus der Beschreibung der Beer- - digungsfeier heben wir hervor: „Am 13. d.M. versammelten sich vor dem Wohnhause. Lesser's der Bielitzer Gemeinderath, die Beamten der hiesigen politischen - und Gerichtsbehörden, die Lehrkörper, sämmtlicher Mittelschulen, Vertreterder katho- .' lischen und evangelischen Geistlichkeit, die Vorstände sämmt- - licher Vereine, die Schüler des k. k. Gymnasiums und' der k. k. Realschule ^wie auch der israel. Volksschule^ der Israel. Gemeindevorstand von Bielitz,' Biala und Lipnik, Deputa- ' tionen der israel. Gemeinden von Teschen, Skotschau, Oswiecim, Saybusch und ein nach Tausenden zählendes Pub- . likunn Um 2 Uhr Nachmittags schte sich, der imposante Trauerzug in Bewegung. Unmittelbar vor dem. Leichenwagen gingen der Rabbiner vr. Glaser äus Lipnik, vr. Friedmann aus Teschen, vr. Rosenthal aus Beuthen und Dr. Kohn aus Bisenz." In der Synagoge sprachen die Herren - Glaser und Friedmann und am Grabe Rosenthal und Kohn-in tiefergreifender Weise. - - - ' Bonn,.31.Januar. (Literarisch e Notizen.) vr.B. Zuckermann giebt im Jahresbericht des jüdisch theologischen Seminars (Breslau 1882) eine Abhandlung: „Materialien zur Entwickelung der altjüdischen Zeitrechnung, im ' Talmud", Er beabsichtigte dabei, das. gesammte im Talmud enthaltene einschlägige Material,- unter Ausschluß jeder.Polemik gegen die Darstellung der späteren Bearbeiter, , zu einem Gesammtbilde zu vereinigen. Er thut dies unter den Rubriken: Zusammensetzung des Gerichtshofes und dessen Auf. gäbe, Versammlungsort, desselben, alle die.Zeugenaufnahme . betreffenden Verhältnisse, Heiligung des neuen-Monats, Mit- -theilung' des Synhedrial-Beschlusses über, den Mönatsanfang an die: auswärtigen- Gemeinden, Bedingungen zur Jnterkalation eines Monats, über die Länge einzelner Monate, Jahrest länge, der allmälige Uebergang zur Bestimmung-eines festen . Kalenders, wozu noch 7 Excurse; über einzelne schwierige und V interessante' Themata, kommen. —: Bekanntlich, hat., Simon