Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1882)
- Date
- 1882-01-10
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Dank ausspreche. . Meine Leser wissen, daß ich im langen Laufe meiner publicistischen Thätigkeit nur höchst selten, und gewissermaßen gezwungendie Aufmerksamkeit, auf meine Per-, son gezogen habe. Hier aber gilt es, die zum Ausdruck gekommene allgemeine Geistesrichtung als einen Beweis für die in der Judenheit vollbrachte Entwickelung anzuführen.' Meine Leser erinnern sich vielleicht, daß ich vor 4 Jahren mein 50jähriges Schriftsteller-Jubiläum beging und wie groß die Zeichen-der Anerkennung dessen, was ich erstrebt habe, damals gewesen. Aber sie befaßtem doch, da der Gegenstand nur wenig bekannt geworden, wesentlich nur Deutschland und die angrenzenden Länder. Diesmal erwies sich die Theilnahme von Nord-Amerika bis tief in Rußland. Man bedenke Hierbei,' daß es sich doch nur um eine Person handelte, die, außer in der Publicistik und Literatur, keine amtliche, etwa Stellung einnimmt und irgend welche persönliche und private Interessen nicht in. ihrer Hand hat. Gerade darum spricht sich in dies er Theilnahme ein - allgemeiner Zug, eine allgemeine Gesinnung aus dem Interesse, aus der Begeisterung für die heilige Sache der Religion und Humanität aus, der wir' allesammt dienen. Ich erhielt Adressen und Zuschriften, im edelsten Geiste und Schwung abgefaßt, von der Rabbinical - Literary Associationder die Mehrzahl der nordamerikanischen «Rabvinen angehört, durch ihren Präsidenten, vom Pro-' sessoren-Collegium des Rabbiner-Seminars in Cincinnati und ein. Kabeltelegramm von den sechs Rabbinen New-Jorks, sowie noch besonders von Rabb. Dr. Mielziner in Cincinnati; aus Rußland von Rabbiner und Vorstand in Odessa, Mohilaw, Koretz, aus Petersburgs von der Redaction des Raswiet, dem Rabbiner Drabkin, dem Redacteur Zederbaum, aus Riga vom Lehrer - Collegium, Tuckum vom Schulvorsteher, aus Czagarren, Warschau, Zgierz, Bakalarzewen; aus Oesterreich zwei kalligraphisch und in der äußeren Ausstattung kostbare Adressen vom Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde in Wien und von der Gesammtheit der dortigen Religionslehrer, sowie Adressen vom Vorstand des dortigen Beth ha Midrasch und vom Vorstande zu Graz, Depeschen vom Vorstande der Gemeinde in 'Budapest, vom dortigen Rabbinate und vom Professoren-Collegium der .Landesrabbinerschule, vom Vorstand der Wiener Allianz und vom. Vorstande und Prediger der Tempelgemeinde zu Krakau; aus Schweden langten Zuschriften vom Rabbiner Wolff in Gothenburg und vom Rabbiner Levinsohn in Stockholm an; aus Cambridge von Prost Dr. Schiller-Szinessy; aus Rumänien von Hillel Kahane, " Teller, Susmann in Bottuschan, ebenso Zuschriften und Depeschen von Privaten aus Paris, Brüssel und Rotterdam. In ' Deutschland sandte die Gemeinde zu Leipzig ein glänzend ausgestattetes Diplom als Eh re n m it gli e d der G e m ei n d e; und der Ausschuß des israelitischen -Gemeindebundes legte einer Stiftung meinen Namen bei, worüber wir.selbstverständlich noch besonders berichten werden; ferner Adressen: die Hochschule für die' Wissenschaft zu Berlin,, der Vorstand und die Repräsentantenvon Breslau, . Frankfurt am Main, Hildesheim, Alzey, Magdeburg, Oels, Essen, Neuwied. Ganz besonders muß ich hervorheben, daß die Gemeinde von Köln durch eine Deputation von drei ihrer Vorsteher und die Gemeinde von Aachen. durch eine solche, in dem Rabbiner Dr. Jaulus und dem ersten Vorsteher bestehend, mir ihre Glückwünsche darbrächten. Ebenso beredt wie herzlich waren die Ansprachen des Herrn de Jonge aus Köln und des Dr. Jaulus aus Aachen. Hieran schließt sich eine außerordentliche Zahl von Briefen und Telegrammen, von denen ich hier nur die meiner Herren Collegen der Rabbiner erwähnen will.' Die Herren Dr.Ungerleider in Berlin, Herxheimer in Bernburg, Dankowitz in Birnbaum, Eschelbacher in Bruchsal, Goldschmidt in Leipzig, Lewin in Coblenz, Frank in Köln, Mannheimer in Darmstadt, Bucholdt in Emden, Hochstätter in Ems, ■ Freund in Görlitz, Hirschfeld in Gleiwitz, Schwarz in Karlsruhe, Guttmann in Hildesheim, Appel und Wormser in Homburg v. d. H., Millstätter in Karlsruhe, Cohn in Oels, Glück in Oldenburg, Heidenheim in Sondershausen, . Zuckermandel in Trier, Blumenstein in Luxemburg, Leimdörfer in Nordhausen, Landsberg in Liegnitz, Säalfeld in Mainz, Lebrecht inSchweinfurt, Großrabb. Bigart in Metz, Salomon Kohn in Pest, Mühsam in Graz, Jaraschewsky in Klattau, Grün in Prag, Soffer in Skala (Galizien), der Rabbiner in Bacs-Topolya. Rosenzweig in Teplitz, Jellinek und Bloch in Wien, Senior Sachs in Paris, Adler in Cassel, Horowitz in Crefeld, Kaempf in Prag, M. Joel in Bresl au, Seminar-Rabbiner D. Joel in Breslau, S. Spanto, Red. der „Neuzeit", Spitzer in Essek, Herzfeld in Braunschweig, Sänger in Hamburg, Wiener in Oppeln, Feilchenfeld in Schwerin, Sondheim in Heidelberg, Proff. Josef u. Hartwig Derenburg in Paris. Zu diesen gesellen sich die zahlreichen Glückwünsche von den ehrenwerthesten Privatpersonen aus allen Gegenden der Welt, die hier aufzuführen wir verzichten müssen. Mit den innigsten Dankgefühlen vereinigte sich hier die Befriedigung, ein großes Ziel erreicht zu sehen, welchem ich im Verein mit so vielen hochbegabten Genossen mein Streben gewidmet und das ich nie aus den Augen verloren, habe: das geistige Band zu kräftigen und zu entwickeln, das für ihre Religion und für die Geschicke der Juden, die um ihrer Religion willen zu leiden Habenalle Bekenner der mosaischen Gotteslehre umspannt. Die Katastrophe in Warschau. Man berichtet der „Köln. Zeit.": „In Warschau herrscht jetzt Ruhe. Der Präsident der Stadt Warschau, General- Starinkiewicz, hat in einem Tagesbefehl vom 29. December erklärt, das Gerücht, jüdische Taschendiebe hätten bei Entstehung der Unruhen-dm Hände im Spiele gehabt, sei falsch. -Man