Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 37 (9.9.1879)
- Date
- 1879-09-09
- Page
- Seite 583 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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583 sich nicht „noch mehr Wundern" oder noch „gerechteres Mißtrauen" hegen muß, bemerke ich jedoch, daß ich schon vor Erscheinen seiner Recension diese Eidesformel in D. fand (cf. S. 92 und 147 meiner Schrift). Daß ich.die „Geschichte der Juden im Thurgau" (Monatsschr. 18*»;;> mit Stillschweigen! übergangen, hat seinen Grund in den gleichen Erwägungen,! die ich oben bezüglich jener in Schafshausen ausgestellt habe, j Ich versichere auch den Herrn Necensenten, daß ich Professor I Levy's Berichtigung in Geiger's Zeitschrift hinsichtlich Inter-! pretation der Ulmer Grabschriften nicht gekannt habe und erst | jetzt hierauf aufmerksam gemacht wurde. Nachdem ich dieselbe' gelesen, gestatte ich mir aber dennoch die Frage, ob mein! Versuch zur Erklärung des Namens 'ckz (S. 111) nicht mehr j Wahrscheinlichkeit für sich hat, als Professor Levy's Interpretation (Geiger 111. 222). Die Berichtigung zu Brüll'S Jahrbuch, welches mir nur einige Tage zur Verfügung stand, beruht, wie Recensent richtig bemerkt, auf Jrrthum. Ich bedaure dieses sehr; Zeitmangel und Arbeitüberhäufung mögen mir zur Entschuldigung dienen. Wenn übrigens Herr I)r. Kavserling sagt, ich hätte Brüll „corrigirr" und durch die prägnante Hervorhebung des letztem Wortes der Deutung Raum giebt, als ob ich an der betr. Stelle dieses Ausdrucks mich bedient hätte, so möchte ich mich hiergegen verwahren. Dieses Wort wird im ganzen Passus, wo Brüll's Jahrbuch erwähnt ist, von mir nicht gebraucht. Or. Löwenstein. XiretluiujAit < Deutschland. Berlin, 20. August. (Privatmitth.) Am Montag starb hier fern von seinem Wirkungskreise Or. Martin Schönflies, Professor an der Gewerbe-Academie in Riga, gebürtig aus Landsberg a. d. Warthe. Der Verstorbene, erst 3!) Jahre alt, hatte durch seltenen Fleiß und durch ausgezeichnete Begabung sich früh zu einer Autorität im Maschinenbaufache und den bezüglichen Naturwissenschaften erhoben, und seine Zukunft versprach eine in wissenschaftlicher Beziehung glänzende zu werden. In seinem Riga'er Wirkungskreise war er ein beliebter Lehrer, der die Jugend für "ihr Fach zu begeistern verstand, ein Vorkämpfer des deutschen Geistes, dem alles Streben für Bildung und Kunst interessant und förderungswürdig war. Sein Andenken wird lange unvergessen sein! Der Verstorbene war, bevor er nach Riga berufen worden, Lehrer an den polytechnischen Schulen zu Potsdam und Elberfeld. —. In Beziehung auf die Mittheilung, daß für die erforderliche g e m e i n s ch a f t l i ch c Sitzung des M a g i st r a t s und der S1 a d 1 v e r o rd n e t e n -V e r sa m m lung zur Neuwahl der Mitglieder des Bezirks-Verwaltungsgerichts der 18. September in Aussicht genommen worden sei, wird darauf aufmerksam gemacht, das; an diesem Tage einer der höchsten jüdischen Feiertage, das Neujahrsfest, ist. Bei der nicht unbedeutenden Zahl der Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung jüdischer Religion findet schon seit Jahren, wie bekannt, an jüdischen Feiertagen keine Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung statt und es ist deshalb um so weniger anzunehmen, daß der Magistrat diese wichtige gemeinschaftliche Sitzung endgültig auf den 18. September anberaumen wird,! als auch unter den Mitgliedern des Magistrats mehrere jüdischer Religion sind. ' <xcla£LC&teu/. Breslütt, 29. August. (Gegenbemerkung.) Zur näheren Begründung der Angaben in Nr. 28 d. Bl. (Bericht über die Generalversammlung unseres Vereins) hat der Vorstand des „Vereins israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen" gegenüber den Auslassungen der Verwaltung der „Achawa" in Nr. 3n Folgendes zu constatiren: Am 9. November 1874 wurde zwischen dem Vorstande des deutsch-jüdischen Lehrervereins und dein Verwaltungsmiiglicde der „Achawa", Herrn I. Klingen st ein in Ober-Ingelheim einerseits und der seit 1853 Allerhöchst eoneessionirten „Allgemeinen Eisenbalm-Versicherungs-Gesellschast in Berlin", welche seit I. Juli I8<ö „Victoria zu Berlin" firmirt, vertreten durch den Generalagenten G. Schmitt in Darmstadt andererseits, im Interesse der Mitglieder des deutsch-jüdischen Lehrervereins und der Achawa ein Vertrag geschlossen, der bis auf unwesentliche Abweichungen mit dem unferm Verein proponirten übereinstimrnt. Der Vertrag mit der Achawa erhielt am 13. November 187-1 die Bestätigung der Direction. In Nr. 3 der „Jüdischen Volkszeitung" vom Jahre 1875 theilte Herr Klingenstein den re. Mitgliedern durch ein Inserat den Abschluß des Vertrags mit. Gleichzeitig wurde der Wortlaut des Vertrages, begleitet von einen, Rundschreiben des Herrn Klingcnstein, an die Mitglieder des genannten Vereins versandt. Das Material zu der erwähnten Angelegenheit befindet sich bei unseren Acten. 0r. Brann. Wir glauben, daß hiermit das Mißverständniß über diese an sich indifferente Angelegenheit behoben sein wird. Die Redaction. Angenrod (Hesien), 20. August. Wir haben bereits einmal über die in Angenrod vorhandenen Schulverhältnisse und! den Streit, der deshalb in der Bürgerschaft bestehen soll, berichtet. Vor uns liegt jetzt ein Bericht im „Mecklenburgischen ' Kirchen- und Zeitblatt" Nr. 16, der jedenfalls für unsre Zeit