Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 21 (20.5.1879)
- Date
- 1879-05-20
- Page
- Seite 331 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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331 ihn in möglichst vielen Blättern, großen und kleinen, Abdruck zu verschaffen! Petersburg, 7. Mai. Bei der außerordentlichen Strenge, welche gegenwärtig in der Hauptstadt des Czarenreiches gegen alle paßlosen Individuen ausgeübt wird, indem sie entweder verhaftet oder aus der Residenz ausgewiesen werden, was bereits mit Tausenden der Fall war, hat dieses letztere Geschick auch eine große Zahl von Juden aus allen Theilcn des Reiches getroffen. Hierbei ist allerdings kein confessionelles Moment vorhanden, sondern dieselbe Maßregel erstreckt sich über Alle, welche ohne einen Paß oder mit einem bereits abgelaufenen gefunden werden. Bonn, II. Mai. (Notizen.) Nach officieller Miltheilung sind seit Erlaß des deutschen Civilstandsgesetzes. vom 1. October 1874 bis zum I. October 1877, also in drei Jahren, im Einführungsgebiete des Gesetzes 64,421 Paare kirchlich ungetraut geblieben, ohne aus der Kirche auszutreten, und 143,861 Kinder nicht getauft worden. Wenn man von diesen Zahlen aus einen Blick auf die Juden wirft, die in den alten preußischen Provinzen ausnahmsweise seit 1847 dem Civilstandsgesetze unterzogen waren, und auf die Rheinprovinz, in welcher alle Confessionen, auch die Juden, seit der französischen Revolution und der durch diese bewirkten französischen A e lt i Äntipessimistische DerrksprLiche von L Ph. (Fortsetzung.) Der stolze Thurm, er nimmt so kleinen Raum, Um in's Gewölk die Spitze hoch zu recken, Jndeß zu einem Bündel Heu Die Wiese weit sich muß erstrecken — So klage nicht, daß Dir der Raum gefehlt Und Du Dich drum umsonst gequält! Du lächelst — o wüßtest Du, wie reizend Das Lächeln Deinen Mund umfließt — I)u lächelst — o wüßtest Du, wie leuchtend Der Strahl aus Deinem Auge schießt — Die Trauer zieht auf Augenblicke an: Wie doch bei heitrer Lust die Zeit verrann! Der Sang der Nachtigall, schwermüthig, voll Verlangens — Da senkt die Seele sich in ihre Tiefen ein — Der Lerche einfach Lied in Lüften droben: Die Seele schwingt sich zu den Höh'n gehoben. * * * Besitznahme unter dem Civilstandsgesetze standen: so ergrebt sich eine so verschwindend kleine Zahl von Eheschließungen ohne religiöse Trauung und eine noch geringere Zahl von Knaben, die ohne das Bundeszeichen geblieben, daß man sich der Glaubenstreue und des religiösen Sinnes, welche in den Bekennern des Judcnthums leben, erfreuen muß. Wenn protestantische und katholische Blätter aus obigen Zahlen einen Schluß gegen jenes Gesetz ziehen und auf dessen Beseitigung losstürmen, so scheint es uns doch fraglich, ob die Religion und selbst die Kirche als solche aus erneuetem Zwange einen Gewinn erreichen würde ‘i — Bei der jüngst stattgefundenen Amtsjubiläumsfeier des Rabb. Herrn Simon Alexander zu Pleß, wie uns von dort berichtet wird und wir nachträglich mittheilen, gratulirte dem Jubilar der dortige katholische Geistliche, HerrÖhl, in einem wahrhaft freundschaftlichen und achtungsvollen, theils deutsch, theils hebräisch abgefaßten Schreiben — während der dortige evangelische Geistliche die Feier ignorirte. — Bekanntlich fand zwischen Frankreich und England jüngst eine Verhandlung statt, als das erstere die kleine Insel Matakong an der Westseite von Afrika durch eine kleine französische Truppe in Besitz nehmen ließ. Nach einer. Mittheilung der Times gehört die Insel einem englischen Israeliten, Nathaniel Jsaac, der sie dem Könige von- Forncareah abgekauft hat. e t o n. Die Scheidemünze, die der Reiche giebt. Lockt mehr die Menge als des Armen Gold — Drum gieb Dir nur des Reichthums Schein, Und alle Welt ist bald Dir hold — Ich meine nicht die Münze und das Gold, Den Geist, und was die Welt ihm zollt. In majestätisch wechselnden Gestalten Treibt das Gewölk der Sturm von dannen: Es raubt uns nur den goldnen Sonnenschein —^ Die Wolk', aus der die Regengüsse rannen Auf durstge Flur, zieht langsam, ohne Schein. Entsagung, klagst Du, ist Gesetz des Lebens Und all' mein Mühen ist vergebens! Ja wohl, .weil Du nicht, aus dem rechten Quell Zu schöpfen weißt, so klar und schnell! „Nichts ist das Wort, nicht viel mehr der Gedanke, Die That allein hat Werth!" Doch ruht der Werth der That nur in Gedanken,--- Gedanke wird erst voll und klar im Wort — 2l*