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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-12-02 · Heft 49 (2.12.1879) · p. Seite 779

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 49 (2.12.1879)
Date
1879-12-02
Page
Seite 779 (sequence 11)
Language
German
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779 Familien. Aufgestellt auf Grund amtlicher Erhebungen und privater Mittheilungen von Richard Moritz Meyer in Berlin unter Mitwirkung von Elias Ullmann, Actuar der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a/M. 1879. In den 141 Jahren hat sich die Familie des am 28. Mai 1738 geborenen gemeinsamen Stammvaters auf 529 Glieder erhoben, eine Fruchtbarkeit, welche die der Israeliten in Aegypten noch bei Weitem übersteigt. Die Familie hat sich über, die bedeutendsten Städie Europas verbreitet. Von Bedeutung war der 1802 geborene und 1866 gestorbene berühmte Astronom und Maler Hermann Goldschmidt und für Frankfurt als Wohlthäter und Gründer mehrerer Stiftungen, Benedict Haymann Goldschmidt, geb. 1798, gest. 1873. Es fällt natürlich nicht auf, daß die genealogische Tabelle mit Golde, Äeffelchen, Lob, Süßkind, Gütel, Merle anfängt, bald aber zu Georgine, Anton, Ottilie, Felix, Cornelia rc. übergeht. Es liegt hierin ein Culturmoment, das sich überall wiederfindct. Bei der mangelhaften Art, in welcher früher die Matriken in den jüdischen Gemeinden geführt wurden, von denen noch dazu Vieles bei den zahlreichen Feuersbrünsten verbrannte, hat die Zusammensetzung dieser Stammtafel nicht geringe Mühe gekostet. — Oesterreich und Preußen (1780 — 1790) von G. Wolf. Wien, 1880. Alfred Holder. Der; verdienstvolle Verfaffer, der aus dem Gebiete der Geschichte schon manches Gute geleistet hat, brachte in dieser Schrift aus Wiener und Berliner Archiven einiges Neue über die eigenthümlichen politischen Derhältuiffe zwischen Oesterreich und Preußen in dem angegebenen Zeitraum und über die damals maßgebenden Persönlichkeiten herbei, was dem Werke besonderes Interesse verleiht. — Das Gotteshaus. Predigt, gehalten bei der Feier des 25jährigen Jubiläums zum Andenken an die Erbauung der Synagoge in Alzey von i)r. Ro thschi ld, Rabbiner. Auf Verlangen gedruckt. Alzey, Medicus 1879. Mit Klarheit und Innigkeit bespricht der Redner die Gotteslehre und das Gottesgesetz in ihrer Wahrheit und Reinheit, eine des Gedächtnißactes durchaus würdige Predigt. — Gebet-! und Religions-Büchlein für die erste israelitische Jugend von| Dr. Rothschild, Rabbiner in Alzey. Breslau, Hepner 1879. 1 Der Vers, sagt im Vorwort: „dem israelitischen Publikum; übergeben wir hier ein Gebet- und Religions-Büchlein für Kinder zu Andachtsübungen und religiösen Unterricht in Haus,! Schule und Synagoge. Bei Abfassung dieses Büchleins hat j der Vers, sowohl die erste Kindheit im Auge gehabt, für! welche Eltern und Erzieher die Erweckung religiöser Begriffe und Gefühle zu übernehmen Haben, wie auch die Heranwachsende Jugend, so lange sie zur Benutzung des rituellen Gebetbuchs und zur Theilnahme an dem cultuellen Gottesdienste, wie dem entwickelte Religionsunterrichte nicht herangereift ist." Was sich der Vers, vorgesetzt, ist ihm in der Ausführung gelungen. Die theils in Versen, theils prosaisch abgefaßtcn kurzen Gebete sind dem kindlichen Geiste verständlich und zusagend, und befähigt, ohne alle Pietistcrei und Ueberschwänglichkeit die Lehren und Vorschriften der Religion in die Kinderseele zu verpflanzen. Im Verfolge des Büchleins behandelt der Vers, auch die einzelnen Tugenden und sucht sie dem Gemüthe Werth zu machen. Nach den Morgen- und Abendgebeten folgen die zmn Sabbath, zu den fünf Haupt- und den Halb-Festen. Wir können daher die kleine gut ausgestattete Schrift den Familien bestens empfehlen. Es wird nützlich sein, wenn die Kinder vor dem Beginn ihrer Arbeitsstunden und an Sabbath und Festtagen eines dieser Gebete lesen oder vorgelesen bekommen. Antrittsrede gehalten in der Synagoge zu Trier am Sabbath den 13. Sept. 1879 von Dr. I. Holländer. Leipzig, Vollrath. Die Gemeinde zu Trier war über die Wahl eines Rabbiners nach langer Vacanz in Helle Zwietracht gerathen. glaubte man am füglichsten durch die Wahl des 0:'. Holländer ju beseitigen, der bei vielseitigem Wissen der Orthodoxie zugeneigt ist und den Ruf eines aufrichtigen, und beharrlichen Charakters besitzt. Die vorliegende Antrittsrede giebt denn auch ein beredtes Zeugniß von den Gefühlen, die den Redner beivegen mußten. Sie ist wie ein Angstruf nach dein Frieden der Gemeinde; alle Saiten der Empfindung und des Verstandes werden angeschlagen, um alle Mitglieder der Gemeinde um den gemeinsamen Führer zu schaaren. Auch spricht der Redner seinen festen Willen aus, an allen Überlieferungen, an allen Sitten und Bräuchen des „Alterthums" feftzuhalten. Eine wahrhafte Glaubeuswärrne strahlt aus der Rede hervor. Nur Eines hätten wir gewünscht, mehr Knappheit und Kraft, weniger Uebersluß an Wort und Phrase. Dadurch würde der Ein- und Nachdruck verstärkt werden. Daß übrigens die Spaltungen dadurch dennoch nicht beseitigt, sondern durch Wühlereien zum Acußersten geführt worden, ist bekannt. Möge' Dr. Holländer sich dadurch auf seinem Wege nicht cntmuthigcn und stören lasse«. Ein ruhiges, besonnenes und beharrliches Streben besiegt zuletzt auch den hartnäckigsten Gegner. — I e u i i {e t o n. Äus ÄttindZeu. Nichts hat sich als nützlicher für daS richtige VerKäsdm'ß des alten Israel und der h. Schrift erwiesen, als die Vergleichung mit den Monuinentcn, Schriften und Sitten der alten Völker. Darum versetzen wir uns öfter in das Atterthum des Nillandes, und so wird man es auch für angemessen erachten, wenn wir uns heute und später öfter zu den Alt- 4Y*

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