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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-04-22 · Heft 17 (22.4.1879) · p. Seite 258

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 17 (22.4.1879)
Date
1879-04-22
Page
Seite 258 (sequence 2)
Language
German
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258 punkte (2 Kön. 19), und daß derselbe nur herbeigesührt worden,! weil die Israeliten die Lehre und das Gesetz, die ihren; Vätern Gott durch Moses und die Propheten gegeben, verlaffen und das Gegentheil geihan hätten, und daß dem Reiche; Juda dasselbe Schicksal bevorstehe, da es denselben Weg gehe. Nicht minder giebt er (23, 3 den Bericht über das Vorgehen Josia's, den Bund Gottes wieder herzustellen und das Volk zu den Lehren und Gesetzen zurückzuführen, die in dem Buchen Mosis enthalten sind. Im 1. B. Sam. wird Saul verworfen,; weil er „das Gebot des Ewigen" übertreten und selbst ge-! opfert hat (13, 13), David aber feiert in seinem Lobgesang l (2 Sam. 22, 23), daß er nicht gewichen sei von den Gesetzen l Gottes. Josua richtet an die über den Jordan zurückkehrenden! drittehalb Stämme die strenge Mahnung, dem Gesetze zu ge-! horchen, das Gott durch Moses gegeben, und bewog in großer! Versammlung das Volk, den Bund zu erneuern und sich der! Lehre und dem Gesetz zu weihen (24, 25). Daß Israel j schnell von diesem abwich, wird schon Richter 2, 17 bitter! gerügt, vergl. 3, 4. I Es beruhte in den Verhältniffen des Kampfes, welchen j die Propheten zu bestehen hatten, daß sie viel weniger auf die einzelnen Gesetze und Institutionen in ihren Reden eingchen konnten, da sie vielmehr um den ganzen Bestand der Gotteslehrc gegen Abgötterei und Bilderdienst zu ringen hatten. Die Anerkennung des einzigen Gottes und die Herstellung sittlicher Zustände waren es, die sie zu erstreiten hatten. Wenn daher, wie wir in den betreffenden Artikeln sahen, nur der Sabbath, die Beschneidung und das Speisegesetz gelegentlich von den Propheten erwähnt werden, so eifern sie desto öfter für das gesammte Gesetz, das Israel verkündet worden. So ruft Jcsaias aus (24, 5): „Denn das Land war entweiht unter seinen Bewohnern, dieweil sie die Lehren übertraten, das Gesetz überschritten, brachen den ewigen Bund", sowie 4X, 18, daß, falls Israel den Geboten Gottes gehorchte, sein Frieden ein ganzer sein würde. In einer seiner letzten Reden klagt Jeremias (44, 10. 23) die Israeliten an, noch jetzt, nach dem Falle.Jerusalems und der Versagung in ferne Länder, sich nicht gedemüthigt zu haben und nicht zu wandeln in der Lehre und in den Gesetzen, die Gott ihnen und ihren Vätern gegeben, während ihnen doch dieses Unheil begegnet ist, weil sie von der Lehre, den Gesetzen und Zeugniffen abgefallen. Auch Ezechiel verkündet das Strafgericht, weil sie den Gesetzen Gottes sich widersetzten und in ihnen nicht gewandelt Aber nicht minder verheißt er die Wiederherstellung, indem ihnen Gott einen neuen Geist und ein neues Herz verleihen werde, auf daß sie in den Gesetzen Gottes wandeln-). In seiner berühmten Auseinandersetzung über die Rechtfertigung erklärt er für gerecht Den, welcher in den Gesetzen Gottes wandelt: Er wird leben, denn es sind eben die Gesetze des Lebens. Darum, wenn der Frevler umkehrt und das Gesetz Gottes übt, wird er leben *). An einer anderen Stelle (20, 11), wo er von dem Auszuge aus Aegypten spricht, sagt er: „Ich gab ihnen meine Gesetze und meine Rechte that ich ihnen kund, die da der Mensch thun und durch sie leben soll"; aber schon in der Wüste fielen sie ab von ihnen, dereinst aber, verkündet er 37, 24, werden sie das Gesetz getreulich wahren. In dem zweiten Theile des Buches stellt bekanntlich Ezechiel neue Satzungen auf, die sich jedoch, wenn auch mit Modisicationen, an das mosaische Gesetz anschließen. Amos ruft aus (2, 4): „Also spricht der Ewige: Um drei Vergehungen Juda's und um viere nehm' ich's nicht zurück, darum, daß sie des Ewigen Lehre verschmähten, und seine Gesetze nicht wahrten"; und noch der letzte der Propheten, Maleachi, wirft (3, 7) den Israeliten vor, „abgewichen zu sein von den Gesetzen Gottes von den Tagen ihrer Väter an und sie nicht gewahrt zu haben", und fügt am Schluffe hinzu: ' V. 22 : „Seid eingedenk der Lehre Moses', meines Knechtes, die ich ihm entboten am Horeb für ganz Israel, Gesetze und Rechte." — Erwähnen wir noch des Vußgebets im Buche Daniel (9, 5), in welchem die tiefste Versündigung Jsrael's in dem Abfall von den göttlichen Geboten und Rechten bekannt wird. — — Wie tief das Bewußtsein des Gesetzes in das geistige Leben des Volkes eingewurzelt war, dafür geben besonders die Psalinen als die Ergüsse der individuellen Seelenstimmung ein lebhaftes Zcugniß. Da ist der zweite Absatz des 19. Psalms, welcher die Lehre und das Gesetz, von Gott geoffenbart, feiert. Da ist der ganze umfängliche 119. Psalm, der in seiner cigenthümlichen Kunsiform den einen Gedanken ausspricht: die Verherrlichung der geoffenbarten Lehre und des geoffenbarten Gesetzes, alles Heil ist in diesen, und nur in diesen Heil. Im 50. Psalm V. 16 werden die heuchlerischen Frevler gegeißelt, welche „die Satzungen Gottes aufzählen und seinen Bund in ihrem Munde tragen, und doch Zucht hassen und die Worte Gottes hinter sich werfen." Im XI. Psalm wird das Peßachfest als ein göttliches Gesetz für Israel gefeiert, und im 105. (B. 1l>. 4.5) das ganze Gesetz. Auch im 89. Psalm <31. 32werden die Rachkommmen David's gemahnt, daß sie für den Abfall vom göttlichen Gesetz des Thrones verlustig gehen. 99, 7 wird die Erhörung des Gebets an die Beobachtung des Gesetzes gebunden, und 147, 19. 20 die Offenbarung des Gesetzes als allein an Israel geschehen gepriesen. 112, 1 wird Dem Heil zugerufen, der am Gesetze Gottes seine Lust hat. Wir haben absichtlich in Obigein nur die Stellen der heiligen Schrift angeführt, an welchen ausdrücklich vom Gesetze “TSä, flpn, pn, die Rede ist, die zahllosen 1) v, e. 7; n, 12. 2) 11, 20; 36, 27. 3) 18, 0. 17. 19; 33, 16. 18. 21.

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