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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-07-01 · Heft 27 (1.7.1879) · p. Seite 429

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 27 (1.7.1879)
Date
1879-07-01
Page
Seite 429 (sequence 14)
Language
German
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429 mittags-Gottesdienst für die Kinder herzustellen, um das religiöse Gefühl derselben zu beleben. — Es werden hierauf Themata zu den Vorträgen der nächsten Conserenz bestimmt. Zum nächsten Eonferenzort wurde Hagen bestimmt. Der Vorsitzende giebt in seinem Schlußwort ein kurzes Resumn der Verhandlungen und dankt dem Vorstande und den Repräsentanten der Synagogen-Gemeinde Steele für die Gastfreundschaft, die den College» in so hohem Maße zu theil geworden. Levi-Neuß. Spanier-Solingen, Schriftführer. Vermischtes. Die Erzählung von den Ringen im Schebet Jehudah. Wir haben an einer anderen Stelle über die Abhandlung des Herrn A. Wünsche berichtet, und geben hier versprochener Maßen die Relation im Sch. Jeh. König Don Pedxo der Alte wollte einen Kriegszug gegen die Ungläubigen unternehmen. Da sprach zu ihm der iveise Nikolaus von Valencian. „Warum willst du gegen die Feinde draußen ziehen und die Ungläubigen im eigenen Lande, die Juden, verschonen, deren Haß doch groß gegen uns ist, und in deren Schriften es heißt, daß sie uns nicht grüßen dürfend" — „Hast du das mit eigenen Ohren gehört?" fragte der König, worauf Nikolaus erwiderte, er habe es von einem getauften Juden vernommen. „Einem solchen darf man nicht glauben", warf der König ein, „denn wer seine Religion wechselt, dem fällt es auch nicht schwer, seine Worte zu wechseln. Zudem ist der Haß, der in Folge der Verschiedenheit des Bckenntnisies entsteht, oft nur ein zufälliger, indem man dabei nur die Liebe zu seinem eigenen an den Tag legen will." — „Mich schmerzt nichts mehr" fuhr Nikolaus fort, als die Unverschämtheit jener, so daß sie dir ins Gesicht sagen werden: Unser Herr, dein Bekenntniß ist ein irriges." Der König sprach: „So möge einer der jüdischen Weisen gerufen werden, den wir fragen wollen." Darauf erschien ein Jude "Namens Ephraim Sancho. Der König sprach zu ihm: „Ich habe dich rufen lassen, damit du mir sagest, welches von den beiden Gesetzen das bessere sei, das Gesetz Jesu oder das dcimge." Der Weise versetzte: „Mein Gesetz ist besser für mich, in Beziehung auf meine Verhältnisie, da ich dereinst in Aegypten! Sclave tvar, von dort aber von Gott durch Wunder und Zeichen ' hcrausgcführt worden bin; für dich aber ist dein Gesetz besser, da es fortwährend das herrschende ist." — „Ich frage in Rücksicht auf die Gesetze selbst", fuhr der König fort, „und nicht in Rücksicht auf ihre Bekenner." Der Weise sprach: „Nach einer dreitägigen Ueberlegung will ich meinem Könige Bescheid geben, wenn es ihm recht ist," womit sich der König einverstanden erklärte. Nach drei Tagen erschien der Weise wieder und stellte sich aufgebracht und. verstimmt. Auf die Frage des Königs: „Warum bist du so verstimmt?" gab er zur Antwort: „Man hat mich heute wegen nichts geschmäht, und dir, unserm Herrn liegt es ob, meine Rechtssache zu führen. Dieselbe besteht darin: Vor einem Monate reiste mein Nachbar in die Ferne, und um. seine beiden Söhne zu trösten, ließ er ihnen zwei Edelsteine zurück. Nun kamen die beiden Brüder zu mir und verlangten von mir, ich sollte sie von der Eigenthümlichkeit der Steine und deren Unterschied in Kenntniß setzen. Als ich ihnen bemerkte, daß dazu Niemand geeigneter sei, als ihr Vater, der ja eine große Meisterschaft in der Kenntniß der Steine nach Werth und Form besitze, da er Juwelier sei, sie also an ihn sich wenden möchten, schlugen sie mich und schmähten mich wegen dieses Bescheides." — „Da haben sie Unrecht gethan," sprach der König, „sie verdienen bestraft zu io erden." Der Weise versetzte darauf: „So mögen denn deine Ohren, o König, vernehmen, tvas soeben dein Mund gesprochen! Siehe auch Esau und Jakob sind Brüder, von denen jeder einen Edelstein erhielt, und unser Herr fragt nun, welches der bessere sei. Möge unser Herr doch einen Boten an den Vater im Himmel lenden, denn das ist der größte Juwelier, er tvird den Unterschied der Steine schon angeben." Da sprach der König: „Siehst du, Nikolaus, die Klugheit der Juden? Wahrlich, ein solcher Weiser verdient mit Geschenken und Ehren entlassen zu tverden, du aber müßtest Strafe erhalten, weil du die gesummten Juden verleumdet hast." Anzeigen. EU * sind ausschliesslich an die Aiinoncen-FiXpcditioii von Rudolf Glosse in Leipzig oder deren Filialen in Rerlin, Hreslau, 'hemnitz, Cöln u Hli., Dresden, Frankfurt a AI., Halle a S., Hamburg, London, Mägde >urg, München, Nürnberg, Paris, Prag, Strassburg i K., Wien, Zürich zu adressiren. IMunst-Stickereien! in Gold, Silber, Seide re. für Synagogen, Vereine u. s. u\ fertigt höchst elegant und kunstvoll Frau Nosalie Akeiter, erste Handarb.-Lchrerin der jüd. Jndüstr'ie-Schule, Breslau, Unterbär!. Allerböl)|'tc 'Anerkennung ^hrer Map der Kaiserin, sowie Prima-Referenzen und Zeugnisse über gelieferte Arbeiten zu Diensten. 0'*'. Ö5S5)

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