Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1882)
- Date
- 1882-02-14
- Page
- Seite 113 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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WFMNWWUDM D-> %;p:^!?:V"^O^v^f';'C-r:'^'-)V-:^ ' ' 113 ' ' "' ' Jeuitlelon. Estella Dorothea Lalomra Hymans gell. Herhveld.') und Verfasser der bybel voeräe isr. jeugd (Bibel für die isr. Jugend), gab sie auf seinen Wunsch in demselben Jahre eine Herzensergießung über Esther, die im 17. Bändchen dieser Bibel vorkommt, heraus. Die ersten zwei Strophen, sowie den Nachschluß dieses Gedichts lege ich ben deutschen Lesern in der Uebersetzung vor, wobei ich ausdrücklich bemerke, daß meine Verse dem Originale bei weitem uachstehen, .... t . und es mir nicht gelungen ist, die rhythmische Reinheit der genoffen meistens auf l.ttrar.sch°m Grb.ete gehalte» wurden. ^»bischen Verse zu treffe». Gewöhnlich traten zwei Redner an eurem Abend auf. qws* Es war an einem kalten Dezember-Abend des Jahres 1852. Die Haag'sche Abtheilung des „Vereins zum Nutzen der Israeliten" hatte damals unter dem seligen Präsidenten Mr. A. de Pinto ihre höchste Blüthe erreicht und machte den Saal des deutschen Theaters zum Schauplatze einer Reihe von Borträgen, welche von unfern fähigsten Glaubens- Diesmal war der zweite Redner ein junger vielversprechender Advocat. Die Zuhörer waren nicht wenig überrascht, als der Redner, Mr. Jac. von Gigch, erklärte, daß er ein Gedicht von einem fünfzehnjährigen Mädchen vortragen würde, wobei er aber sein Urtheil über dasselbe wegen der Anwesenheit der Dichterin nicht selbst fällen,- sondern es den Versammelten überlassen wolle. Während des Vortrages von „Sauls dood“ (Sauls Tod) herrschte tiefe Stille, aber kaum hat der Sprecher geendigt, als auch ein allseitiger stürmischer Applaus losbrach. Jeder richtete seinen Blick nach der jungen Estella Hertzveld, die sich, beschämt über so viele Lobeserhebungen, hinter einigen der Anwesenden versteckte, um sich den anstürmenden Glückwünschen zu entziehen. Dieser Abend schien ein Ereigniß, die fünfzehnjährige Estella hat sich iit den intellektuellen jüdischen Kreisen der Residenz den Namen einer Dichterin erworben. An ebendemselben Tage, an welchem ihr Großvater, ein gelehrter Rabbiner zu Twolla von biederm Charakter und lautern, reinen Herzens, vor der bürgerlichen und kirchlichen Behörde mit einer warmen Rede die Synagoge zu Hengelo einweihte (14. Juli 1837), wurde Estella aus der Ehe des Herrn S. H. Hertzveld und D. Halberstamm im Haag geboren. Schon früh offenbarten sich ihre geistigen Anlagen. Das größte Interesse flößte ihr das Studium der Geschichte ein, während sie für Sprachkenntnisse ein außergewöhnliches Talent zeigte, so daß es ihr wenig Mühe kostete, einen schönen Vers auch in einer fremden Sprache niederzuschreiben. . Ihr erstes Gedicht war Mas in de Woestyn (Elias in der Wüste), das im Israelitischen Almanach von 1853 erschien und durch Vermittelung des Dichters Wilhnys, der auf ihre poetische. Ausbildung den größten Einfluß übte und ihr besonders in der Prosodie so manchen Wink gab, auch in den Vaderlandsche Letteroefeningen ausgenommen wurde. Dem Herrn Dr. S. I. Mnlder, dem bekannten Uebersetzer der heiligen Schrift 1) Diesem Aufsatz liegt die interessante Biographie von der befugten Hand des'Herrn Mr. G. Belinfante zu Grunde, welche in „de' Nedcrlandsche Spectator“ vom 12. Nov. vor. Jahres erschienen ist. Corresp. Esther. Wie sinnend sitzt sie hier, das Herze voller Sorgen, Noch festgeschnürt im kostbaren Prunkgewand. Entfesselt sind die krausen Locken, ohne Band, Das Antlitz noch von keinem Trauerschlei'r verborgen. Und mag das reichste Kleid den schlanken Leib auch schmücken, Und schimmernd Edelsteine, Schätze sie umgeben, Ihr Geist scheint von der Erde himmelwärts zu schweben, Ihr Blick, vor dem ein Engel sich mag bücken. Wie sanft das Auge blickt, wie edel sind die Züge, Auf denen Schmerz und Kummer doch zu lesen steht! Was ist ihr Leid? Was kann ihr Herz bedrücken? Das Glück der mächtigen Fürstin scheint nun ganz verweht. Doch seht, gar wehmuthsvoll streckt sie die Händ' empor, Ein schmerzlich Lächeln drückt die Seele aus, Dann dringt ihr Seufzer bis zum Engel-Chor, Und Thränen fließen in des Königs Haus. -Nun folgt in vier ebenfalls achtzeiligen Strophen von durchgehends sechsfüßigen Jamben mit wohllautendem Reim, wobei stumpfe und klingende regelmäßig abwechseln, Esthers Gebet zu Gott für Israels Rettung. Die Krone, sagt sie, drücke sie schwer unter so vielem Leiden ihrer Brüder, und sie bleibe doch nur eine schwache Frau; aber bald giebt ihr „Glaube und Hoffnung" ein mächtiges Schild; mit diesen Waffen umgürtet, fühlt sie sich einer Heldin gleich und wird sich bewußt, daß Ahasveros ihre Bitte erfüllen wird. Der Schlußvers enthält die Himmlische Entzückung, in die Esther nach diesem Gebete gerieth, ihr Gesicht wird von einem lieblichen Glanze umstrahlt, und sie fühlt bereits den Segen Gottes. Die Schlußzeile dieser siebenten Strophe bildet den Triumph über die Erfüllung des Gebets, die Rettung Israels. Der Nachschluß charakterisirt die religiöse Gesinnung der fünfzehnjährigen Dichterin: „So hat denn Gott die Frau zur Rettung auserkoren,- Und wir, wir sind gerührt, ob so ein. lieblich Bild, Das uns zum Heil geworden, zum Hort und auch zum Schild. Wir Frauen, Judas Stamm, in welchem Stand geboren,