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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-07-01 · Heft 27 (1.7.1879) · p. Seite 420

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 27 (1.7.1879)
Date
1879-07-01
Page
Seite 420 (sequence 5)
Language
German
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420 biblischen Zeit ein Gebetcultus nicht bestanden hatte.-j auch über die Opfer (43, 18 ff.). Am Schluffe seiner Pro- Die Institution der Thieropfcr wird von der heiligen Schriftphetie sieht Secharjah Alles in Jerusalem geheiligt und alle als eine der ältesten Bräuche im Menschengeschlecht und bald Opfernden werden rein und geheiligt sein (14, 21). Noch der nacb der Darbringung von Opfern aus dem Pflanzenreiche letzte Prophet Maleachi eifert gegen die schlechte Beschaffenheit entstanden, bezeichnet (1 Mos. 4, 3); auch nach der Sintfluth der Opfer (I, 7 ff.) und verkündet, daß dereinst „angenehm sofort wieder in Ausführung gebracht (8, 20.; und so stellen sein tvird dem Ewigen die Opfergabe Judas und Jerusalems, auch noch die jüngsten biblischen Autoren den Bestand des wie in den Tagen der Vorzeit und wie in den früheren Opfercultus ganz nach dem mosaischen Gesetze fest (Esr. 3,'Jahren" (3, 4). In den Psalmen wird öfters gegen die 2 ff; 8, 35; Neh. .10, 34). Allerdings wird die Frage über Opfer als bloße Förmlichkeit oder in dem Gedanken dargedie religiös-sittliche Bedeutung der Opfer oft ventilirt. Wenn'bracht, daß Gott damit ein Dienst geleistet werde, gesprochen schon jede symbolische Handlung mit der allmäligen Derj und sogar ironisirt. Aber nicht minder kommt die Sehnsucht Mischung ihres symbolischen Gedankens geeignet ist, zur bloßem nach dem Heiligthum, nach den Festen, die darin gefeiert Form zu werden, so kommt bei den Opfern hinzu, daß mit! werden, zum Ausdruck, und mitten im Jubelgesang fehlt es ihnen ein materielles Opfer verbunden war, so daß diese Hin-! auch nicht an dem feierlichen Aufzug der Opfer (z. B. 20, 4; gäbe materiellen Besitzes an sich als eine verdienstliche Hand-l 42, 15; 43, 4; 66, 13. 15; Ps. 84; 116, 17; 118, 27*). lung angesehen werden konnte, welche unsittliche Thaten decke. — Auch das Buch Hiob betont die Darbringung der Opfer Daher die oftmaligen Aeußerungen der Propheten und Sänger gegen alle heuchlerischen Opfer, die ohne aufrichtige Gottes- (1, 5; 42, 8). Die zweite Eigenthümlichkeit an dem israelitischen Opfersurcht und trotz gewaltthätigen und frevelhaften Thuns dar- * cultus, die wir hier nachdrücklich hervorheben wollen, ist die gebracht werden. Hiermit beabsichtigten sie aber keineswegs-ganz besondere Einfachheit, die in demselben sestgehalten die Opfer abzuschaffen, den Opfercultus aufzuheben. Sie wurde. Hierdurch unterscheidet sich der israelitische Opferverlangten nur, daß Gerechtigkeit und Mildthätigkeit voran-! cultus in entschiedenster Weise von allen Riten der alten gingen, und wollten die Ucberzeugung einschärfen, daß Gott! Völker. Zunächst gehört hierher, daß nur vier Arten zu an den Opfern kein Wohlgefallen habe, wenn sie nicht mit! Opferthieren gebraucht werden durften: Rinder, Schafe, Ziegen Herzensreinheit und wahrhafter Gottesverehrung verbunden! und Tauben -). Wer die zahllosen Opfergegenstände des sind. Derselbe Samuel z. B., der zuerst in der Schrift aus- Heidenthums, wie Pferd, Schwein, Esel, Krokodil, Habicht, ruft: „Hat der Ewige Gefallen an Ganzopfern und Schlacht- Huhn, Hirsch, Eber, Hund und sogar Mensch ff. erwägt, wie opfern wie an Gehorsam gegen die Stimme des Ewigen? j sie ringsum bei den alten Völkern zur Verehrung der Götter Siche! Gehorsam ist bester denn Opfer, Ausmerken denn der; dargebracht wurden, und zum Theil den Israeliten ebenso gut Widder Fett!" (1 Sam. 15, '22), erklärte es doch für ein j zu Gebote standen, wie den anderen, wird sich dieser! schweres Vergehen, als Saul ohne priesterliche Mitwirkung Opfer darbrachte (13, 13). In seiner ersten Strafrede donnert Jesajas gegen das Uebermaß der Opfer, die von ausgesuchtester Beschaffenheit in Fülle dargebracht wurden; aber es sind eben die heuchlerischen Opfer, die mit frevelnden, blutgetränkten Händen dargebracht werden, welche er verurtheilt (1, 11 ff.). Auch Jeremias verwirft die Opfer ohne Treue für die Lehre (6, 20, besonders 7, 21; 14, 12). Dennoch schildert er gern die Darbringung der Opfer, wenn Israel gesetzestreu ist, namentlich den Sabbath halte (17, 26) und nach Wiederherstellung Jsrael's werde der Opferdienst nach dem Gesetze wieder cingeführt (33, 18). Die späteren Propheten malen es gern als die Zukunft aus, wie Jesaias II., daß viele Nationen sich zum Ewigen bekennen, nach dem Heiligthume kommen und Opfer darbringen werden, und „ihre Ganzopfer und Schlachtopfer werden zum Wohlgefallen sein auf meinem Altäre", ja es werden von den glaubens- und gesetzestreuen Fremden „Priester und Leviten" genommen werden, um im Hause des Herrn zu dienen (56, 7; 66, 21). In seinem Buche über den zukünftigen Tempel handelt Ezechiel ausführlich tung nicht entziehen können. In gleicher Weise waren die Opferarten höchst einfach. Es sind eigentlich nur zwei: mit der Nebenart (oder DVI2T), verbunden mit Speis¬ und Trankopfern, und mit der Nebenart ohne Speis- und Trankopfer"'). Auch zu den Speis- und Trankopfern werden nur die einfachsten Bestandtheile genommen: Mehl, Oel und Wein, wozu noch Salz und Weihrauch kamen. Daß die Opserihiere fehlerfrei sein mußten, lag in der Natur der Sache, weil sie sonst zur Vermittelung des Menschen mit dem allheiligen Gotte untauglich und überhaupt gegen die Ehrfurcht vor Gott gewesen wären. Nicht minder war der ganze -Opferritus sehr einfach und anschaulich, und dabei dem t) Ein merkwürdiges Beispiel beider Strömungen giebt Ps- 51, wo ein zerknirschter Geist als das Gott wohlgefällige Opfer bezeichnet wird, ein Exulant aber V. 20, 21 hinzufügte, um die Opfer zu rehabilitiren. " 2) Die Tradition stellt fünf Arten auf, indem sie Turtel- und junge Tauben besonders zählt (Maim. '32*lpn I., l), dann aber müs;te mau noch mehrere Unterschiede, z. B. zwischen □'Hin)? und machen. 3» Auch hier zählt die Tradition alle vier Opferarten einzeln auf, vergl. Maim. a. a. O. 2.

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