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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-11-25 · Heft 48 (25.11.1879) · p. Seite 763

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 48 (25.11.1879)
Date
1879-11-25
Page
Seite 763 (sequence 11)
Language
German
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763 nichts sagen, bei der es doch nur auf tüchtige rabbinische Kenntniß und wahrhaft jüdische Ueberzeugung ankommt. Rumänien. Bukarest, im November. (Prkvatmitth) Außer der Frage, ob die Großmächte das neue rumänische Gesetz für ausreichend halten werden, um die Unabhängigkeit Rumäniens anzuerkennen, tritt, selbst in diesem Falle, noch eine andere Frage auf: ob sie jetzt mit Rumänien die schon so lange intendirten Handelsverträge abschließen können und werden? Denn das ist doch unzweifelhaft, daß die fremden Juden nach diesem Gesttze noch übler daran sind als früher, nämlich ganz rechtslos. Würden Deutsche, Franzosen, Italiener, Engländer jüdischer Religion hierherkommen, so befänden sie sich außerhalb des Rechts. Es müßten daher jene Handelsverträge die bestimmte Clausel enthalten, daß für die Bürger des betr. Staates ohne Unterschied der Religion dieselben Rechte gelten, wie sie den Rumänen zugestanden werden, sobald sie nach dem betr. Staate kommen. Denn von dem neuen Artikel 17, von der Gleichberechtigung der Confessionen, kann sich doch Niemand dupiren lasten, da die folgenden Sätze jenen Grundsatz wieder aufheben. Jede Macht, die ohne diese Clausel einen Handelsvertrag mit Rumänien schlösse, würde beweisen, daß es ihr in dieser ganzen Angelegenheit nur um den Schein, nicht aber um das wirkliche Recht zu thun war.- Rußland. Moskau, im November. Wie dem hiesigen Nußkija- Wiedomosti geschrieben wird, hat der Gouverneur von Beßarabien sämmtlichen gegenwärtig im Gouvernement Bessarabien (auch in dem gewesenen rumänischen Bessarabien) lebenden Juden den stricten Befehl ertheilt, binnen 15 Tagen das Gouvernement zu räumen und sich nicht näher als 50 Werst (etwa 7 Meilen) weit von dessen Grenze niederzulaffen. Bekanntlich gehört Bestarabien zu den russischen Gouvernements , in welchen die Gouverneure zeitweilig die unbeschränkteste absolute Herrschaft erhalten haben. Es erinnert dieser Befehl des Gouverneurs an den einstigen Ukas des .Kaisers Nikolaus, der sämmtlichen Juden befahl, sich 50 Werst von der Grenze zurückzuziehen und den Kaiser Alexander der II. aufhob. Tripolis. Tripolis, im October. Der Monatsbericht der Alliance isr, univ. berichtet: H. Saul Labi, Präsident des Bezirkscomites von Tripolis, hat bei dem neuen Generalgouverneur der Regentschaft, Sr. Ex. Jzzet Pascha, eine Audienz gehabt, in der er die neulich an den Israeliten begangenen Mordthaten und die Schändung der Synagoge zu Zavia (s. Augustbericht x. 143) zur Sprache brachte; derselbe erwiederte, daß er der israelitischen Gemeinde volle Genugthuung zu geben wünsche und eifrig die Schuldigen aufsuchen lasten werde. Einstweilen hat er den Mudir von Zavia, der theiltveise für die vorgekommenen Unordnungen verantwortlich ist, seines Amtes entsetzt. Amerika. Ncw-Aork, im October. (Privatmitth). Als in diesem Jahre die General-Versammlung der Union israelitischer Gemeinden Nordamerikas — die Delegirten von über 120 Gemeinden — abgehalten wurde, drückte man tviederholt die Freude aus, daß in dieser Union nicht allein Nord und Süd, Ost und West, sondern auch die Gemeinden aller religiösen Schattirungen vereinigt wären. In der That waren ebenso gut orthodoxe wie reformistische Geineinden vertreten. Die Freude sollte aber nicht lange währen. Gewisse Geister können die Eintracht nur vertragen, wenn sie die Herrschaft führen. Sobald sie sich in der Minorität sehen, liegt ihnen blutwenig an den Interessen der Gesammtheit. Ihre Bemühung geht dahin, sie zu sprengen, um in ihrem Bruchtheil das Scepter zu führen. Co erschien denn auch bald nach jener Generalversaminlung eine Auffordemng an die orthodoxen Gemeinden, um diese zu einer Vereinigung für sich zu bewegen, und nicht ohne Erfolg. Am 12. Aug. traten hier die Delegirten von orthodoxen Gemeinden zusammen, und beschlossen eine besondere „Verwaltung der orthodoxen Gemeinden" zu bilden. 'Nicht ganz 300 Dollars wurden zu diesem Ztvecke gezeichnet. Selbstverständlich kann dies die Union nicht hindern, ihre Ziele zu verfolgen; immerhin aber entzieht es derselben einige Mittel, und stimmt die Gemüther herab, wenn man immer wieder Zwietracht und Hader begegnet, wo die Einigkeit so wünschenswerth, so wohlthatig und so natürlich tväre. 'Nun, die Nachwelt wird selbst den äußersten Reformern das Zeugniß nicht vorenthalten, daß sie um verschiedener religvser Ansichten willen Niemanden zumckgestoßen und das Möglichste nachgegeben haben, um das brüderliche Verhalten in Israel zu eonserviren. Man kann auch ruhig zutvarten; denn nach dem 'Naturgesetz zieht schließlich die große Maste die kleine an sich und nicht das Gegentheil. Mobile, Ala. 30. Octsb. (Berichtigung). Vor einigen Wochen erschien in der Allg. Zeitung des Judenthums eine Correspondenz aus New-Orleans, in der meine Thätigkeit in der letzten Versammlung der gereinigten jüdischen Gemeinden" in einer Weise entstellt wurde, daß mir und meiner Gemeinde, falls-ich die mir zugeschriebenen Aeußerungen gemacht hätte, um meinen Verstand bange werden müßte. Von einer Zeitung gewöhnlichen Schlages mißverstanden zu werden, läßt sich wohl 48*

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