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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-05-13 · Heft 20 (13.5.1879) · p. Seite 314

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 20 (13.5.1879)
Date
1879-05-13
Page
Seite 314 (sequence 10)
Language
German
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314 Es lebt in unferm Herzen die unvergängliche Erinnerung an jene höchste Gnade, die von unserm erhabenen Herrn unserer Glaubensgenossenschaft durch die allergnädigste Verfügung über die Gründung des israelitischen Landes-Schulfonds und die Errichtung des bereits in voller Thätigkeit wirkenden Landes-Rabbinenschule zu Theil geworden ist. Diese Beweise heilspendender Gnade des königlichen Wohlwollens rechtfertigen es nur zu gut, wenn an diesem Freudentage die ungarisch-jüdische Glaubensgenoffenschaft, von erhöhtem Dankgefühl bewegt, in tiefster Huldigung an den Stufen des ruhmreichen Thrones Ew. Majestäten erscheint, um ihrem aus dankerfülltem Herzen entströmenden Unterthanengefühle Ausdruck zu leihen, und in inbrünstigem Gebete den König der Könige darum anzuflehen: daß er die reiche Fülle seiner Segnungen herabergieße auf Euere Majestäten und auf das hohe Herrscherhaus; daß er das Leben Euerer Majestäten kröne mit Wonne, mit Glanz, mit Macht und Ruhm; daß er Euere Majestäten frei von allem Kummer, von der Liebe treuer Völker umgeben, bis an die äußersten Grenzen des menschlichen Lebens erhalte, auf daß an unserem erhabenen Könige in Erfüllung gehen Moses Segnungen über Josef: „Von Gott gesegnet sei sein Land, mit den Köstlichkeiten des Himmels, mit Thau, und von der Fluth, die in der Tiefe lagert; mit dem Köstlichsten, was die Sonne reift und mit dem Köstlichsten vom Trieb der Monde, mit dem Vesten der uralten Berge, mit dem Köstlichsten der einigen Hügel. Alle diese Segnungen sollen kommen auf das Haupt Josef's, auf den Scheitel des Gekrönten unter seinen Brüdern", — sie mögen ihn beglücken, und mit ihm und durch ihn unsere erhabene Königin, das hohe Herrscherhaus, unser Vaterland und unsere Glaubeilsgemeinschaft. Die wir in etviger Unterthanentreue verharren Die Versammlung der israelitischen Distrikts-Präsidenten." Die von Rabbiner Dr. Mühsa m verfaßte Adresse der israelitischen Cultusgemeinde Graz lautet: „Um das goldene Blatt in der Geschichte Oesterreichs hat sich heute ein Silberkranz gelegt. Das Vierteljahrhundert hat in ihn hineingeflochten die Treue eines Volkes, die aus Millionen Herzen für den geliebten Landesvater und dessen erhabene Gattin, die geliebte Landesmutter, schlägt. Ein Volk zahlt mit Treue, was es an Dankbarkeit schuldet. Sie sind sich Alle dieser Dankesschuld bewußt, die Völker der Monarchie, denn unter dem Scepter des erlauchten Herrscher-. Hauses ersprießt dem Einzelnen zum Heile, was sich über die Gesammtheit als des Segens Fülle streut. Auf der breitgelegten Basis der Freiheiten, welche Euere Majestät, weil den Völkern auch ihre Glaubensmeinungen und Religionsübungen gewährleistet, hat sich vorzüglich für die Israeliten eine Wendung vollzogen, deren Preis unsere Dankesschuld noch auf unsere spätesten Enkel überträgt: in ihrem öffentlichen Leben gleichberechtigte Staatsbürger, sind sie nur in ihren Synagogen und ihrem Privatleben Israeliten; daß sie jenes geworden und dabei dieses geblieben, ist die gnadenvolle Spende von Euerer Majestät weiser Toleranz, unter deren beglückenden Strahlen sich die Israeliten als Staatsbürger sonnen und huldigend zum Throne emporschauen. Was wiederum den Gesammt-Jsraeliten des Reiches sich als Segen erschloß, hat für die der Steiermark die vitale Frage ihrer vaterländischen Existenz eben so bleibend als heilsam gelöst: Jahrhunderte hindurch haben sie das unbeständige Glück der stillschweigenden Duldung erfahren, bis unter der glorreichen Regierung Euerer erhabenen Majestät diese Duldung zur Gerechtsame einer israelitischen Cultusgemeinde in der Landeshauptstadt gezeitigt worden. Die erste israelitische Cultusgemeinde in der Steiermark bleibt ein ewiger Markstein in der Geschichte der Israeliten Oesterreichs. Unser Stolz hierüber wird nur ausgewogen von der Dankbarkeit für die Majestät, die es weise geschaffen und huldvoll verliehen. An dem Tage, wo die Völker und Stämme Oesterreichs hochbeglückt das Jubelfest der fünfundzwanzigjährigen Hochzcitsfeier unseres erhabenen allerdurchlauchtigsten Herrscherpaares festlich begehen, .legen wir in ehrfurchtsvoller Unterthänigkeit unsere tiefgefühlte Dankbarkeit vor die Stufen des Allerhöchsten Thrones mit den Worten nieder: Die Israeliten der Steiermark wetteifern in ihrer Treue für das erlauchte Herrscherhaus mit den besten Söhnen Oesterreichs, lassen sich aber von Niemanden übertreffen in der Innigkeit, mit der sie zu Gott dem Allmächtigen emporsenden ihre Gebete für das Wohl und das ungetrübte Lebensglück von Ew. Majestät, ihres geliebten Kaisers und ihrer geliebten Kaiserin. Gott erhalte, Gott schütze Euere Majestät! Die unterthänigst Unterzeichnete israelitische Cultusgemeinde der Landeshauptstadt Graz in ihrer Vertretung durch die Repräsentanz. Graz, am 24. April 1879. Frankreich. Paris, im April. (Privatmitth.) Die Alliance isr. nniY. hat ihr Bulletin über das zweite Halbjahr 1878 ausgegeben. Dasselbe erweist in erfreulichster Weise die wachsende Ausdehnung des Vereins. Ein großes Verdienst um dieselbe erwirbt sich besonders Rabb. Dr. Landsberg in Liegnitz, dessen Anstrengungen im östlichen Deutschland mit ausnehmendem Erfolge gekrönt sind. Das Bulletin giebt ein kurzes Resumö über die Lage der Dinge im Orient, das uns nichts Neue-

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