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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-07-01 · Heft 27 (1.7.1879) · p. Seite 424

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 27 (1.7.1879)
Date
1879-07-01
Page
Seite 424 (sequence 9)
Language
German
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424 Rechenschaftsbericht und setzte die Gründe auseinander, die ihn ^Privatrnitth.) In einer Zeit, wo Vorurtheil und Gehässigkeit bestimmten, auch ferner ein Mandat der Kammer auzunchmen. gegen Juden und Judenthum namentlich in Deutschland auf Die Kammer nahm die Erklärungen i hres Präsidenten beifällig der Tagesordnung ist, geziemt es sich eines Mannes deutscher auf, ihn einhellig zu ihrem Cändidaten nominirend. Abkunft zu gedenken, der sich durch seine Philantropie ein Man telegraphirt aus Buczacz: Gestern erfolgte nach-ewiges Denkmal im Herzen der Menschheit, besonders aber stürmischen Sitzung der Austritt sämmtlichekl der Juden, gesetzt, für welche er wahrhaft Großartiges geleistet hat. Es ist dies der Graf Kajetan v. Bergheim-Heim - hausen sel. Andenkens , Besitzer der Herrschaften Kuttenplan und Dürrmaul. Nebst vielen Stipendien, mit welchen er [bie Cultusgemeinden der oben erwähnten Herrschaften bedacht hatte, legte er ein Kapital an, dessen Zinsen als Beisteuer zur Erhaltung der hiesigen isr. Volksschule gewidmet ist; ferner ein zweites, dessen Jnteresien dem jeweiligen Rabbiner zu Kuttenplan als Subvention diene, der aber verpflichtet ist, auch in Dürrmaul nebst der Überwachung der religiösen Institution die hiesige Schule jeden Monat zu inspiciren und auch eine Predigt abzuhalten. In Folge desien hielt vergangenen Sabbath “ptym '3 Herr 9k. Frankl, Rabbiner zu Kuttenplan, im hiesigen Tempel einen schwung- und geistvollen Vortrag und prüfte die Schule, mit deren Leistungen er sich sehr zufrieden zeigte. Frankreich. jüdischer Mitglieder aus dem Local-Wahlcomit'-, welches nicht aus einer Wahl hervorgegangen war, sondern ein eigenmächtig constituirtes gewesen ist. Die Juden wählten hieraus in einer sehr zahlreich besuchten Wählerversammlung ein 28 gliedriges Wahlcomite, welches sich bestrebt, die Candidatur Dr. Hönigsmann's durchzusetzen. Man telegraphirt aus Lemberg: In Kolomea constituirte sich ein aus 2 l orthodoxen Juden zufammengesetzes Wahlcomite, welches sehr energisch für die Wahl des orthodoxen Rabbiners von Krakau, Schreiber, im Städtebezirke Kolomea-Buczacz- Sniatyn agitirt. In Kolomea hielten gestern Dr. Byk und Alexander Scharf ihre Candidaten-Neden, jedoch ohne merklichen Erfolg. Der dritte Candidat, Direktor Fried, übermittelte schriftlich sein politisches Glaubensbekenntniß. Man telegraphirt aus Krakau: Angesichts des Vorgehens des feudalen Central-Wahlcomitüs sah sich die hiesige jüdische Wählerschaft veranlaßt, auf Sonntag eine Wählerversammlung einzuberufen, um bezüglich des Verhaltens anläßlich der Rcichsrathswahlen einen Beschluß zu fassen und um ein Wahlcomitö zu bilden. Paris, 10. Juni. Wozu die Juden und das Vorur- WitN, im Juni. (Privatmitth/ Bei Gelegenheit der thcil gegen sie mißbraucht werden! Ein Beispiel hiervon giebt silbernen Hochzeit unseres Kaiserpaares zeigte es sich wieder' eine Enthüllung, die jüngst in dem Blatte „Marseillaise" verrecht klar, wie anhänglich und treu die Juden zu ihrem an-; öffentlicht worden. Algerien wird bekanntlich von einem Militärgestammten Herrscherhause stehen, und wie gern sic derartige! gouvernement regiert, das namentlich in den von französischen Anlässe benutzen, um auch durch äußere Zeichen ihre Hin-! Offizieren verwalteten sg. arabischen Bürcaux besteht. Da im gebung zu beweisen. Unter den jetzt hier öffentlich ausgestellten, Ganzen die Früchte dieser Militärverwaltung für den fran- Widmungen, Huldigungsadrefsen und Souvenirs, welche aus zösischen Staat wie fiir die Eolonie selbst nur sehr kümmerliche Anlaß der silbernen Hochzeit eingelaufen sind, zeichnen sich die , sind, hat inan mehrere Male versucht, jene durch eine Civilder jüdischen Gerneinden und Corporationen besonders aus., Verwaltung zu ersetzen. Bekanntlich ist dies auch jetzt geschehen. Die Adresse der türkischen israelitischen Gemeinde in Wien ist j und sofort brach unter den arabischen Stämmen ein Aufstand in Form einer Thorarolle polychrom emaillirt und vergoldet.! los. Die gedachte Enthüllung geht nun auf das Jahr 1870 Die orthodoxen Rabbiner von Ungarn und Siebenbürgen! zurück, wo ein gleicher Versuch von der provisorischen Negierung schickten eine Adresse in weißem Atlas mit goldgepreßter und durch ein von Er<-mieux unterzeichnetcs Decret gemacht wurde, farbiger Randverzierung, das ungarische Landesivappen in, Auch da erstand eine aufrührerische' Bewegung unter den Goldpresiung in der Mitte. Aufmerksamkeit ei-regen I5> antike! Arabern. Einige damals von den Kriegsgerichten verurtheilten Thongefäße von den in Marokko, Tunis und Tripolis lebenden j arabischen Kadis sagten nun aus: Kaum war das von Herrn Israeliten, und ein Kaffeeservice von der israelitischen Cultusj Cn'mieux gezeichnete Decret, welches die bürgerliche Negierung gemeinde der ungarischen und galizischen Nationalität in Je-; einsetzte, im Ofsiciel erschienen,» so sah man die Offiziere der rusalem; es besteht aus sogenanntem Mosesstcin, einem nur \ arabischen Bureaux durch unsere Stämme eilen; sie forderten am Todten Meere vorkommendcn versteinerten Asphalt. Kunst-.! uns dringend auf, unsere Schatze, auf welche die Juden es voll sind die Adressen der israelitischen Gemeinden Wien, Pest, | abgesehen hätten, sorgfältig zu verbergen. Da die Israeliten Prag, Lemberg und vieler anderen, die tvir nicht einzeln auf- - mit Recht oder Unrecht bei den Eingeborenen in einem solchen zählen wollen. Rufe stehen, daß dies glaublich genug erscheinen konnte, und Dürrmaul (bei Marienbad in Böhmen), 13. Juni.jda Herr Crömieux selbst m Israelit iß, hielten sich die

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