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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-04-22 · Heft 17 (22.4.1879) · p. Seite 267

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 17 (22.4.1879)
Date
1879-04-22
Page
Seite 267 (sequence 11)
Language
German
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267 Pharao des Auszugs, Menephta, zu schauen. Während die Bibelkritiker sich noch immer in den Haaren liegen, bringen uns die ägyptischen Monumente die persönlichen Zeugen der biblischen Berichte von Angesicht zu Angesicht. Selbst das Bildniß des äthiopischen Thirhakah, der uns aus Jesajas 37, 9 und 2 Kön. 19, 9 bekannt ist, fehlt in dieser Gallerie nicht, und frappirt uns mit seinen eigenthumlichen Gesichtszügen. Wir brauchen nicht mehr zu sagen, um das Interesse für dies großartige Werk auch unsrerseits zu wecken. — Bonn, 13. April. (Literarische Notizen.) Wir machen auf einen Vortrag unseres trefflichen Glaubensgenossen, vr.jur. Heinrich Jaques zu Wien, „Die Aufgaben des Verteidigers", aufmerksam. In einfacher, edler Sprache werden die höchsten sittlichen Grundsätze ausgesprochen, welche der Vertheidiger bethätigen muß, um gleicher Weise seiner Pflichten gegen die Wahrheit, die Gerechtigkeit und die Humanität zu erfüllen. Der Vortrag ist abgcdruckt in der „Neuen Freien Presse" vom 8. April. — Das Project einer höheren Töchterschule unter Kaiser Josef II. und das k. k. Civil-Mädchenpensionat in Wien. Von G. Wolf. Wien, Holder, 1879." Eine für die Geschichte der Pädagogik in Oesterreich sehr in-j tereffante Monographie. — Wir machen unsre Leser auf diel neaeße Schrift eines höchst verdienstvollen Glaubensgenossen, des Herrn Prof. Ad. Franck, Mitgliedes des In8titut franeais zu Paris, aufmerksam. Seit 1843, wo Franck sein bekanntes Werk: La Kabbalc ou la philosophic rcligieuse des hebrcux, das allerdings in seinem kritischen Theile schwach ist und überholt worden, hcrausgegeben, hat er unermüdlich der philosophischen Literatur bedeutende Dienste geleistet. Franck ist allerdings kein Schulphilosvph; er ist Eklektiker und steht aus dem rationalistisch-dcistischcn Standpunkt, der einem jüdischen Denker natürlich ist. Seine neueste Schrift ist: Philosoplies modernes, etrangers ot IVaneats (l)idicr, Paris, 1879). Er skizzirt in diesem Buche die italienischen, englischen, deutschen und französischen Philosophen der neueren Zeit. Von den deutschen bespricht er nur Schopenhauer unb v. Hartmann, so daß wir allerdings nur einer sehr einseitigen Besprechung der deutschen Philosophie begegnen, wobei sich der Verf. doch nur auf die Kritik Anderer stützt. Obschon nun das vorliegende Werk auf den Titel einer erschöpfenden Darstellung keinen Anspruch erhebt, tvird es doch der gebildeten Lesewelt ein lebhaftes und anziehendes Bild neuerer philosophischer Anschauungen geben, wozu cs durch die anmuthende Sprache besonders l geschickt ist. Jeu i t t e t o n AnLipessimistische Denksprüche von L PH. Thor, wer ob der Rose Welken Sich das Herz mit Kummer füllt — Warte, und der jungen Rose Wieder süßer Duft entquillt. Wenn an Stelle des Geschwundnen Kräftig nur das Neue tritt, Mag die Freude mir vergelten. Was am Scheidenden ich litt. Wenn der Tod nur neues Leben Allzeit uns verheißt. Säg', was soll die Todtenklage, Die das Herz zerreißt? Sollen auf der Väter Gräber Ewig bittre Thränen sinken? Schau zu Haus der Kinder Augen Dir voll Lust und Liebe winken! Als das Blut mir aus der Wunde rann, gerann es. Und die Wunde schloß sich schneller, als ich's dachte Als ich das Verlorne prüfte, da gewann es In der Lust, die der Ersatz mir brachte. Weil kein Licht ist ohne Schatten, Hast Du Schatten nur geschaut —■ Weil mit Schmerz die Freude wechselt. Ist die Welt aus Schmerz gebaut?. Weil Dein Herz ist voll des Hasses, Leugnest Du der Liebe Sein? Da Du thatenlos gewandelt. Nennst Du alles Wesen Schein! . Ja, die Sonne auch hat Flecken, ’ Aber sie durchstrahlt den Raum — Ja, die Liebe auch gicbt Schmerzen, Doch voll Glücks ist selbst ihr Traum. Wehe, denkst der Seele Qualen Durch den Rausch Dir zu betäuben — Auf des Bechers Grund wird zwiefach Dir ein ätzend Gift verbleiben! *\ * Hat die Biene Dich gestochen, Giebt sie Dir doch ihren Honig — 17*

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