Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 42 (14.10.1879)
- Date
- 1879-10-14
- Page
- Seite 667 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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B 667 zersprang beim Scheibenschießen das Gewehr und verwundete' bis spätestens 15). October d. I. schriftlich bei mir anzumelden, mehrere Araber, wodurch eine momentane Aufregung hervor- Iw. Schulz. — Man schreibt aus Wien vom 23. September: gebracht wurde. — Zu Nosch Haschana schenkte Gust. v. Roth- Heute Morgens ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der schild der jüdischen Gemeinde von Paris 40,000 Francs. '■ Wiener Finanzwelt aus dem Leben geschieden: Herr Gustav! Ritter v. Epstein, welcher nach schmerzvoller Krankheit sein viel- ™ r c bctvegtes Dasein geschlossen hat. Epstein kam aus Böhmen 0U > nach Wien, wo er das von seinem Later'ererbte große Ver- 'Brody, 1. October. Ueber den schon gemeldeten Vorfall. mögen durch Fleiß und Geschick bald zu vermehren wußte, haben wir jetzt folgendes Nähere mitzutheilen Eine Anzahl Man schätzte sein Vermögen auf mehr als zehn Millionen, österreichischer Geschäftsleute aus Galizien, welche seit Jahren! Sein Haus stand im höchsten Ansehen;' er gebot über reichen in den russischen Grenzorten Nadzilvilotv, Alexince und Pogajew j Grundbesitz und besaß unter Anderem ein prächtig eingerichtetes unbeanstandet gelebt haben, erhielt, wie der „Presse" berichtet( Palais nächst der Bellaria in Wien und eine vielbewunderte wird, vor Kurzem von der russischen Polizeibehörde die ge-^ Villa in Baden bei Wien. Während der verhängnißvollen messene Weisung, Rußland zu verlassen. Die Betroffenen' Maiwoche des Jahres 1673 machte Epstein eine Reise nach wissen keinen andern Grund hierfür anzugeben als den, das;! Italien; als er heimkehrte war er ein ruinirter Mann, und sie sich zu>n jüdischen Glauben bekennen; für die russische! aus dem Millionär war er ein ariner Bürger geworden, der Behörde aber soll dem Vernehmen nach eine ältere gesetzliche um sein Leben zu kämpfen hatte. Herr Epstein erfüllte nobler- Bestimmung maßgebend gewesen sein, wonach es den Juden weise alle Engagements, die während seiner Abwesenheit zu untersagt ist, sich innerhalb eines Ravons von 5>0 Werst längs seinen Lasten abgeschlossen worden waren; es wäre ihm ein der Grenze anzusiedeln. Seltsamerweise jedoch galt dieser, Leichtes gewesen, bei minder untadeliger Gesinnung einen großen Ausweisungsbefehl nur ihnen, nicht auch ihren russischen Glaubensbrüdern, tvährend die österreichischen Juden in Nußland auf Grund unseres Handelsvertrages vom Jahre 1860 heil seines Vermögens zu retten. Er zog es jedoch vor, den letzten Heller zu opfern und die Ehre zu retten, so das; er aus der Krise als ein Mann hervorging, der das sprechendste Bild unzweifelhaft beanspruchen können, mindestens nicht schlechter! der traurigen finanziellen Umwälzung bot, der aber zugleich seinen reinen Namen unversehrt zu erhalten getvußt hatte. Nach wie vor genoß Epstein, der ein Besitzthum nach dem behandelt zu tverden, als die russischen Unterthancn israelitischer Eonfession. Eine bei der k. und k. Botschaft in Petersburg angebrachte Beschwerde der Ausgewiesenen blieb erfolglos und die Brodver Handelskammer wendete sich nunmehr an das österreichische Handelsministerium mit der dringenden Bitt< andern in fremde Hände wandern sah, in der Wiener Gesellschaft das hohe Ansehen, welches man diesem Manne von seltener Eharakterfestigkeit seit jeher gezollt hatte. Er gehörte daß den in ihrer Eristenz bedrohten Geschäftsleuten zu ihrem zu den gebildetsten Finanzmännern der Stadt und hat in guten Zeiten besonders für die bildende Kunst sich als thatkräftiger vertragsmäßigen Rechte verholfen .tverden möge. Hoffentlich führt dieser Schritt zu einer genauen und raschen Erhebung des Sachverhalts und zum Widerrufe der gehässigen Polzei Maßregel, tvelche - wenn sich die Dinge tvirklich so verhalten, wie die Beschwerdeführer behaupten — von der russischen Regierung unmöglich definitiv gutgeheißen werden kann. Bonn, 26. September. «Notizen.) In einer Frank- Gönner erwiesen. Zuletzt litt er an einer Kehlkvpfkrankheit und überstand glücklich eine schwere Operation, ohne vollständig zu genesen. Seine markante, hochaufgeschossene Gestalt mit den blassen Zügen und dem englisch gepflegten Barte hatte für den ersten Anblick nichts Einnehmendes; im näheren Umgänge jedoch getvann Epstein durch seinen regen Geist und die Herzensgüte, die sich all in seinem Thun und Lassen aussprach. Epstein furter Zeitung finden wir nachstehende Ausschreibung: Der bekleidete zuletzt die Stelle eines Börsenrathes und eines Ververstorbene Herr Adolph Freiherr von Reinach hat in seinem Testamente Folgendes verfügt: u) Jede private oder gemeindliche milde israelitische Stiftung in Frankfurt erhält ein Kapital- Vermächtnis; von 300 fl., ausgenommen diejenigen Stiftungen, welche das Studium des Talmuds bezivecken; 1») jede öffentliche oder private christliche oder aconsessionelle Stiftung in Frankfurt, welche bei meinem Ableben die Israeliten als gleichberechtigt für die Zwecke der Stiftung erkannt und zuläßt, erhält walumgsrathes der Westbahn; er ist in seiner Wohnung, Eschenbachgasfe Nr. I I gestorben. In der ersten allgemeinen Sitzung der diesjährigen Versammlung deutscher Naturforscher zu Baden-Baden nahin die erste Stelle der Vorträge eine Gedächtnißrede des Professors Kußmaul in Straßburg auf den verstorben Präsidenten der vorjährigen "Naturforscher - Versammlung, I)i-. Bernhard Stilling in Kassel, ein, der, obschon er keinen Lehrstuhl innehalte, doch sich um die Naturwissenciit Kapital-Vermächtnis; von 300 fl. Im Aufträge der Erben-schast, speciell um die Phvfiologie bedeutende Verdienste erwarb, richte ich an alle Stiftungen und Vereine, welchen das Rechts Vom Rhein, 2:,. August. (Literarische Notizen.) auf Bezug dieses Legats zusieht, die Aufforderung, den Anspruch, Das rühmlich bekannte „Handbuch der Israelitischen Geschichte