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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-04-29 · Heft 18 (29.4.1879) · p. Seite 282

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 18 (29.4.1879)
Date
1879-04-29
Page
Seite 282 (sequence 10)
Language
German
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282 Herausgabe eines solchen Blattes ein bedeutendes Nisico verbunden, und ist daher der Muth und die Opferwilligkeit des Herrn Bchrmann anerkcnnenswerth. Es wird nun darauf ankommen, ob das Unternehmen hinreichende Unterstützung findet, sowohl durch Abonnement, als durch Mitarbeiterschaft, wozu in erster Reihe unsere Glaubcnsgenofien verpflichtet wären. In Rußland hat das gedruckte Wort noch eine große Kraft, und ein solches bleibt von keiner Seite unbeachtet. Desto wichtiger ist die angekündigte neue Erscheinung. Bonn, 13. April. (Notizen.) In Warschau verstarb vor Kurzem im Alter von 101 Jahr der Di*. Philipp Ljubelsky, der während des Krimkricges zum Stabsarzte ernannt worden. — Die „Frankfurter Ztg." schreibt vom 7. April: Heute Früh wurde Herr Moritz B. Golds ch m i d t, Chef der Banksirma gleichen Namens, unter Begleitung einer sehr zahlreichen Menge von theilnehmenden Freunden zu Grabe gebracht. Der Verstorbene, der das Alter von d0 Jahren erreicht hatte, war besonders in früheren Jahren ein eifriger Förderer der Humanitären Zwecke der Freimaurerei. In der israelitischen Gemeinde bekleidete er eine Reihe von Ehrenämtern, so war er auch längere Zeit Vorsitzender des Gemeindevorstandes und interessirte sich, obgleich seit 20 Jahren augenleidend, . bis zum letzten Augenblicke auf's wärmste für die Angelegenheiten der Gemeinden, besonders aber die Realschule der israel. Gemeinde. Herr Goldschmidt war ein Mann von seltener Thatkraft, energisch in der Durchführung dessen, was er für Recht erkannt hatte, dabei ein Feind jedes Unrechts, von außerordentlicher Wolthatigkeit, die ihn den Armen gegenüber um so freigebiger sein ließ, je mehr er für sich selbst Pracht und Aufwand verabscheute. Friede seiner Asche! — Aus Wien schreibt man: Am ersten Passahfeste überreichte eine Deputation des Vorstandes der Chewra-Kadischa (fromme Brüderschaft) dem Verfasser der jüngst erschienenen Schrift: „Die jüdischen Friedhöfe in Wien", Herrn Professor G. Wolf, das Diplom als Ehrenmitglied dieses Vereins und einen kunstvoll gearbeiteten silbernen Pocal. — Im dritten Bezirke von Bordeaux wurde H. Raynal (Israelit) zum Mitgliede der Deputirtenkauuncr geivählt. H. L cv a i l la n t, früher israelitischer Lehrer, wurde zum Generalsekretär der Prefectur des Rhonedepartemcnts ernannt. B o n n, 20. April. (N o t i z e n). Man schreibt uns aus Haigcrloch (Hohenzollern) vom 16. April: Die „A. Z. d. I." verzeichnet gern, wo sich in den Gemeinden eine Anerkennung und Würdigung ihrer Beamten und Lehrer vorsindet. Es ist dies für den Gemeinsinn eine Förderung, für die Cultusbeamtcn und Lehrer eine Aufmunterung. So mögen Sie wohl auch miltheilen, daß gestern unsrem bisherigen wackeren Lehrer J a cobi, bei seinem Abgang nach 22jähriger Wirksamkeit an hiesiger Schule, der Vorstand der Gemeinde einen silbernen Pokal mit warmer Anerkennung seiner Verdienste überreichte. — Man ersucht uns aus Wien um Aufnahme folgender Notiz. Am 17. October 1877 gelangen die Zinsen der „Prediger- Mann heim er-Stiftung" zur Vertheilung. Anspruch au diese Unterstützung haben Rabbiner, Prediger und Lehrer in Oesterreich-Ungarn, welche dienstunfähig geworden sind, oder deren Wittwen und Waisen. Die Bewerber müsien in einer Gemeinde, welche mindestens fünfzig Mitglieder zählt, wenigstens durch zehn Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Beamte großer, notorisch reicher Gemeinden sind ausgeschlossen. Die Würdigkeit der betreffenden Beamten, sowie die Dienstunfähigkeit sind nachzuweiscn. Gesuche sind längstens bis am 10. Juli d. I. an die israelitische Gemeindekanzlei in Wien unter der Adresse: „Curatorium der Prediger-Mannheimer- Stiftung zu übersenden. — Nach dem „llebr. Lead." hat Dr. David Ein Horn, Rabbiner der Gemeinde Beth-El in Philadelphia, seine Entlassung für den l.Juli d. 3. beantragt, um sich, nachdem er das 70. Lebensjahr überschritten, in den Ruhestand zu versetzen. Er tvar früher Rabbiner zu Birkenfeld, dann in Mecklenburg-Schwerin. — Nach den Arch. Jsr. ist der Kapitän 1. Classe vom Stabe des Genies, Gustave Gerson Coblentz, zum Bataillonschef vorgerückt. Der Advocat Mosse ist zum Präseeturrath des Departements Rhonemündung und Ahron Caen, Präseeturrath im Dep. der Ardennen zu demselben im Departement Calvados ernannt worden. Alle drei sind hervorragende Glaubensgenossen. In Folge des jüngsten Staatsstreiches des Khedive hat I. Blum (Israelit), Unter- Staatsseeretar in ägyptischen Finanzministerium, seine Entlassung gegeben. — Man ersucht uns aus Bayreuth, 17. April, zu bemerken, daß ein geivisser Ehrmann mit gefälschten Zeugnissen vom Districtsrabbinate Bayersdorf die Mildthätigkeit seiner Glaubensgenossen brandschatzt. Derselbe Ehrmann war bereits 1871 in Fulda wegen Fälschung eines Aintssiegels zu einer einjährigen Gefängnißstrafe verurtheilt. — Man schreibt uns aus Fürth, 17. April. In heutiger Magistratssitzung kam zur Mittheilung, daß Frau Wittwe Rosette Nathan zum Andenken an ihren am 21. Februar 187!) hier verstorbenen Sohn Moritz ein Capital von Mark 15,000 zur Gründung einer Stiftung übergeben hat, deren Erträgnisse zu wohlthätigen und gemeinnützigen Zlvecken verwendet werden sollen. Aus den Zinsen sollen jährlich am Todestage des Stifters M. 150 an Arme und Bedürftige ohne Unterschied der Confession vertheilt werden, der Rest ist zu Stipendien an Studirende, zur Unterstützung Gewerbtreibender oder gewerblicher Zwecke je nach Anordnung der Collatur zu verwenden, wobei Verwandte des Stifters priino loco zu berücksichtigen sind. Auf Antrag des Bürgermeisters wird unter Dank und Anerkennung für diesen edlen Beweis von humaner Gesinnung beschlossen, daß der Magistrat die Respizienz über genannte Stiftung übernimmt.

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