Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1879)
- Date
- 1879-09-02
- Page
- Seite 563 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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563 Versuche, dem Fürsten Bismarck ihre Ideen zu insinuiren, höchst unglücklich. Sie wird es auch diesmal sein. Wenn sie ihm vorgeigt, der Culturkampf sei nur ein Werk der Juden gewesen, so weiß doch Niemand besser als der Fürst, daß dies eine völlig falsche Melodie auf einem sehr kratzigen Instrumente ist! Wie sollte er nicht den Werth solcher Phrasen zu würdigen wissen, wie das Jesuitenblatt sie jetzt dreht. Aber auch das deutsche Volk in seiner Mehrheit läßt sich von-den ultramontanen Federn weder kirren noch leiten, und so wird alles Geschrei dieser Partei nur einen vorübergehenden Eindruck machen. Jndeß dürfen wir nicht aufhören, wachsam zu sein. tionalitäten betrafen, welche unter den erwähnten Landstreichern sich befanden. Kogalniceano ersucht Herm Boerescu, seine Agenten in den auswärtigen Haupstädlen dahin zu instruiren, daß sie diese Thatsachen den Regierungen miltheilen, bei welchen sie beglaubigt sind, und denselben gleichzeitig die Versicherung geben, die rumänische Negierung werde nichts unterlassen, um Allen gleiche Rechte zu sichern, wie sie andererseits das Recht beanspruche, die in Kraft bestehenden Gesetze des Fttrstenthums zur Ausübung zu bringen. Kogalniceano ist freilich der Mann nicht, dem mau solche Dinge ohne Weiteres glaubt. Vielmehr ist dieses Verfahren nur eine Illustration zu dem, was man in Rumänien für die Gleichstellung zu erwarten hat! Der Mampf in Rumänien. VII. Das Interesse dreht sich gegenwärtig um die Erfolge, welche der Minister Boerescu auf seiner Rundreise erreichen werde. Die Nachrichten hierüber lauten bis jetzt ividersprechend. Aus Bukarest vom 10. August schreibt man der „N. fr. Pr.": „Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, mußte Herr Boerescu schon in Wien bei dem für Rumänien sehr wohlwollend gesinnten Grafen Andrassy die Erfahrung machen, daß dasjenige, was er in seinem jüngsten Rundschreiben für eine Emancipation der Israeliten ausgiebt, selbst von der Wiener Negierung nicht als eine Emancipation, sondern als — gar nichts erachtet wird. In Berlin und Paris wird es der Veredtsamkeit des Herrn Boerescu kaum besser gelingen, dem Artikel 44 des Berliner Vertrages eine andere Bedeutung als die seines Wortlautes beizulegen." Das 25jäljrige Jubiläum des jüdisch-theologischen Seminars zu Rreslau. Am 10. August feierte, wie wir bereits gemeldet, das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau sein 2;">jähriges Bei stehen. So wenig tvir in einigen wesentlichen Punkten mit : der Organisation dieser Lehranstalt und mit der Eigenart! übereinstimmen, welche ihr in nachhaltiger' Weise ihr erster! Director ausgeprägt hat: so sind wir doch unbefangen genug, j um den Werth und. das Verdienst des Seminars im vollen -Maße zu würdigen. Um so eher gehen wir hier über diese Differenzpunkte hinweg und wünschen der Gesammtheit des ' Judenthums Glück zu dem dauernden Bestände einer solchen; Pflanzstätte des jüdischen Wissens und des theologischen Wirkens. Aus der Idee einer unabhängigen jüdisch-theologischen Facultät hervorgegangen, hatte das Seminar das Glück, aus Dagegen ,neidet man unter dem 13. demselben Blatte/der bedeutenden Hinterlassenschaft eines Privatmannes, des daß Boerescu Berichte dorthin gelangen ließ, welche den Er-^ommerzicnraths Jonas Frankel, eine liberale .finanzielle folg seiner Rundreise, mithin die Erledigung der I u d e n-, Grundlage zu erhalten, und wurde auf diesem Boden zu einer frage im Sinne seines Rundschreibens außer Frage stellen, in sich beruhenden und abgeschlossenen Stiftung. Unter der Auch anderen Blättern schreibt man von Compromisscn, Leitung und Wirksamkeit des eminenten Zacharias Frankel welchen der französische Minister günstig gestimmt sei. Wir j erhielt es bald einen zahlreichen Schülerkreis. Neben ihm müssen abwartcn, tvas von allen diesen Nachrichten als wahrj entstand später die Hochschule für die Wissenschaft des Judcnsich betveisen wird. i thums, sowie das orthodoxe Rabbincrseminar zu Berlin und Dem rumänischen Minister des Aeußern, Herrn Boerescu, die rabbinische Lehranstalt zu Pest. Schließt sich die letztere der sich bekanntlich auf einer Rundreise zu den europäischen.mehr nn das Breslauer Seminar an, so bedeuten die beiden Höfen befindet, hat dessen College Kogalniceano eim/ ersteren verschiedene Richtungen, was im Interesse der Ge- 'officielle Mittheilung nachgesendet, in welcher er die Anklage sammtheit und damit jeder Einseitigkeit innerhalb dieser Norwegen massenhafter Ausweisung von Israeliten aus' gebeugt werde, nur willkonunm sein muß. Zu dem Jubiläum Rumänien zurückwcist. Kogalniceano erklärt, daß von je wurde eine Festschrift: „Das jüdisch-theologische Seminar 100,000 Personen weniger als 100 gemäß den Landcsgesetzcn Fränkel'sche Stiftung zu Breslau" ausgcgcben. Sie enthält über Landstreicherei ans Rumänien abgeschafft wurden. Der „Geschichtliches, Statistisches und Beilagen". Das Seminar Minister führt die Berichte der Districtspräsecten an, um darhat das eigenthümliche Schicksal, gerade sein 25ijähriges Juzuthun, daß die Ausweisungen sich nicht allein auf Juden biläum ohne Director, der nach der Organisation die eigentbeschränktcn^ sondern auch Rumänen und Leute anderer Naliche Leitung des Ganzen zu tragen hat, feiern zu müssen. \