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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-01-03 · Heft 1 (3.1.1882) · p. Seite 12

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 1 (3.1.1882)
Date
1882-01-03
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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tag nahmen , seine zahlreichen früheren Schüler als Veranlassung, um rhren Lehrer beim Scheiden aus' dem Amte ihre' Dankbarkeit und Anerkennung zu beweisen. Am Vormittage des 7 dss. versammelten sich im Schulhause die Schuljugend, die Festtheilnehmer, der Ortspfarrer , die evangelischen Lehrer, .der.Ortsvorstand und die angesehensten Bürger. Vom Schulhause zog man zum Wohnhause des Jubilars, woselbst man den Gefeierten durch Lied und Wort begrüßte. Der Gemeindevorstand /drückte die Gefühle der Dankbarkeit aus, die sich hier Cölm frei den Gemeindegliedern erworben, der derzeitige Lehrer Herr Baum beleuchtete das Wirken des Emeriten in der Schule, ein früherer Schüler desselben, Herr Lehrer Sender aus Tholey, sprach im Namen der früheren Schüler und überreichte die von denselben gestiftetenwerthvollen. Geschenke: silbernen' Pokal, Sessel-Stoch Album mit den Photographien der Geber, — und schließlich sprach der evangelische Pfarrer des Ortes Worte der Anerkennung für das Leben und Wirken des Jubilars als Mensch und Mitbürgern — Ein Festessen , gewürzt mit Toasten auf Herrn Colm und seine würdige Gattin, vereinigte die Gesellschaft bis zur späten Abendstunde.- Möge der Jubilar sich noch recht lange der wohlverdienten Ruhe .erfreuen! Zum Schluffe sei bemerkt, daß Herx Colm aus der Staatskasse einen Ruhegehalt von über 1140 Mk. bezieht. Wann wird aus unserem großen Nachbarstaate Aehnliches berichtet werden können. Ieuitleton. Ein Slick aus die spanisch-arabisch-jüdische Periode. Diese.Periode ist so interessant und wichtig, daß wir es uns nicht versagen mögen, folgende Charakterisirung.hierher) zustellen, welche die Herren Joseph und Hartwig Derenburg an der Spitze der Einleitung zu ihrem höchst verdienstvollen Werke Oxnsorüas et Traites d’Abou ’L-Walid Merwan Ibn Djanah gefreit, über welches wir an anderer Stelle berichten werden. Das geistige Leben der Juden in Andalusien unter der möhamedanischen. Herrschaft bietet ein ebenso merkwürdiges wie bewunderungswerthes Schauspiel. Vielleicht haben - die Juden in keinem Zeitraum ihrer Geschichte, seitdem sie ihre Nationalität verloren hatten, soviel Lebenskraft und soviel Geschmeidigkeit zugleich gezeigt. Fünfzig Jahre religiöser Freiheit und ruhigen und unangefochtenen Lebens genügten ihnen, die erstaunlichsten Fähigkeiten in den verschiedenen Zweigen zu entwickeln, welche damals die menschliche Thätigkeit in Anspruch nahmen. Man sieht mit einem Schlage sich'unter ihnen Diplomaten, Financiers, Kaufleute erheben, zugleich mit Gelehrten, Philosophen, Grammatikern, Medizinern, Dichtern. Einige besonders Begabte unter ihnen verlassen ihre Comptoirs, um die Staatseinkünfte zu verwalten und suchen, nachdem sie die internationalen Verhandlungen geleitet und zu einem glücklichen Ende geführt haben, in dem Studium und der Dichtkunst die Erholung ihres arbeitsvollen Lebens. Sie gehen von der Kanzlei zum Bet hammidrasch oder in die Schulen und "nachdem sie arabisch und selbst lateinisch die wichtigen diplomatischen Geschäfte besorgt haben, unterrichten sie zahlreiche Schüler in den verschiedenen Zweigen der jüdischen-Theologie, der Bibelexegese, der Erklärung des Talmud, der Religionsphilosophie. Man kennt den Rang, den der Arzt Hasdai ben Jsaac ben Ezra ibn Schaprout, der Nasi, am Hofe von Cordova einnahm als Minister des Khalifen Abderrhaman III. und seiner Nachfolger; man kennt, ebenso die hohen politischen Aemter, welche später Samuel ibn Nagdela, der Nagid, frei den Königen Habus.und Bädis von Granada bekleidete. Beide haben den lebhaftesten und thätigsten Autheil an den großen grammatischen und linguistischen Streitfragen genommen, die ihre gelehrten Zeitgenossen angeregt und aufgeworfen haben. Denn in diesen Zeiten ereiferte man sich um eine grammatische Regel, um die Auslegung eines Bibelverses, um die Verbesserung eines Verses, die eben der Oeffentlichkeit übergeben war. In den Versammlungen bei einem einflußreichen Mitglied der Gemeinde war die Discussion belebt und heftig; oft führte die Entrüstung, die ein vermeintlicher Jrrthum die Hauptkämpfer iu diesen wissenschaftlichen Streitigkeiten empfinden ließ, zur Beleidigung und rief Feindschaften hervor, die nicht immer ohne Gefahr für die Sicherheit der Gelehrten waren, die, Sieger oder Besiegte, einflußreiche Personen unter ihren Gegnern zählten. Die Hebraisten kennen das-Schicksal des unglücklichen Menahtzm ben Saruk von Tortosa seit dem Augenblicke, wo .die Gnadenbezeugnngen Hasdais seinem Gegner, Dunosch ben Labrat, zugefallen waren. Zuerst durch den mächtigen Minister nach Cordova berufen und lange Zeit mit Geschenken überhäuft, sah sich der Verfasser des Machberet mit einem Schlage schrecklichen Verfolgungen von Seiten seines ehemaligen Freundes und Beschützers ausgesetzt, als dieser die Partei des glücklichen Verfassers der Teschubot, oder; der Widerlegung des Lexikon des Menahsm ergriffen hatte. Wir besitzen die rührenden Briefe Menahems an Hasdai, wir lesen darin die demüthigen-Bitten des beseitigten und in die schrecklichste Noth gebrachten Grammatikers, wir kennen ebenfalls die gute Aufnahme, die ihm zuletzt vom. eigenen Bruder des Ministers wurde; wir haben ebenso die Fortsetzung der Debatten zwischen Menahsmund Dunasch. durch die Schüler

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