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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-08-26 · Heft 35 (26.8.1879) · p. Seite 550

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 35 (26.8.1879)
Date
1879-08-26
Page
Seite 550 (sequence 6)
Language
German
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550 Costüme beziehen, baß der Decornteur, der Ihr Heim so be-1 drückend Er polemisirt gegen den ,Codex Mosis^ und weiß haglich ausgcstattet — daß alle diese Herren „Juden" sind, j nicht, daß auf ihm jede Staatsgcsetzgebung und alle Eivilisation Jetzt erst und fast unwillkürlich fallt Ihnen auf, daß diejenigen,! beruht. Er nennt die Bibel Phantasie- und herzlos und weiß in deren glänzenden Gesellschaften Sie sich am besten vergnügt,^ nicht, daß ihre Worte der erhabenste Ausdruck des Göttlichen ebenfalls Juden sind. Sie haben bei den Juden Ihres Bej im Menschen sind. Er behauptet, der Jehova des alten kanntenkreises niemals jene „Herausforderung und Demonstration" i Testamentes anerkannte die Existenz anderer Götter, und er wahrgenommen, von der Herr Marr erzählt. Sie haben selten! weiß, nicht, daß dieser Begriff der unzweifelhafteste Ausdruck einen jüdischen Bettler, noch seltener — fast nie — einen des strengsten Monotheismus ist." Sailer tvirft dann einen jüdischen Trunkenbold gesehen. Sie haben — mit Herrn Marr geschichtlichen Blick auf die .judenfeindliche Literatur, die mit — die Beobachtung gemacht, daß der Jude unter seines Gleichen! Wülfer, Wagenseil und Eisenmenger beginnt, und meint schließganz vortreffliche Eigenschafton hat." j lich, daß cs fraglich ist, ob in einem „ehrabschneidcrischenMachwerk „Aber Sie haben dies „unter seines Gleichen" bisher auf i der Gegenwart" nicht die größere Unmoralität als in den Inden- Christen von gleicher Lebensstellung bezogen, und da Sie Ihre! Verfolgungen der Vergangenheit enthalten sei. Schön ist hier gesellschaftlichen Beziehungen bisher nicht geändert, Ihre! folgende Stelle: Lieferanten nicht gewechselt, da Ihr Herr Gemahl seinen politischen! „Deutsch ist der Colleetivnaine für jene Menge Volker- Standpunkt nicht verschoben, so scheint doch die bisherige Wahl I stamme, die vielleicht einst im Sanskritlande ihren gemeinschaftwohl befriedigt zu haben."! lichen Urspnmg hatten, die noch zu unserer Gedenkzeit sich auf Aber die Dame hat nach der Lccturc der beiden Marr'schen > ihr Schivabenunb Frankenthum, ihr Chatten- und Sachsen- Pamphlete doch einige „Furcht" bekommen, und wendet sich | thum nicht wenig zu Gute thäten, hellte jedoch nur Deutsche, an den Verfasser um Aufklärung. Zuilächst ironisirt dieser über i und nichts als Deutsche sein wollell. -- Ist der Jude deshalb die Selbstverherrlichung Marr's, der sich „den befähigtesten : weniger deutsch, weil er den Ursprung seines Stammes mit Publicisten" nennt, da doch Niemand Herrn Marr und seine! größerer Sicherheit als jene auf die Wiege der Civilisation, Werke kennt. Dann wirft er einige Streiflichter auf die! auf den Orient zurückführen kann? Ist er weniger deutsch, weil Persönlichkeit Marr's. Er sagt: „Die Verjudung hat Herrn j er mit jener Zähigkeit an mancher Aeußerlichkeit hängt wie Marr — nach seiner Ansicht wenigstens — fast Alles geraubt. die Altenburgerin am kurzen Kleid oder der hessische Bauer Wenn Max seine Lection nicht gelernt hat, so bat nicht ettva j am rothen Nock?" seine Faulheit daran Schuld, sondern . . . Moritz. Wir kemlen - „Die deutsche Nation darf llicht llach den Ausschreitungen ja alle diese Schulbanklogik aus unserer Änabenzeit. Die Vcrj ihres Gesindels bcurlheilt werden und die besten im Reich judung hat Herrn Marr „brodlos und mundtod" gemacht, die , haben stets den Inden das Wort geredet. Deutsche Kaiser Verjudung hat Herrn Marr aus einem Democraten von 1>>1tt!und Könige straften den vornehlrlell und den geringen Pöbel, zu einem Vorkälnpser gegen die Emancipation der Schwarzen: der sich an Juden vergriff. Die Erzbischöfe von Cöln und in Amerika gemacht, die Berjndnng trägt auch die Schuld! Trier tvaren dem sechsten Heinrich nicht zu hochstehend, nicht daß sein Plan, „mit ärmeren deutschen Lalldeskindern einen das; er sie nicht büßen ließ für ihren Frevel gegen Export nach den amerikanischen Südftaaten zu betreiben", 2uden. In keinem deutschen Dichtwerk begegnet uns die Gestalt scheiterte, und nicht etwa die Entrüstung der amerikanischen; c”lc‘5 Shvlock, aber echt deutsch und aus echt deutscher An- Sclavenzüchter über diesen sauberen Antrag." i schauung entsprungen ist die Figur des Nathan. Seit es in Klingt dies nicht sehr erbaulich? Von da ab warf sich; Deutschland politische Parteien giebt, kämpfen die Juden in Marr nicht etwa aus ernste Arbeit, sondern auf Pamphlete'^"" vordersten Reihen für das Gedeihen des Vaterlandes und gegen die Juden. — Der Vers, ergeht sich nun in einem Rück- \ dort harren und weilen trotz Eisenmenger und Marr!" blick auf die Geschichte des Jndenthums und des Christenthums! Nicht minder schön spricht der Verfasser über Mendelsvoin unparteiischen Standpunkte, und schließt da: „Bon Welt-! ^hn u,ld Spinoza, und tvendet sich dann zur Widerlegung der tbeil zu Welttheil, von Land zu Land, immer der ausgehenden Verleumdung, zuerst hinsichtlich der jüdischen Publi- Cultur nach zog das Judcnchum." Schlagend weist er nach,: cisten7 dan,l der jüdischen Wucherer, wo es dein Verfasser gelingt, daß Marr in seiner Pok«nr'k auf die Unkenntnis; der Bibel, die rechte Beleuchtung ans alle die dunklen Schatten zu bringen, wie sie in den gebildeten Kreisen herrscht, speculirt, selbst freiwelche man sich in Deutschland so eifrig bemüht, über die lich ohne alle Kenntniß der Bibel. i Juden zu breiten. Indem er hierauf über das Finanzwesen „Er wirft Arbeitsscheu vor und kennt das biblische Gebot spricht, wollen wir einige Sätze von ihnr airführen. nicht: ,Sechs Tage sollst du arbeiten/ Er spricht von gesetz-; „Ich muß des Ferneren constatiren, daß im Finanzwesen lich vorgeschriebcncr Feindschaft gegen alle Richtjuden, und weiß das Jndenthum durchaus nicht die große Rolle spielt, die nicht, daß das Gebot ImM: sollst den Fremden nicht Herr Marr demselben imputirt. Die großen Banken, die

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