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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-12-09 · Heft 50 (9.12.1879) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 50 (9.12.1879)
Date
1879-12-09
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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4 it e m e t n e Em luipartlüschcs Orgm str Ms DWc Jnimssk.! Diese Zeitung erscheint wöchentlich ein,na l in 8 di- 2'/- Bogen. Preis , Bier1eljühriI3Mark. Inserate werden! mit 20 Pf. für die Petitzeile oder deren , > Raunt berechnet. I Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Lcstcllungcn an. Heraus gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsott in Bonn. Verlag von BaittilgiLrtuer's Buchhandlung in Leipzig. In rcdactioncllen Angelegenheiten '.reude man sich an l>r. E. Philippson in Bonn: hinsichtlich der Inserate an A. Masse in Vcivua und dessen Filialen i» Berlin. Breslau re. Inseralk, welche bis rwniurstaa entgehen, finden in der darausiolgenden Rninmer Bcrüasichtigung. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 43. Jahrgang. Leipzig, den 13. Januar 1879. M 3. Zlnhnlt. Leitende Artikel: Die Einheit der Ideen in der heiligen Schrift Israels. II. — Gegen Pastör^Todt, den Gründer der christlich-foclaliftischen Partei. II. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Linz a. Nhein, Bielefeld, Schrimm, Tauberbischofsheim. — Frankreich: Paris. — Numänien: Bukarest. — Griechenland: Hamburg. — Amerika: Bonn. — Vonn: Notizen. — ivenilletou: Correspondenz: Breslau. — Moses und Iosua als Heerführer. - Bon n, 8. Januar. Die Einheit der Ideen in der heiligen Schrift Israels. H. 3) Die Lehre vom Mcnschcngtiste. Neben der Lehre von Gott ist die Anschaltung vom Menschengeiste das fundamentalste Mornent in der Ideenwelt der heiligen Schrift. Wir haben die Ansichten überdie Seele, wie sie von der Schöpfungsgeschichte an in allen Büchern der Schrift entwickelt werden, erst vor Kurzem (Nr. 20, 2\ und 25, Jahrgang 1877) dargestellt und indem wir darauf verweisen, wollen wir hier nur die Grundzüge wiederholen, welche wir am angeführten Orte ausführlich begründet und mit allen Belegstellen versehen haben. Der Mensch ist ein aus Körper und Geist harmonisch zusammengesetztes Gebilde Gottes. Die Seele ist eine selbstständige, von Gott dem Körper eingesenkte Existenz, im Ebenbilde Gottes geschaffen, mit der Freiheit des Willens und der Selbstbestimmung, mit der Erkenntniß des Guten und Bösen, mit der seelischen Liebe, mit der Befähigung, den Eindruck, den die Dinge auf sie machen, durch die Sprache zu bezeichnen. Diese Seele konnnt zu immer weiterer Entfaltung einerseits durch die Sinnlichkeit, die zur Begierde anschwillt, und durch die Leidenschaften, die innerhalb der Gesellschaft geweckt und gesteigert werden, andererseits durch die Entwicklung der Vcrstandeskräfte und der ästhetischen Empfindungen) welche in technischen und künstlerischen Schöpfungen sich ausgestalten. So ist die menschliche Seele der Kampfplatz der Neigungen zum Guten wie zum Bösen vor und nach der^That und das Arbeitsfeld des Geistes. Die Bestimmung des Menschen ist zu fortschreitender Entwicklung; aber nicht in gerader Linie, sondern bisweilen werden ganze Zeitalter von sittlicher und gesellschaftlicher Entartung erfüllt, ebenso wie im Herzen vieler Individuen das Böse die Oberhand gewinnt; dann gehen ganze Geschlechter unter, um neue bildungsfähigere an ihre Stelle treten zu lassen. In dieser Entwicklung fördern den Menschen die beiden Triebe, sich über die ganze Erde auszubreitcn und doch überall wieder sich zu - Gemeinschaften zu verbinden. 2)iit dem Tode löst sich die innige Verbindung des Körpers und der Seele; „jener kehrt zur Erde zurück, wie er gewesen, diese kehrt zu Gott zurück, der sie gegeben/'' —Diese Anschauung beherrscht einheitlich die sämmtlichcn Autoren der heiligen Schrift; ihren Ausdruck sehen wir überall wiederkchren. Gerade der besondere Gesichtspunkt, aus welchem die historischen Bücher ab-; gefaßt sind, dem nämlich, wie weit das alte Israel der i Gottes lehre treu angehangen oder dem Hcideuthume wieder! anheimgcfallen, bezeugt überall die Anschauung von der Frei-! heit des Willens, von der Selbstbestimmung, von der Erkennt- ' niß und der Sittlichkeit, deshalb von der Verantwortlichkeit des Menschen und der göttlichen Rechtsordnung, sowohl für die Individuen, als für die Nationen. Wir brauchen kaum zu bemerken, daß alle Propheten dieselben Ideen verfolgen.

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