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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-01-17 · Heft 3 (17.1.1882) · p. Seite 47

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 3 (17.1.1882)
Date
1882-01-17
Page
Seite 47 (sequence 15)
Language
German
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IV. Hirtzel ertrug die gewöhnliche und außergewöhnliche. Folter mit Festigkeit. Er svußte noch nichts von seiner Ber? urtheilung zum Tode, aber schon errichtete man das Schaffet auf dem Viehmarkt, und-die Nachricht seines Todesurtheils verbreitete sich in der Stadt und erfüllte die Juden Colmars -mit Schrecken. - ~ . . ■■■; Sie begaben sich am Dienstag Morgen, den 31. Dezember, dem Tage der Hinrichtung, zu dem unglücklichen Opfer, um ihn auf seinen Tod vorzubereiten. Hirtzel vernahm ohne zu wanken den schrecklichen Richterspruch. Er richtete.sich von seinem Strohlager auf und sprach die Beichte der Sterbenden (Viddui), während die Umstehenden in - Thränen ausbrachen. Dann ließ er seinen einzigen Sohn Abraham, im Alter von fünfzehn Jahren, rufen, gab ihm edle Rathschläge, wie er als braver Mann leben müsse und empfahl ihm, getreulich das Todtengebet (Kaddisch) zu sagen. Er.drückte die feste Zuversicht aus, daß seine Unschuld anerkannt werden und sein Name wieder zu Ehren kommen würde. Kapuzinerbrüder aus dem Kloster von Colmar, fürchteten nicht, ihm lästig zu fallen, indem sie ihm den Beistand, ihrer Religion anboten. Er wies sanft ihr freundliches Anerbietenzurück und bat sie, nur seiner Familie, zu sagen, einer braven Frau in Colmar die Summe von 12 Thalern zu zahlen, welche er ihr schuldete und die. in seinen Büchern nicht eingetragen war. Endlich schlug die anberaumte Stunde. Um drei Uhr Nachmittags wurde Hirtzel zum Schaffet geführt. Eine ungeheure Menge hatte, sich auf dem Plätze versammelt, aus allen benachbarten Dörfern waren sie herbeigeeilt, umdiesem Schauspiele beizuwohnen und sich an den Qualen des Opfers zu weiden. Zehn Juden, gerade die Zahl, die zur Verrichtung des Gebetes nöthig ist, (Minjan) waren in einem benachbarten Hause mit Abraham, dem Sohne Hirtzel's, um die üblichen Gebete und den Kaddisch zu sagen. Hirtzel erstieg muthig die Stufen des Schaffots. Wir übergehen die grausamen Details seiner letzten Lebensstunden. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. Ty| qÄyfi 4p werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die riächst- Cb ly folgende: Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Pensionat und höhere Töchterschule von Frau vr. Leyerson. Hannover, Thlergartenpr. 4. Aufnahme von Iögttngen zu jeder Jett. . Näheres durch Prospeete. [12271] Zu Ostern d. I. können noch einige Knaben, welche das hiesige Gymnasium oder die Realschule 1. Ordnung besuchen sollen, gute Pension bei mir erhalten, verbunden mit Nachhilfe durch einen Gymnasial- Primaner. [726] Celle, den 6. Januar 1882. '' Elise Simon Wwe., ' Blumenlage 102 - Wir suchen pro 1. April k. I. einen tüchtigen Elementar- und Religionslehrer, welcher musikalisch gebildeter Cantor und Prediger sein. muß. Gehalt incl. Nebeneinkommen 2200 bis 2400 Mark. Anmeldungen unter Beifügung von Zeugnissen und Lebenslauf nimmt bis zum 20. Januar n. I. entgegen [L 17127] Paderborn, 28. December 1881. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Henry Kass. An der hiesigen Gemeinde ist die Rabbinatsstelle vacant und soll bis zum 1.. April cr. besetzt werdem Fixirtes Gehalt 1800 M. Nebeneinkommen 200 Mk. bei freier Wohnung. [Br. 274] Akademisch gebildete Bewerber Im Besitz von ntf-in mnn-tootteit sich bis zum 15. Februar er. bei dem Unterzeichneten melden. - Koschmin, den 3. Januar 1882. Der Korporationsvorstand. ■ . ■ Fuchs. ’ ' ■ Vacaiiz. Die Lehrer- und Cantorstelle in unserer Gemeinde soll zum 1. April l. I. durch eine bewährte Kraft neu besetzt werden. Das fixe Jahres-Gehalt beträgt 1800 Mk.; wozu ein weiterer Betragvon. 300 Mk, als Remuneration für die Ertheilung des Religionsunterrichts au den beiden städtischen höheren Lehranstalten hinzutritt. Bewerber, welche die Berechtigung zur Ertheilung des Elementarunterrichts und die musikalische Befähigung zur Leitung des Synagogen-Chores besitzen, belieben ihre Zeugnisse unter Anführung eines Lebenslaufes an Unterzeichneten einzuschicken. Neuwied, 6. Januar 1882. [K. 456] Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde^ Adolph Bemach.; Für meine Sommer-Pension suche ich per 15. Mai eine persecte Köchin gegen Hohes Salair. [B. 759] Bad. Lippspringe; M. Meyer, Für mein Manufakturu. ConfectionS- Gefchäft suche ich zu Ostern zwei junge Leute als Lehrlinge zu engagiren. Tüchtige Schulkenntnisse erforderlich." Pensi o.n im Hause. Meldungen sofort. : . ]853] Cottbus, U.-L. __ Ferdinand Lichtenstein. : Für mein Kurzwaaren-, GlaS-m. Porzellan-Gefchäft suche auf sofort oder zu Ostern d. I. einen Lehrling unter den günstigsten Bedingungen. ' .[852] Herf rd, im Jan. 1882.- N. Meyer, Für ein junges Mädchen, 18 .Jahre alt,, wird eine.Stelle zur Stütze der Hausfrau in. einem jüdischen Haushalt gesucht, ' wo ihr gleichzeitig ^Gelegenheit. geboten ist', sich, im Haushalt zu vervollkommmnen. Vorerst wird nicht auf Gehalt',' sondern auf freundliche Behandlung gesehen. Gefällige Offerten unter IS. 725 an liudolf Mosse, Leipzig erbeten. ' . [725] Ein cand. phil. aus guter -Familie, musikalisch, mit Zeugnissen über vorzügliche 'Unterrichtsresultate, sucht eine Hauslehrerstelle. Derselbe unterrichtet auch in französischer und englischer Conversation und 'Naturwissenschaft. Gefl. Offerten unter Bl. F. 20 postlagernd Pyrmont. , [728] •' -L»> 5. A „ .Jv?, ... .. .... ,si r..> > . y Sv

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