Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 43 (21.10.1879)
- Date
- 1879-10-21
- Page
- Seite 682 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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682 jetzt nur die Einrichtung getroffen, daß die Zahl der jüdischen' herabzusehen: jeder ehrliche Erwerb ist ehrenwerth, aber da Schüler in sämmtlichcn Claffen nicht auf zwanzig anwachse, kein Ghetto für die Juden besteht, so ist es nicht erfindlich, da sonst nach dem Gesetze (welches aber gewiß in diesem warum sie sich gerade da zusammenpfropfen und durch den Falle nicht urgirt worden wäre) für dieselben ein besonderer; Jargon rc. kein anmuthiges Bild von Juden und Judenthum Neligionslehrer bestellt werden müffe J). Da jedoch das geben. Die Polizei ist nun eifrig daran, dieses Ghetto gegen Schottengymnasium aus eigenen Mitteln erhalten wird, so! den Willen mancher Juden aufzuheben, wollten die geistlichen Herren diese Last nicht übernehmen,! Zum Schluß noch gewissermaßen'ein locales Ereigniß. wobei vielleicht auch der Moment maßgebend gewesen sein Mit Ausnahme von Bar Mizwas recitirt hier der Vorbeter mag, daß diese geistlichen Herren unter sich bleiben und einem'die Haftora, weil der Aufgerufcne dies manchmal nicht kann, andersgläubigen Neligionslehrer den Zutritt verrammeln wollten. Am letzten Versöhnungstage, an welchem in Folge des Alters Aber selbst, wenn thatsächlich das Schottengymnasium und eines momentanen Unwohlseins des Altmeisters Sulzer überhaupt keine jüdischen Schüler ausnähme, so hätte das eine Stellvertretung desselben eintrcten mußte, las der Präses weiter nichts zu sagen, da in der innern Stadt selbst, abge-^der Gemeinde, Herr Reichsrathsabgeordneter Br. Kuranda als sehen von den andern Bezirken, zwei Staatsgymnasicn bestehen,' Maftir die Haftora. die eben so wenig, wie die Communalschulen, den jüdischen! —. Graf Andrassy hat endlich seine Demission ge- Schülern das geringste Hinderniß in den Weg legen.!nommen und erhalten. Seine Verivaltung ist für uns be- Jch will mit dem Gesagten nicht behaupten, daß es aus zeichnet durch den österreichisch-rumänischen Handelsvertrag, die diesem Gebiete kein nrjVl mehr gebe — kam doch erst jüngst Anerkennung Rumäniens trotz des Berliner Vertrags und die der Fall vor, daß ein Professor an einem hiesigen Staatsvöllige Gleichgültigkeit, mit der er die Entwicklung der rumägymnasium von den jüdischen Schülern, welchen es nach den nischen Judenfrage durch seinen Gesandten behandeln ließ, bestehenden Weisungen des Landcsschulrathes gestattet ist, an ■ —. Bei der denkwürdigen Eröffnung des cisleithanischen den Festtagen und insbsondere am Versöhnungstag, von der; Vollparlaments zeigte sich das vielsprachige Oesterreich in seiner Schule wcgzubleiben, verlangte, daß sie das Pensum kennen, ganzen linguistischen Gliederung. Z. B. bei der Vereidigung welches er am Versöhnungstage mit den christlichen Schülern dar Abgeordneten wurde das Gelöbnis; in deutscher, czechischcr, durchgcnommen hatte. In einem andern Gymnasium'wieder polnischer, italienischer und slovenischer Sprache gesprochen, wirkt seit Jahren ein Jude mit sehr gutem Erfolge als Besonders hebe ich hervor, das; der Abg. Kalir aus dem Suppleant für die classischen Sprachen, und obschon es gerade galizischen Brody (Israelit) deutsch „Ich gelobe!" sagte, der für dieses Fach an Lehrern mangelt, will ihn doch der Di- > Abg. aus dem galizischen Kolomea, der Krakauer Rabbiner rector nicht zum wirklichen Lehrer Vorschlägen, weil der Schreiber (bekanntlich auch Israelit) polnisch „iirzynzekani.“ Suppleant Jude ist. Die Verständigen suchen den Judenhaß Es ist dies gewiß ein charakteristischer Zug, sowohl für die nicht öffentlich zum Ausdruck zu bringen und gilt von ihnen galizischen als auch besonders für die jüdischen Zustände. Von der Satz: ET N\"ii"i n>'r ^TwEn. Im Ganzen und Großen kann man jedoch über die dieöfallsigen Zustände hier nicht klagen. Daß verhältnißmäßig die Zahl der jüdischen Schülerin den Gymnasien und Realschulen sehr groß ist, steht außer Frage, weil eben jüdische Eltern in der Rege! größere Opfer für die Bildung und Erziehung ihrer Kinder bringen, und fragt es sich heutzutage, ob sie in dieser Richtung nicht zu viel des Guten thun; aber es verwehrt Niemand christlichen Eltern, ihre Kinder ebenfalls in die Mittelschulen zu senden. In meiner letzten Correspondenz soll cs statt Baggerhof Lazzenhof heißen. Der alte Lazzcnhof wurde nämlich von Lazius, dem Leibarzt des Kaisers Ferdinand I., erbaut, der für seine Kinder zu JnSbruck einen Juden Lazarus zunr Leibder Einheit in der Politik bei den Juden kann gewiß nicht die Rede sein. Bt'vdl), 8. October. Am 16. d. M. findet hier die 20jährige Gründungsfeier der deutsch-jüdischen Volksschule statt, zu welcher der Statthalter Graf Potocki sein Erscheinen zugcsagt hat. Die Verwaltung dieser Schulanstalt steht unter der Eontrole einer Eommission, deren Präses der Neichsraths- Abgeordnete Ritter v. Kallir ist. Derselbe wird sich dieser Tage ebenfalls nach Brody begeben, um der Schulfeier beizulvohnen. Belgien. Brüssel, 7. October. (Privatmitth.) In der gestrigen arzte Hatte (vergl. G. Wolf, Geschichte der Juden in Wien), öffentlichen Sitzung des Gemeinderaths von Brüssel berichtete Der Lazzenhof befindet sich in der Judengasse, die jetzt: der Schöffe Auls über den Zustand der Schulen in Folge der eine sehr erfreuliche Metamorphose erlebt. Es fällt mir j Anwendung des neuen Unterrichtsgesctzes. Er begann mit wahrlich nicht ein, auf Den, der mit alten Hofen handelt, folgenden Worten: „Das evangelische Eonsistorium und das israelitische Eonsistorium haben, ohne abzuwarten, daß ihre 1) Mehr war auch nicht behauptet worden. Redaction. Schulen von der Stadt übernommen würden, uns freiwillig