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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-01-17 · Heft 3 (17.1.1882) · p. Seite 46

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 3 (17.1.1882)
Date
1882-01-17
Page
Seite 46 (sequence 14)
Language
German
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eignet sind, aus dem Juden einen musterhaften, seist Mter- . land überaus liebenden und treuen Bürger zu machen. Dabei erhebt sich Herr D. Levi mit wahrhaft lyrischem 'Schwünge, seine Epoche zu besingen, und liefert einige wunderschöne Gedichte, unter denen das “Roma e i corvi del Coliseo, Rom . und die - Raben des'; Colosseums" betitelte ein w ahr- Haftes Meisterstück genannt zu werden verdient. Wie viele und wie große Ereignisse für Rom, für die Menschheit, für die Juden, für . die Geschichte! Noch ein anderes Werk verdient wegen seines besonderen' Werthes Hier erwähnt zu werden. Es ist das nwü Won- Vom Rabbiner Herrn Moise Tedeschi in Triest/ ebenfalls ein zweiter Band, als dessen erster der vor einigen Jahren herausgegebene Commentar zu den historischen Büchern der heil. Schrift angesehen werden mag. Der gegenwärtige liefert Auslegungen und ' kritische Bemerkungen zu den fünf Büchern Mosis. Der. Verfasser/ konservativ im; edelsten Sinne des Wortes, kennt bei seinen Studien keine Schranken für'seine Kritik, die kühnsten Fragen werden aufgeworfen und -toiete mit gründlichen Beweisen für die Authenticität des Textes beantwortet. Ueberhaupt bewährt sich Herr Tedeschi in dieser, wie in seinen früheren Schriften, als gründlicher Kenner der hebr. Sprache sowie des behandelten Gegenstandes. Das Büch ist in Livorno, bei Israel Rosta gedruckt, und .wird, wie seine frühern Werke, vom . uneigennützigen, obwohl nicht reichen- Verfasser an Freunde, Bekannte und Liebhaber d er heiligen Studien unentgeltlich vertheilt. ' Dem Werke istdie von demselben Gelehrten in's Hebräische übersetzte Authenticität des Pentateuchs vom Rabbiner M. Mortara in Mantua als Vorrede beigegeben. Ieuitteton. Lin Justizmord im Jahre 1754. Nach dem Französischen von Istdor Löö. (Fortsetzung.) Im Hause seines Schwagers wurde er von folgenden Leuten gesehen: Bis acht Uhr Abends von einer Nähterin Namens Katharine, welche den Tag über bei seinem Schwager arbeitete. Bis gegen zehn Uhr von Jacob Sutter, und zwei Juden,'Natanel Dreyfus und Jossel Ulmo. Um 10 Uhr kam der Gärtner von Frau von Waldner, um Lichter zu kaufen, und Hirtzel bot ihm ein Glas Wein an. Der Diener war eine Stunde ausgeblieben, um diese Besorgung zu machen, und als Frau von Waldner ihn deshalb zur Rede stellte, entschuldigte er sich damit, daß er bei Jsaac hätte warten müssen, weil dieser mit Hirtzel und Sutter sich unterhielt; Um eilf Uhr hatte die jüdische Magd seines Schwagers ihn noch gesehen, ehe er sich zu Bett legte. Am 10. Dezember um 6 Uhr Morgens sah ihn die Nähterin. Katharine sich ankleiden. Um sechs und ein halb Uhrwaren Joseph Schlitz und seine Frau zu Jsaac gekommen und hatten Hirtzel bemerkt. Um sieben Uhr war er zur Synagoge gegangen. Zwischen sieben und acht Uhr war er mitseinem Schwager zum Wirthe der „Krone" gegangen; dort war er von vielen Leuten gesehen worden, und die Frau des Orts-Vorstehers hatte ihn zur selben Stunde vor ihrem Hause vorübergehen sehen. . Nach dem Memorandum sah ihn die Frau des Ortsvorstehers bei Jsaac seinen Kaffee um sechs Uhr Morgens trinken. „Danach begab sie sich zu Frau von Waldner und sagte zu ihr: Wirklich, gnädige Frau', Sie trinken Ihren Kaffee nicht wie Jsaac, denn er nimmt ihn mit Brod." Endlich, immer noch zwischen sieben und acht Uhr Morgens, ging Hirtzel mit Jsaac ' in das Schloß des Herrn von Waldner und wurde-' dort' von dem Sohnedas H. v. Waldner und von dessen Gouverneur gesehen. Während der Herr v. Waldner ausstand, verkauften sie dem Gärtner einen Marderpelz zu einer Mütze. Donnerstag den 11. Dezember erfuhr Hirtzel in Sierentz die traurige Nachricht; er hätte sich sofort nach Wedelsheim begeben, wenn er nicht die Sabbathruhe hätte, beobachte): wollen. Sonntag begab er sich auf den Weg, trotz, der inständigen Bitten seiner Freunde. Es ist nicht möglich, ein besser erwiesenes Alibi zu erdenken. Sierentz liegt zwölf gute Meilen von Hauzen, zu jener Zeit gab es keine Eisenbahnen, ein Wagen, mit der größten Schnelligkeit gefahren, hätte Hirtzel von Sierentz nach. Hauzen nicht zwischen zehn und eilf Uhr Abends bringen können, abgesehen davon, daß man ihn dann bemerkt -hätte. Was am gravirendsten für die Richter ist, das ist, daß sie, trotz ihrer Weigerung Hirtzel zu gestatten, den Beweis seiner Angaben' zu liefern, nicht ganz die Zeugnisse zu seinen Gunsten entfernen konnten. Der - Ober-Rath hatte soeben wegen einer anderen Angelegenheit eine Commissionbestehend aus H. Madame, dem Rathe im Ober-Rath; einem Substituten und einem Gerichtsschreiber, in die Umgegendvon Basel geschickt. Diese Commissaire stiegen in Sierentz, am 28. Dezember bei H. v. Waldner ab; dort erfuhren sie durch die „einstimmigen und nicht verdächtigen Erklärungen" der Herren und: der Bewohner des Schlosses Alles, was Hirtzel über seine Anwesenheit in Sierentz in der. Nacht des Verbrechens gesagt hatte. Tief erregt durch diese Aussagen schrieb H.' Madame am Morgen des ,29.- Dezember an den ersten Präsidenten des Rathes einen Brief, den dieser am 30. Morgens empfing und welchen er den Richtern, im. Augenblicke des Aussprechens des Richterspruches., übergab, Die Richter blieben taub und blind!

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