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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-09-16 · Heft 38 (16.9.1879) · p. Seite 601

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 38 (16.9.1879)
Date
1879-09-16
Page
Seite 601 (sequence 9)
Language
German
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601 eine desgl. T und zwei solche 2"r, ]*>*; sogar die messingene "",152 war nicht verschmäht worden. Der znpn jr.K war angebohrt; da diese Arbeit den Dieben jedoch zu zeitraubend erschien, so zogen sie es vor, denselben zu erbrechen. Ja, sogar der ]r£w zeigt Spuren der Verstümmelung. Der Shnagogendiener begicbt sich sogleich zu unserm Rabbiner, Herrn 0r. Lcvi. Dieser eilt herbei. Wer aber beschreibt seinen Schrecken, als er beim Oefsnen des w*~pn jV.8 wahrnimmt, daß die frevelhafte Hand sich nicht cntblödet bat, auch die "Tin ^122 zu berauben. Zwar haben die Diebe diese selbst nicht zu verstümmeln gewagt, aber die vier schönsten Mäntelchen von rolhem Sammet und goldgestickter Inschrift hatten sie geraubt. Nachdem nun die .".Tn '2 wieder in Ordnung gebracht worden waren, wurde von dem Vorfall 'Anzeige gemacht und die hiesige Polizei (sehr Wohl vrganistrt und ausgezeichnet geführt) zum Aufsinden der Frevler in Bewegung gesetzt. Schon am "Nachmittag desselben Tages - Freitag — waren die Hebelthäter dingfest gemacht und die geraubten Gegenstände, gerichtlich eingebracht. Die Ehefrau des einen Diebes hatte die Sache selbst zur Anzeige gebracht, und so erwartet denn die Diebe eine nicht geringe Strafe, zumal man ihnen auch , noch einen celatanten Kirchenraub in V. zuschreibt, der damals die Polizei stark beschäftigLe, drWA Thäter bis heute aber noch nicht ermittelt werden konnten. Man kann sich lebhaft denke», das; dieser Vorgang gei eignet war, alle Gemächer in Schrecken und Aufregung zu versetzen. Am Samstag sprach unser Rabbiner mit gewohnter Beredtsamkeit über den Vorgang, dessen Folgen durch die glückliche Fügung bald überwunden sein werden. Leipzig, 4. Sept. Der Ausschuß des Gemeindebundes! theilt durch Circular Folgendes mit: „Es gereicht uns zmn Vergnügen, Ihnen die Mittbeilrmg zu machen, das; als Resultat unserer Verhandlungen mit Herr» Geh. Evmmerzienrath Mendelssohn in Berlin eine Stiftung, deren Details noch vorbehalten sind, znm Zwecke der Erwerbung des ")Noses "Nlendels-! sohn-Geburtshauses in Tcisau und Bcsriuuming desselben znni! Aufenthalt für einige würdige bejahrte Männer gesichert ist." (Was uns an dieser Miltheilung auffällt, ist, das; hier von „einigen würdigen Männern" gesprochen wird, während früher > die Absicht kundgegeben wurde, das Haus zu einem Asyl für' hülfsbedürstige bejahrte jüdische Gelehrte zu machen. Sollte' diese letztere Bestimmung in WegsaÄ kvrnmcn, so würde der! Sache das allgemeine Internste schien, z > Erfurt, Äl. Attg. lPkivatW^Ld-, verspätet.» Am d. M. fand hier die feierliche Einführung des neugewählten Rabbiners j J)r. Caro in sein Amt statt. In festlich geschmückter Synagoge: hielten die Vertreter des Vorstandes und der Repräsentanten,; die Herren Kaufmann Z. Samxa rmd Hofagent F. Unger, | Anreden, woraus der Rabbiner erwiederte. — Auf Anregung des Vorstandes findet am 6. Sept. gelegentlich des 1 'jährigen Geburtstages des frommen Weisen eine Mendelssohnfeier statt. Feierlicher Gottesdienst mit Predigt am Vormittag und ein Festessen am Abend bilden das Programm. — Im Keller der Lorenzschule — eines über <><><) Jahre alten Gebäudes — wurde, wie schon früher an anderen Stellen, ein jüdischer Grabstein gesunden. Aus der schönen Mazetva ist der "Name der Verstorbenen Miuta bat Nabi Jebuda und der Todestag 6 Tisbri deutlich zu lesen, die entscheidende Stelle mit der Jahreszahl aber ist abgebrochen: trotzt sofort angestellter Nachsuchung ist es nicht gelungen, das sicherlich schon sehr lange abgebrochene Stück aufzusinden. In dem tollen Jahr der Erfurter Judenverfolgungen sind die Friedhöfe rasirt und die Mazcwas zu Bausteinen verwendet worden: auch bei Riederlcgung der Festungsthore sind jüdische Grabsteine gesunden tvorden. — Auf Verwendung des Rabbiners hat der Evmmandeur ders Division General-Lieutenant von Rothmaler Befehl gegeben, das; den Soldaten jüdischen Glaubens während des Manövers am IS. und 27. Sept. Gelegenheit gegeben werde, dem Gottesdienste von Glaubensgenossen beizuwohnen: ferner sind von demselben humanen Eommandeur Anweisiingen ertheilt worden, nach welchen den jüdischen Soldaten der Erfurter Garnison der regelmäßige Besuch des Gottesdienstes an den Sabathen, an welchen die Monatsweihe stattfindet, ermöglicht und empfohlen ivird. Frankreich. Paris, 4. Sept. Die Proselytemnacherei, die in den öffentlichen Hospitälern seitens der Geistlichen und barmherzigen Schwestern oft zu großer Beängstigung der Kranken und Sterbenden getrieben wurde, hat den Seine-Präfeeten zum Erlaß folgender Bestimmungen veranlaßt: „Bis jetzt hatten, wenn ein Kranker in das Hospital kam, der katholische Priester, der protestantische Pastor, oder der Rabbiner, je nach der Religion des Kranken, das Recht, ihn zu besuchen, ihn zu sehen und die Lehren seiner Religion an ihn zu richten. Zukünftig wird der Kranke bei seinem Eintritt gehalten sein, zu erklären, ob er während seines Aufenthalts die Hülse seiner Religion zu haben wünsche. Verneint er dies, so hat der Priester, der Pastor oder der Rabbiner nicht mehr das Recht sich ihm zu nähern. Wünscht der Kranke dies später, so hat er solches vor Zeugen zu erklären, z. B. vor den; Tirector und dem Oekonomen der Anstalt. Der Direetor hat alsdann die Autorisation zu geben, woraus der Priester zu ihm kommen darf." — In Perpignan hatten mehrere protestantische und israelitische Einwohner an die Munieipalbehörde Gesuche gerichtet, daß — dem noch bestehenden Gesetze gemäß — auf dem neuen Friedhofe der protestantischen und der israelitischen 36

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