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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-07-08 · Heft 28 (8.7.1879) · p. Seite 445

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 28 (8.7.1879)
Date
1879-07-08
Page
Seite 445 (sequence 13)
Language
German
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445 sprünglichen tatarischen Typus wesentlich modificirt und daraus sei die jetzige Misch-Race entstanden.. (Entsetzen bei sämmtlichen anwesenden „Abkommen der alten Römer") .,. . .... Nach diesem Speech des Profesior Virchow öffnete sich die Thür und es traten die hübschen Töchter des Dr. G. ein, die dem Gast zu Ehren ein rumänisches Nationalcostüm angezogen hatten und schmuck genug in demselben aussahen. Aber selbst bei ihrem Anblick war Prof. Virchow ungalant genug, nichts zu sehen, als gewisse intereffante Verzierungen an ihrem Nationalcostüm und zu erklären, das der letzte ettvaige Zweifel in ihm gehoben sei, da er diese eigenthümlichen Verzierungen an dem Nationalcostüm sähe, die durchaus tatarischen Ursprungs seien. Man kann sich denken, daß die Begeisterung für den deutschen Profesior bei den Abkömmlingen des Volkes Brutus, Cäsars, Marc Antonius und Augustus sich seitdem etwas gelegt hat. Die Rumänen gehen soweit, zu behaupten, daß Profesior Virchow doch eigentlich nicht als eine Autorität auf dem Gebiete der Schädelsorschungen anzuerkennen sei. . . . Und wenn er wieder nach Bukarest kommt, wird man ihm zu Ehren gewiß nicht zürn zweiten Mal ein Diner veranstalten. Der jetzige Schach el-Gümi. Es ist immerhin eine merkwürdige geschichtliche Erscheinung, wie oft die einflußreichsten und die bedeutendsten Geistesgaben erfordernden Stellungen von Juden eingenommen werden, welche selbst oder deren Väter ihre Religion verlassen haben, um Carriöre zu machen. Wenn diese auch nicht Zeugniß für die Religion des Judenthums ablegen, so doch immerhin für die Geisteskraft der Juden, des jüdischen Stammes, der seit so vielen Jahrhunderten der Menschheit edle Schößlinge abgegeben bat, ohne selbst darunter zu leiden. Ein Beispiel bringt uns Ebers in „Aegypten in Wort und Bild", B. II. S. 85. Das stärkste Bollwerk des islamitischen Geistes und der islamitischen Wisienschaft ist die Universität El-Azhar zu Kairo, die durchschnittlich von mehr als 10,000 Studenten aus allen Theilen der nrohamedansichen Welt besucht wird und über 300 Profesioren zählt. An der Spitze der ganzen Anstalt, zur Ueberwachung des gesammten Studienganges, steht der Schöch cl-Gümi, der angesehenste und einflußreichste Mann der mohamedanischen Gesellschaft in Kairo. Es ist dies gegenwärtig der Sch«'ch-Abbüsi, mit dem Beinamen el-Wahd«'-, d. h. „der Recht geleitete", nämlich der Convertit. Der Vater des Schoch war nämlich ein hervorragender jüdischer Gelehrter, der zum Islam überging, was damals in den jüdischen Kreisen Cairo's großes Aussehen erregte. Abbüsi, eilt merktvürdiger und gelehrter Greis, bekleidet diese Stelle seit 187 l. Sie bringt ihm einen Jahresgehalt von 36,000 Mark und die Wohnung in einem herrlichen altarabischen Palaste ein. Sir Francis Goldsmid. Bekanntlich hat der vor einem Jahre in Folge eines Unfalls auf der Eisenbahn verstorbene Sir Francis Goldsniid bei Lebzeiten und durch ein Legat Bedeutendes für das Krankenhaus der Londoner Universität gethan. Bei dem letzten Jahresmahl des Hospitals wurde eine Marmorbüste des Verstorbenen in dem Saale, dem Präsidentenstuhle gegenüber zum bleibenden Andenken ausgestellt. Anzeigen. sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf _ CHäta^L' Messe in 'Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln aKh., Dresden, Frankfurt ilII., Halle a S., Hamburg, London. Magdeburg, München, Nürnberg, Paris, Prag, Strassburg i E., Wien, Zürich zu adressiren. Cöln . . teo' Motel Central x*2 Com ödienstrasse 14 a 14 b♦ Dieses Hotel 1. Ranges, 20 Jahre bestehend, elegant und mit allem Comfort der Neuzeit eingerichtet, bietet den verehrlichen Geschäfts- und Vergnügungsreisenden bei mäßigen Preisen alle Annehmlichkeiten. Table d'höte 1 Uhr. Durch seine Lage 2 Minuten vom Central-Bahnhof ist es den Pasianten bei kurzem Aufenthalt möglich, sich zu restauriren. (X. 6563) Eigenthümer A. Ilerzberg. Die hiesige israelitische Gemeinde sucht zum' Wir suchen per I. Septbr. c. event. früher einen unver- 1. October d. I. einen Neligionslehrer und Vorbeter, heiratheten Glernentarlehrer, der zugleich den Cultus der die L^ualisication eines Elementarlehrers besitzt. Gehalt. mit versehen kann. Gehalt M. 1050. Bewerber wollen sich 1200 Rmk. (7280.) i unter Einreichung ihrer Zeugnisie melden. (69o9) Lemgo, d. 21). Juni 1879. > Pctrrsliagen b. Minden, d. 22. Juni 1879. Der Vorstand.! Der Synag.-Liemeindc-Vorstand.

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