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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-03-18 · Heft 12 (18.3.1879) · p. Seite 188

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 12 (18.3.1879)
Date
1879-03-18
Page
Seite 188 (sequence 12)
Language
German
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188 der Rabbiner der hiesigen Gemeinde A. CH., Herr Flügel, sich an alle höheren Staatsinstanzen der Union gewendet, um dieselben bei der zu erwartenden neuen Anordnung der diplomatischen Verhältnisse zu Rumänien zu ersuchen, aus die Erfüllung des Berliner Vertrages hinsichtlich der Gleichberechtigung aller Kulte auch ihrerseits zu halten und empfing von ihnen zusagende Antworten. Als früherer rumänischer Unterthan wandte er sich auch an das rumänische Cabinet, und empfing von E. A. Rosetti folgende Antwort: „Mein Herr, gestatten Sie mir. Ihnen für die warmen Ausdrücke zu danken , welche Ihr Schreiben enthalt. Ich empfinde ein lebhaftes Vergnügen bei dem Interesse, welches Sie für unser Vaterland hegen und ich kann Ihnen versichern, daß Rumänien in der israelitischen Frage wie immer (!!' die liberalen Grundsätze respectiren wird, die seine Kraft ausmachen. Bedauernd, daß meine Beschäftigungen mich verhindern, mich länger mit Ihnen zu unterhalten, bitte ich Sie, mein Herr, den Ausdruck meiner vollkommenen Hochachtung entgegenzunehmcn." — Es sind , seit diesem Schreiben wieder Monate verflossen, und wir stehen noch immer vor der-Erfüllung dieses Versprechens. NcW-Zork, im Februar. (Privatmitth.) Sie haben seiner Zeit über das, in der Versammlung der Gemeinden- Union, die im Juni vor. I. zu Cincinnati staltgefunden, besprockens Projekt berichtet, Ackerbau-Colonren für einwandernde Juden aus dem östlichen Europa zu schaffen; nicht. etwa für einzelne Auswanderer dieser Kategorie, sondern im großen Ganzen für viele Tausende dieser in ihrer Heimath so hart bedrängten Glaubensgenossen. Es wurde dem.Executiv-Comitc der Union ausgctragen, zu erkunden, auf ivelche Weise theils durch Ankauf, theils durch Schenkung seitens des Staates große urbar zu machende Landstriche zu diesem Zwecke erworben werden könnten, und sich mit der Alliance isr. nniv., der Anglo-Jewish Association und den ähnlichen deutschen Vereinen in Verbindung zu setzen. Jetzt taucht die Idee bald in diesem, bald in jenem amerikanischen öffentlichen Organ auf, und wird als eine griffe Frage der allgemeinen und der be- I e lt x Die Kriege -es israelitischen Volkes. (Schluß.) Der Chronist berichtet uns aus der Regierungszcit des Königs Affa, daß er Viele feste Städte baute mit Mauern, Thürmen, Thoren und Riegeln, und cm mächtiges Heer gehabt, „große Schilde und Lanzen tragend Von Juda 300,t* JO Mann, und Von Benjamin, kleine Schilde tragend und Bogen spannend 2S<>,000 Mann, alle diese tapfere Helden." Mit diesem Heere schlug er den König Serach der Kuschi, der mit einer Million Mann und 300 Wagen in's Larrd gefallen, und zwar in offener! sonderen Civilisation dargestellt. Die Ausführung würde eine Wohlthat, sowohl für die Juden, als für die Länder Osteuropas selbst sein. Gerade unter diesem Gesichtspunkte halten wir das Auftreten dieses Gedankens in der Oeffentlichkeit für nachtheilig. Denn da er von vornherein bestimmt ist, Utopie zu bleiben, so wird er nach einiger Zeit von den Judenfeinden in der bekannten Weise ausgebeutet werden. In der- That würden sich in Amerika derartige Landstriche wohl finden lassen, und ebenso gewiß würde ein großer Theil der jüdischen BevölkMMg Osteuropas sehr geneigt sein, sich dem Ackerbau in einem fteien Lande zu widmen. Aber woher die Mittel nehmen, ein paar mal hunderttausend Menschen, die mittellos, ja höchst dürftig sind, aus Rußland und Rumänien nach entlegenen Therlen Amerikas zu versetzen, sie Jahre lang, bis der urbar gemachte Boden ihnen den Unterhalt bietet, zu erhalten und noch lange nachdrücklich zu unterstützen? Dazu gehörten viele, viele Millionen, und woher diese nehmen? Bekanntlich hatte Peixotto, als er noch Generalkonsul in Bukarest war, diese Idee angeregt. Er spielte sie Rumänien gegenüber aus. Die schlauen Rumänen stimmten ihr freudig bei und versprachen den au-swandcrnden Juden — gebührenlose Pässe als Unterstützung! Schon die Versammlung zu Brüssel sprach sich ablehnend aus. Zur Zeit der Hungersnoth in den westrussischen Provinzen machte die Alliance Anstrengungen, um den Juden zur Auswanderung nach Amerika behülflich zu sein. Aber sie machte bald die Erfahrung, daß die Auswanderung einiger Hunderte schon alle Mittel überstieg. In Europa kann daher der von der amerikanischen Union den israelitischen Gemeinden wieder vorgebrachte Gedanke keinen Anklang finden, da die Unmöglichkeit der Ausführung auf der Hand liegt. Wir haben dies den Herren genugsam auseinandergesetzt. Aber die amerikanische Uebcrtreibungsluft läßt sich, wenn die Herren sich damit in den Vordergrund zu schieben glauben, nicht zähmen, auch wenn daraus in der allgemeinen Bcurtheilung nur schiefe Ansichten erwachsen. t e t o n. Feldschlacht. Wie wir schon oben bemerkt, besitzt die Chronik für ihre Zahlangaben wenig Autorität. — Bei den Aufstande gegen die usurpatorische Königin Athalja, den der Chronist von . , den Leviten allein vollbringen läßt, waren nach dem Buche der Könige Mieihstruppen thätig, die in Rotten von Hunderten eingetheilt waren und unter Obersten standen. Ta es gerade Sabbath war, wurden ihnen Spieße und Schilde im Tempel gereicht, die noch ans den Zeiten Davids hier aufbewahrt wurden. — Denkwürdig bleibt immer der Feldzug Sanherib's gegen den König Hiskia. Dieser mochte sich wohl auf Aegypten gestützt haben, aber die Affvrer hatten die Aegypter bis hinter den „Bach

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