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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-03-25 · Heft 13 (25.3.1879) · p. Seite 202

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 13 (25.3.1879)
Date
1879-03-25
Page
Seite 202 (sequence 10)
Language
German
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202 com m un au tos des France“ gegründet, das soeben einen warmen Aufruf zu Gunsten dieses Werkes erläßt. Schon lange hatten die Juden im Elsaß die Tendenz, das Land zu verlassen, um sich in den Städten des Innern niedcrzulaffen, wo sich mehr Hülfsmittel für sie und für die Erziehung und Zukunft ihrer Kinder finden. Diese Bewegung verstärkte sich nach der Trennung Elsaß-Lothringens von Frankreich. In einer Anzahl französischer Städte sammelten sich daher Israeliten, ohne daß eine regelmäßige Administration eintrat. Der obgedachte Verein wollte und will nun diesen entstehenden Gemeinden zu ihrer Constituirung, zur Errichtung von Nabbinaten, Schulen und Gotteshäusern verhelfen. Er hat beigetragen, Nabbinaie in Pan, Sedan, Valencicnncs, Rennrcmont und Nonen zu schaffen, und bereitet Gleiches für Monpellier, Elboeuf, Havre, später für Grenoble, Orleans u. a. vor. Der Verein unterstützt die neuen Gemeinden zum Gehalt ihrer jungen Seelsorger und fenbet zu den großen Festen Rabbinatscandidaten nach den neuen stehenden Gemeinden, um zu predigen und religiösen Unterricht zu crtheilen. Gewiß ist dieser Zweck ein sehr nützlicher, und man wird in Frankreich dem Aufrufe des Comitds die gesuchte Unterstützung gewähren. Italien. NvM, 3. März. Herr Nosetti, der rumänische Minister, ist unverrichteter Sache von hier abgereist. Bei all' seinen Versuchen, die Anerkennung Rumäniens zu befürworten, traf er immer nur auf die Antwort: „Erst muß der berliner Vertrag ganz erfüllt sein." Und wenn der Depretis vorhielt, dies sei der Ruin der liberalen Partei in Buckarest, so erwiderte ihm der Minister: „Wenn wir anders verführen, so wäre cs der Ruin der liberalen Partei in Italien." Serbien. Berlin, 14. Marz. Der Norddeutsch. Mg. Zeitg. zufolge ist deutscher Seits mit Rücksicht auf die von der serbischen Negierung gezeigte Bereitwilligkeit, die Bestimmung des Berliner Vertrages wegen Gleichstellung der Glaubensbekenntnisse zur Ausführung zu bringen, die Anerkennung der politischen Unabhängigkeit Serbiens ausgesprochen worden. Der bisherige Gencralconsul Bray ist zum Geschäftsträger in Belgrad ernannt worden. Rumänien. Bukarest, im März. Die „Polit. Eorr." enthält von hier einen Artikel, welchem wir Folgendes entnehmen. „Dies die Prozedur. Was das Wesen der Sache anbelangt, nämlich die Art.und-Weife^ in -welcher die Judenfrage eigentlich ausgetragen werden wird, so läßt sich hierüber heute blos Folgendes sagen: In leitenden Kreisen ist man überzeugt, daß die in den künftigen Revisions-Kammern vertretene Nation sich aussprcchen tvcrde. Die Partei der Eonservativen ist fest ent schloffen, der Regierung in dieser Frage keine Opposition zu machen; weil sie eben die Ueberzeugung hegt, daß die Frage endlich einmal ausgetragcn werden müsse, soll anders die internationale Stellung Rumäniens konsolidier werden. Die kleineren, politischen, fast durchwegs liberalen Parteigruppen, deren Anzahl eher im Wachsen als im Abnehmen begriffen ist, werden mehr oder weniger Opposition machen, je nachdem es Herrn Bratiano gelingen wird, mit denselben zu paktiren, weil viele jener Oppositionellen das rumänische Sprichwort: „Freundschaft ist Freundschaft, aber der Käse kostet Geld" zu ihrer Devise gemacht haben . . . Die Israeliten selbst sehen mit der größten Spannung der Dinge entgegen. In tonangebenden israelitischen Kreisen hegt man vor gar keinem Auskunftsmittcl größere Besorgniß, als daß die Gesetzgebung die in rumänischen , einflußreichen Sphären beliebte Ansicht in positive Form bringen könnte, wonach sämmtliche Israeliten als Ausländer erklärt und verpflichtet werden sollen, im gesetzlich vorgezeichneten Wege, nämlich durch die Kammern, das rumänische Jndigenat zu erwerben. Andererseits schöpfen die Israeliten neuen Muth aus der, wie sie behaupten, konstatirten Thatsache, daß, und zwar, namentlich im Gebiete jenseits des Milkow (Moldau), wo die jüdische Bevölkerung eine ungleich größere ist, als in der Walachei, sehr hervorragende und einflußreiche Mitglieder der rumänischen Gesellschaft sich dem israelitischen Elemente in nicht mißzuverstehender Weise zu nähern begonnen haben, mit dem durchaus nicht verhehlten Bemerken, daß das Judcnthum heute in Rumänien ein Factor sei, mit dem jetzt schon gerechnet werdenmuffe." Bukarest, 10. März. Deputirtenkammer. Die erste Lesung der Declaration betreffend die Revision der Verfassung ist heute beendet worden. Der Antrag der Minderheit, welche die Revision zwar genehmigen, aber diesen Beschluß begründen will, wurde mit 33 gegen 71 Stimmen abgelehnt und dagegen der Antrag der Mehrheit, welcher einfach besagt-, das; eine Revision des Artikels 7 der Verfassung nothwendig sei, mit 71 gegen 19 Stimmen angenommen. Miclescu und Docau, die einzigen Abgeordneten, welche gegen die Revision sprächen, enthielten sich der Abstimmung. —Der Senat beginnt die Debatte über die Revision der Vcrfaffung in seiner nächsten Sitzung. Bukarest, 12. Marz. Gestern Abend endlich brachte der Senat nach dreitägiger Verhandlung sein Votum zu Gunsten des Majoritätsbeschlusses der Commission zu Stande. Mit 30 gegen (J Stimmen wurde der Minoritätsantrag abgelehnt und mit 41 Stimmen gegen 6 der Mehrheitsantrag angenommen. Aus de« Verhandlungen ist nur hervorzuheben, daß der Ministerpräsident Bratiano meinte, daß Rumänien

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