Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 17 (22.4.1879)
- Date
- 1879-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ultgeme tne Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 8 biS SV, Bogen. Preis Vierteljährig 3 Mark. Inserate werden mit 80 Pf. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen BesteNungen an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In redactionellen Anaelezen-eitcn wende man sich an Dr. r. Pyttippso« in Bonn; hinsichtlich der Inserate >:n Hl. Hllosse in Leipzig uni» vcffen Aittalr« in Berlin. Breslau re. Inserate, welche bis Donnerstag «ngehen, finden in der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 43. Jahrgang. Leipzig, den 22. April 1879. ^2 17. Inbsll. Leitende Artikel: Die Einheit der Ideen in der heiligen Schrift Israels. VII. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn, Berlin. Steinheim, Braunschweig. — Rumänien: Bukarest, Rom, Bukarest. Jassy. — Rußland: Ssamara. — Bonn: Notizen. Literarische Notizen. - Feuilleton: Antipessimistische Denksprüche. — Vermischtes: Du Bois-Neymond und das Judenthum. Aus der Patriarchengruft zu Hebron. £edeuUC' dtthftcf. Bonn, 16. April. Die Einheit der Ideen in der heiligen Schrift Israels. VII. 10) Die Institution des Gesetzes. Neben dem eigenthümlichen Gepräge, welches, wie wir im vorigen Artikel gesehen, den gesummten biblischen Schriften die Voraussetzung und Bezeichnung der göttlichen Verkündigung, der unmittelbaren Aussprache Gottes gewährt, tritt ebenso charakteristisch für die Einheit dieser Bücher und deren engen Aneinanderschluß die in ihnen allen durchgängige Voraussetzung eines Gesetzes hervor, welches zugleich mit der Lehre identificirt wird, so daß beide untrennbar von einander gedacht sind und nach dem Maße der Anhänglichkeit an Beiden Treue oder Abfall bemessen werden. Das gedankliche Motiv hierfür werden wir weiter unten erörtern und zeigen, wie es aus bcr ersten Wurzel des gesummten alttestamentlichen Wesens und. Schriftthums uns schon entgegentritt. Wir beginnen vielmehr mit der thatsächlichen Beweisführung, und verfolgen dabei behufs dieses Zweckes den entgegengesetzten Weg in der Reihenfolge der Schriften. Der Chronist streut in die Geschichte David's, Salomon's, Josaphat's und Josia's immer wiederholt die Mahnung ein, dem Bunde Gottes, der Lehre und dem Gesetze, die durch Moses verkündet worden, treu zu bleiben und sie zu wahren, wodurch allein das Königthum befestigt werdel). So berichtet auch der Chronist (2 Chr. 8 13), daß Salomo die Opfer darbrachte im Tempel, „das tägliche am Tage, zu opfern nach dem Gebote Moses', an den Sabbathen und Neumonden und Festen, dreimal im Jahre, am Feste der ungesäuerten Brode und am Feste der Wochen und am Feste der Hüttem" Er rühmt Ässa, der „die Lehre und das Gebot übte" <14, 3), Josaphat (17, 4),.Hiskia (31, 21, vergl. 2 Kön. 18, 6). Nehemia findet die Ursache des Mißgeschicks seiner Nation darin, daß sie das Gesetz, welches Moses verkündete, nicht wahrte, denn auf Sinai wurden die Lehren der Wahrheit und gute Gesetze durch Moses ertheilt, und nach diesen müsse Israel wandeln^). Als Esra nach Jerusalem zieht, bestärkt er sich in der Absicht, die Lehre und das Gesetz des Ewigen im Volke zu festigen (7, 10), besonders erhebt er sich im Namen des verkündeten Gesetzes gegen die Verschwägerung mit den umwohnenden Nationen (9, 10. 14). — Der Chronist war jedoch nur dem Verfasser der Bücher der Könige gefolgt, der im ersten Buche wiederholt Salomo durch David und dann durch Gott selbst mahnen läßt, den Gesetzen Gottes, wie sie in der Lehre Mosis niedergeschrieben, treu zu sein, und über dessen Bedrohung berichtet, da dem Abfall vom Gesetze der Sturz des Königthums folgen werde s). Nach dem Falle des Zehnstämmereiches bespricht er daher diesen aus diesem Gesichts- 1 Ehr. 16, 17; 22, 13; 28, 7. 8; 29, 19; 2 Chr. 7, 17. 19; 19, 10; 34, 31. 2) Neh. 1, 7. 9; 9, 13, 14; 10, 30. 3) 1 Kön. 2, 3; 3, 14; 6. 12; 9, 4; 11, II. 33. 38; 18,18.