Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 19 (6.5.1879)
- Date
- 1879-05-06
- Page
- Seite 298 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Gouvernement von Seite der Mächte durchaus nicht verübelt! und den Kosten verurtheilt! — Man schreibt uns aus Hamburg, werden würde, wenn es demselben bei der wohlbekannten l 25. April: W. Marr richtete an das hiesige „Fremdenblatt" Stimmung im Lande auch nicht ganz gelingen sollte, sein! ein Klageschreiben, daß in seiner „Vaterstadt" von seinen „Herren Programm schon jetzt und sofort ad litteram zur Geltung zu Collegen" (!) seiner Schrift „nicht die Beachtung zu Theil werde, bringen; gleichwohl müsse aber ein solches aufgestellt werden,! die sie jedem gestürzten Droschkenpferd ff. zuwenden". Das weil es andrerseits nur zu bekannt" sei, welchen moralischen! „Fremdenblatt" erwiedert: „Wir geben darauf Herrn Marr Einflusses auf die Nation eine jede, und insbesondere die heutige zu bedenken, daß unter Umständen ein verunglücktes Droschken- Regierung in Rumänien sich erfreue. Rußland. Petersburg, 20. April. Ein russisch-jüdisches Verbrüderung s-Fest fand, wie dem Petersburger „Nowoje Wremja" geschrieben wird, am 11. d. in der kaukasischen Gouvernementsstadt Kutais statt. Das Fest wurde von den jüdischen Einwohnern der Stadt aus Anlaß der Freisprechung Pferd allerdings größere Beachtung verdient, als eine verunglückte Broschüre." Bonn, 27. April. (Literarische Notizen.) Es trifft sich glücklich, daß gegenwärtig gerade für den Talmud in Frankreich Mehrfaches geleistet wird. Wir meinen die Uebersetzung des Talmud Jeruschalmi von Moise Schwab, von welcher im v. I. der zweite Theil, die Bearbeitung des Talmud Babli durch Rabbinowicz, wovon bereits der 3. Band erschienen ist. Hierzu kam 1878 in einem starken der neun Juden, die beschuldigt waren, ein Christenmädchen Bande: Sentences et Proverbes du Talmud et du Midrasch, geraubt, getödtet und das Blut desselben zu rituellen Zwecken sums du Traite d’Aboth, par MoTse Schuhl, rabbin. benützt zu haben, veranstaltet und wurden zu demselben alle christlichen Einwohner der Stadt Kutais geladen. Zu dem Feste, das im Hotel „Livadia" stattfand, erschienen in der That (Paris, Joseph Baer.) Diese drei Schriften bespricht Prof. A. Franck im Journal des Savants (November 1878 ff.). Da die Sammlung von Schuhl uns noch nicht zu Gesicht zahlreiche Christen und Juden, die mit einander eine förmliche > gekommen, so bemerken wir aus dem Artikel Franck's, daß Verbrüderung feierten. Es wurde dabei auf den bekannten! der Verfasser die alphabetarische Ordnung der Sentenzen und Vertheidiger, Advokat Alexandroff, auf das Geschwornenge-^ Sprüchwörter gewählt hat, nicht aber sie in Rubriken dem richt, auf die Vereinigung und Verschmelzung der Christen mit ^Stoffe nach behandelte, was für den Gebrauch um so unzuden Juden u. dgl. toastirt. Anläßlich seines Toastes „auf die; treffender ist, da hierbei das Alphabet nach den Anfangs- Gerechtigkeit" sprach Advokat Alexandroff (der bekannte Ver- Worten der Texte verwendet worden, ist. Denn Herr Schuhl theidiger der Vera Sassulitsch) unter Anderm: „Nicht des Ver-^giebt Text, Uebersetzung und Erklärung, bei welcher letzteren dienstes wegen habe ich die' Vertheidigung der armen Juden '■ Franck wieder den Mangel aller philologischen und kritischen übernommen, sondern weil ich im Innern überzeugt war, daß Bemerkungen rügt. Jedenfalls haben alle diese Arbeiten, auch dieselben unschuldig sind, und es nicht dulden wollte, daß sie—! der Artikel des Prof. Franck, das Verdienst, den Gekehrten unschuldig verurtheilt werden." I und literarisch Gebildeten den Talmud näher zu bringen, so ----daß der Schleier der Vorurtheile, der gerade dieses Schrift- Bonn, 27. April. (Notizen.' Man schreibt uns aus! werk dem allgemeinen Geiste so lange Zeiten hindurch verhüllt Wien, daß Dr. L. Unger, langjähriger Hörer der Berliner hat, zerrissen wird. — Zur Geschichte der Judenbekehrungen. Hochschule für die Wiffenschäft des Judenthums, von der is-! Vortrag, am 19. Februar 1879 im Bet-ha-Midrasch zu Wien raelitischen Cultusgemeinde Mariahilf und Neubau in Wieni gehalten von Dr. M. Friedländer. Wien, 1879. Selbstzum Prediger gewählt worden, nachdem seine Gastpredigten! Verlag des Verfaffers. Der Verfasser bespricht die Mittel und am Paffahfeste ihm den unbedingten Beifall erworben hatten. Wege, welche die christliche Bekehrungssucht von dem Auf- — Man berichtet uns aus Zerbst (Anhalt), daß am 18. d. Abends die feierliche Einweihung der reftaurirten Synagoge durch den Rabbiner Herrn Dr. Dessaüer aus Cöthen unter Theilnahme der städtischen Behörden und vieler Bürger stattgefunden habe. Es gereicht der kleinen Gemeinde zur Ehre, ohne Unterstützung von außen ihr Gotteshaus in sehr würdiger Weise wieder hergestellt zu haben. — Die Jnjurienprozesse zwischen den Herren Moritz Baum („israel. Bote") und Dr. Schreiber („israel. Gemeindebl.") haben noch immer ihr Ende nicht erreicht. In diesen Tagen siegte Baum und! vatern und der älteren christlichen Literatur zur Seite, die er Dr. Schreiber wurde vom Zuchtpolizeigericht allhier zu 30 M.! bereits in früheren Schriften bekundet hat.. Ost vermag er treten des Christenthums an bis in das 16. Jahrhundert anwandte, um die Juden, sei es in Masse, sei es einzeln, zu bekehren. Er übergeht dabei absichtlich all' die schrecklichen Zwangsmittel, welchen zahllose Juden zum Opfer gefallen sind, indem er jene den Geschichtsschreibern überläßt. Er schildert nur die „sanfteren" Mittel, wie Geldspenden und Belohnungen aller Art, Disputationen und Predigten mit ihren exegetischen Auswüchsen, Zwangstaufen an Kindern rc. Dem Verfasser stand dabei jene Belesenheit in den Kirchen-