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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-10-28 · Heft 44 (28.10.1879) · p. Seite 697

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 44 (28.10.1879)
Date
1879-10-28
Page
Seite 697 (sequence 9)
Language
German
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697 Angelegenheit auf ein Einverständnis zwischen diesen Parteien' höheren Lehranstalten in Preußen wie in anderen Ländern berechnen. Nur ein Theil der Freiconservativcn wird auf Seiten sucht, zisfermäßig erwiesen. Sie saßt durchschnittlich siebenmal des ersten Fundamentalsatzes des modernen Staates, der Gleichdas Verhältniß der jüdischen zur Gesammtbevölkerung. Es ist bercchtigung aller Bürger, beharren. Einstweilen kann die dies ein Gegenstand, der unsren Gegnern völlig unverdaulich jüdische Jugend die nöthige Mahnung aus dieser Sachlage ist. Ten einfachen Schluß, daß bei den jüdischen Eltern der selbst ziehen. — Daß ich in £ tigern nicht mehr gesagt habe. Drang, ihren Kindern eine höhere Schulbildung zu verschaffen, als ich verantworten kann, ersieht man aus einer Rede des in besonderem Maße vorherrscht, will man nicht zugestehen. Abgeordneten Cremer in der jüngsten Sitzung des Berliner Alan schiebt daher andere Momente in den Vordergrund, und Centrums-Vereins über die Behandlung der Juden frage, wie dies nöthigt uns, auf den Gegenstand wieder einmal zurücksie gcgentvärtig unter der Führung des Hofpredigers Stöcker! zukommen, da jüngst die statistische Correspondenz sich wieder in Berlin beliebt wird. Redner nieinte, der Centrums-Berein > damit beschäftigt hat. Sie giebt an: könne sich damit begnügen, der antisemitischen Bewegung einen „Es waren unter je 100 Schülern und Vorschülern der neuen Impuls durch die Parole: „Gegen Neu-Jerusalem'." preußischen Gymnasien, Progymnasien, Realschulen 1. und gegeben zu haben. Diese Parole sei indessen nur zur Ver-! 2. Ordnung und höheren Bürgerschulen theidigung gegen den Ruf „gegen Rom'" nothtvendig gewesen. im Sommer-Halbjahr Im klebrigen würden die Katholiken in Preußen nie vergessen. 1868 . 1873 1878 daß sie selbst eine Minorität bildeten und daß sie deshalb sich Evangelische 71,8 73,0 73,6 davor zu hüten hätten, provocativ auszutrcten; deshalb lvürde Katholische 19,5 17,8 16,4 es ungeeignet erscheinen, daß sich der Centrumsverein als Dissidenten 0,04 0,03 0,02 solcher an der Stöcker'schen Agitation gegen die Juden activ Juden 8,7 9,1 10,0 betheilige. Außerdem sei es politisch klüger, eine derartiges während sich die Gesammtbevölkerung im Jahre 1S71 zu Agitation von königlichen Hofpredigern, als von ultramontanen 64,6 Procent aus Evangelischen, zu #3,5 Procent aus Abgeordneten besorgen zu lassen. Wenn aber dereinst die Zeit! Katholischen, zu 1,3 Procent aus Juden, und zu ungefähr kommen sollte, daß zur practischen Behandlung der Judenfrage Procent aus Angehörigen der übrigen Religionsgemeinschaften Männer erforderlich seien, die mit Ausnahmegesetzen, Ber-' zusammensetzte." Trotz dieser Zahlen, die doch wieder genüg, mögensconfiscationen, Landesverweisungen und ähnlichen Maßsprechen, meint die „Stat. Eorr." daß das Religionsbekenntniß regeln genau Bescheid wüßten, so würde sich in den Reihen hierauf gar keinen Einfluß übe, sondern vorzugsweise die sociale der Centrumspariei wohl eine Anzahl von Politikern finden ■ d. i. die materielle Lage, die bei den Juden die bessere wäre, lassen, die das Nöthige nach Analogie der Maigcsetze, Kloster-! Dies würde gerechtfertigt sein, wenn nicht das Berhältniß gesetze, Jesuitengesetze re. in Vorschlag bringen könnten. Bis zwischen der evangelischen und katholischen Bevölkerung das Gegen« es aber so weit sei, könne man die vorbereitenden Arbeiten! theil erwiese, denn wenn bei den Evangelischen das Berhältniß ruhig der „bewährten Hand" des Herrn Stöcker und seiner! statt 04, 73, bei den Katholischen aber statt 33 nur 13 ist, Anhänger überlassen. Die zahlreiche Versammlung gab durch so tvürde nach jener Annah,ne daraus folgen, daß die evangelische lebhaften Beifall ihre Zustimmung zu diesen Ausführungen zu Bevölkerung sehr begütert, die katholische sehr arm sei. Dies erkennen. — 1 ist aber durchaus nicht der Fall und man braucht nur die Es ist dies eine echt jesuitische Aeußerung. Denn wer Rheinprovinz und Westfalen zu kennen, um vollkommen von war es, der diese ganze Strömung provozirt hat, wenn nicht der Haltlosigkeit dieser Behauptung überzeugt zu werden. Bieldie Ultimo,itemen? Wer war es, der erst den Evangelischen, ' mehr bleibt nichts weiter übrig als der Schluß, daß in der einem Stöcker u. s. w. Muth gemacht hat, so vorzugehen? Zu j katholischen Bevölkerung der Trieb nach höherer Schulbildung behaupten, den Impuls gegeben zu haben, und nicht zu pro-; ein so geringer ist, daß er nicht einmal die Hälfte der Eltern voziren, ist eine echte jesuitische Spitzfindigkeit. — Hier werden! anhält, ihre Kinder höhere Lehranstalten besuchen zu lassen, die jetzt die „Statuten der Antisemiten-Liga" zu 50 Pfennigen anj Hälfte, welche nach dem bloßen Procentsatz der Bevölkerung auf geboten. Da dieselben mit keinen Namen unterzeichnet, sondern . sie käme. Doch wir wollen dies hier nicht iveiter verfolgen, nur mit einer Seite „Ouittungen über gezahlte Beiträge" ver- ' Vielmehr haben die Gegner der Juden den obigen günstigen sehen sind, so sieht man, daß es nur auf den Geldbeutel ab-j Umstand dazu benutzt, um die Furcht vor den Juden zu vergesehen ist. Auf die Statuten dieser Farce näher einzugehen, j stärken. Die Juden loürden durch diese höhere Bildung die ist durchaus überflüssig. - oberen Schichten der Gesellschaft überschwemmmen und zur Bonn, 10. October (Privatmitth.) Wir haben wieder- Herrschaft über die Ehristen gelangen. Dazu will man ja holt in diesem Bl. aus den officiellen Tabellen die außer-1 bic Juden als mit einander verschworen darstellen. Welch' ordentliche Stärke, in welcher die israelitische Jugend die! eine Fälschung der öffentlichen Meinung aber hierin liegt, wird - 44

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