Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1879)
- Date
- 1879-11-11
- Page
- Seite 728 (sequence 8)
- Language
- German
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728 zuerkannt werden soll, welche an dem Unabhängigkeitskriege J gewesen sei. Wir angestammte Israeliten, so lasten sich dieselben Theil genommen haben, wodurch das neue Gesetz die erste vernehmen, haben seit jeher und zu allen Zeiten durch Thatsachen Ausführung erlangt. Nachdem hierauf die Dringlichkeit für bewiesen, daß wir die besten rumänischen Patrioten sind und diesen Antrag beschlosten worden war, zogen sich die Sectioncn häufig opferbereitwilliger gewesen sind, als so manche Rumänen; des Senats zur Verathung zurück. Am Abend wurde die wir hätten daher ein besteres Schicksal verdient und wären einer Sitzung wieder ausgenommen. Es gelangte der Bericht über; besseren Stellung im Staate Rumänien Werth und würdig geben Antrag auf Gewährung der Naturalisation an alle Israeliten, ' Wesen. Gleichviel beugen wir uns ohne ein Wort der Wlderwelche bei der Fahne gedient haben, zur Verlesung, sodann ' rede dem heutigen Gesetze. Wir betrachten diese Regelung der wurde der Antrag ohne Debatte mit 33 gegen 3 Stimmen j Frage eben nicht als eine Lösung der Judenfrage selbst, wie angenommen, 2 Senatoren hatten sich der Abstimmung ent-' man in parlamentarischen Kreisen behauptet. Die eigentliche halten. Die dem Anträge beigefügte Liste umfaßt alle Israeliten, wirkliche Lösung wird kommen und muß kommen, sobald diese welche in dem der ursprünglichen Vorlage der Regierung beij unfete Frage einmal aufgehört haben wird, eine Waffe der gefügt gewesenen Verzeichnisse aufgeführt waren, mit Auspolitischen Parteien im Lande zu sein. Das größte Unglück nähme von zweien. Das gegenwärtige Gesetz befreit die neuen! für uns wäre, wenn der Judenfrage halber irgend eine und Bürger von der Zahlung der 200 ir betragenden Taxe für dasj sei auch die geringste Komplikation vom Auslande her durch Naturalisationsdiplom. Die Teputirtenkammer war heute nicht! unsere eigenen, übereifrigen Glaubensgenossen im Auslande, die beschlußfähig. Seit der Annahnre des Revifionsgesetzes durch! unsere Stellung und unsere Lage nicht zu'erfassen und richtig die Kammer gehen zahlreiche individuelle Gesuche um Natur-1 zu beurtheilen vermögen, provocirt werden würde. Wir alisirung ein. Die hervorragendsten in Rumänien wohnenden' haben zwar diesbezüglich bereits Schritte gethan, allein wir Israeliten sollen die Ersten gewesen sein, welche sich den Ver-! besitzen im Auslande auch Glaubensgenossen, die in ihrem Feuerpflichtungen des neuen Gesetzes unterworfen haben. eifer sich nicht beeinflussen lasten und nicht begreifen wollen. (Dies ist noch abzuwarten, denn die Rumänen tvollen jetzt abwiegeln und Europa ferner täuschen. Redaktion.) Bukarest, 25. Oktober. Fürst Karol hat in einer Botschaft die beiden Kammern höchlichst über das von ihnen angenommene Gesetz belobt. Sonderbar ist folgender Passus, der die Rumänen belobt, daß sie keine Emeutcn gemacht haben. „Die Haltung des rumänischen Volkes, die Reserve, welche sich dasselbe auferlegt hat, das Verständniß, welches es für die delieaten Umstände zeigte, unter welchen die legalen Bedaß sie durch ihr eventuelles Vorgehen uns geradezu in's Unglück stürzen werden." Aehnliche Aeußerungen haben gewisse gefärbte Berichte schon öfter gebracht. Wir legen keinen Werth auf ihre Nichtigkeit. Bonn, 19. Oktober. (Notizen.) Man schreibt aus Flatow unterm 15. Sept.: Am II. d. M. fand die Eintveihung der hiesigen neuerbauten Synagoge statt. Zur Festrathungen stattfandcn, das Vermeiden jeglichen Tumultes, der Predigt war Herr Rabbiner Ur. B am b erg er aus Königsberg die Interessen Rumäniens hätte compronüttiren können, hat' berufen, und hat diese sowohl, wie die ganze Anordnung des wiederum das Vertrauen gerechtfertigt, welches ich in die Klug-! Festes und die Ausstattung des Gotteshauses einen Erfolg heit und politische Voraussicht dieses Landes gefetzt habe.; gehabt, auf den unsere kleine Gemeinde Flatotv, in welcher in Wenn eine Nation unter so überaus schwierigen Umständen j früheren Jahren bedeutende Gelehrte gelebt und gewirkt haben, eine derartige Haltung bewahrt, so braucht sie keine Furcht mit Stolz blicken kann. Der Einweihung ging, wie üblich zu haben; sie kann mit Vertrauen in ihre Zukunft vortvärtsgehen." Die Deputirtenkammer hat alsdann das Gesetz über die der Abschied aus dem alten Gotteshause voran, woselbst der Vorsteher, Herr D. Berliner, ein Urenkel des Rabbi Jesaia Berlin, die Stiftungsurkunde verlas und Herr Dr. Bamberger Naturalisirung der 388 jüdischen Soldaten, jedoch nach Streichung ' herzliche Abschiedsworte anknüpfend an die Worte ITYirin nNH von 5, mit 50 gegen 5 Stimmen angenommen. Der Minister z sprach. Nachdem Musik und Chor Aufstellung genommen, Boerescu hat ein Rundschreiben an die rumänischen auswärtigen' wurden die Thorarollen, getragen vom Rabbiner, den Bor- Agenten gerichtet, das jedoch nur die alten Phrasen wiederholt.■ stehern und Repräsentanten der Gemeinde, unter der aufge- Die „Polit. Corr." läßt sich aus Bukarest vom 24. Oct. „auf! stellten Chuppa im großen Zuge, dem sich die Ehrengäste Grund vielseitiger, bei den competcntsten israelitischen Persönlichj unter ihnen der Vertreter des Prinzen Carl, der Bürgermeister, leiten eingeholter Jnfor,Nationen" über die Auffassung des neuen! Magistrat und Stadtverordnete und Fremde anschlossen, zur Artikels 7 der Verfassung von Seiten der rumänischen Jsneuen Synagoge gebracht. Nachdem die Thorarollen in die rae liten Folgendes schreiben: „Die Koryphäen der hiesigen! äußerst künstlerisch angefertigte und mit einem aus dem Kunstwirklich rumänischen Juden sagen, daß der Eindruck, welchen der atelier von Rosalie Reiter in Breslau hervorgegangenen endlich votirte Entwurf auf sie hervorgebracht habe, ein peinlicher I eleganten Porauches versehene Bundeslade gestellt war, folgte