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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-02-25 · Heft 9 (25.2.1879) · p. Seite 139

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 9 (25.2.1879)
Date
1879-02-25
Page
Seite 139 (sequence 11)
Language
German
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139 entstanden wäre. Zum Glücke haben die durch solchen Zelo-gliche Einrichtungen hingezogen fühlen. Die Rumänen müßten tismus empörten Gemüther die Würde des Ortes mehr be j sich deshalb die Sympathien der Bevölkerungen wie der Rerücksichtigt, als der Herr Vorsteher der orthodoxen Gemeinde. ■ gierungen der westeuropäischen Staaten zu erwerben oder zu Uebrigens ist die Angelegenh eit bereits dem Strafgerichte überj erhalten trachten, und dazu sei die politische Gleichstellung aller geben worden und wird ihrer Austragung mit Spannung ent« Neligionsbekcnntniffe unbedingt erforderlich, denn dieselbe werde gegengesehen. Schweden. von den Gesinnungen und Empfindungen der aufgeklärten und unterrichteten Classen Europas gebieterisch gefordert. Die Rumänen selbst aber schleppten in ihrem anerkennungswürdigen Streben nach Fortschritt, Cultur und Wissenschaft die Richtgleichberechtigung der Culte in ihrem Lande wie eine schwere, mit Centnern belastete Kette nach, welcher sie sich so rasch als möglich entledigen müßten. Die Auseinandersetzungen Campineanu's verfehlten ihren Eindruck im Senate nicht. Nom, 5. Febr. Aus den Debatten der italienischen Kammern über die auswärtigen Angelegenheiten heben wir noch die Acußerungen des vor Kurzem abgetretenen Ministerpräsidenten Cairoli hervor. Er sagte, er habe es. für seine Psiicht gehalten, die Unabhängigkeit Rumäniens so lange nicht anzucrkennen, bis der Gothenburg, 9. Februar. (Privatmitth.) Unsre Gemeinde hat am 5. d. M. einen unersetzlichen Verlust erlitten: ihr erster Vorsteher, Herr Eduard Magnus ist ihr durch den Tod entrissen worden. Trotz seiner 78 Jahre hatte er sich eine fast jugendliche Geistes- 'und Körpersrische erhalten, stand seinem Amte seit 30 Jahren in Treue und Hingebung vor, nachdem er in ihm seinem hochgeachteten Vater L. E. Magnus, der es 50 Jahre hindurch verwaltet hatte, gefolgt war. Seine Humanität und Liebenswürdigkeit machten ihn in der ganzen Stadt beliebt, und die verdienstvolle Weise, in welcher er viele städtische Ehrenämter bekleidet hatte, hatte anzucrkennen, bis der § 44 des Berliner Vertrags nicht zur ihm vor langer Zeit schon von Seiten unseres Königs den; Thatsache geworden. Ter Artikel 44 sei keine vereinzelte schwedischen Nordstern- und den norwegischen St. Olafsorden Bestimmung, sondern ein allgemeines Grundprincip des Berliner erworben. Sein echt religiöser Sinn, sein warmes Jntercsie! Vertrages, welches nicht allein in Rumänien, sondern auch in für das Judenthum machten ihn der Gemeinde um so thcurer,! den übrigen Balkanländern zur Ausführung kommen müsse, als er bei seiner bedeutenden gesellschaftlichen Stellung sich' Er habe daher dem - italienischen General-Consul Fava Voreiner seltenen Bescheidenheit und Einfachheit befliß. Seiner ' geschrieben, die Beglaubigungsbriefe als Minister-Resident beim Beerdigung wohnten alle Behörden und eine große Zahl Ein- * dürften Karl nicht eher zu überreichen, als bis die Beraubung wohner bei, und der Rabbiner Dr. Wolff feierte das Anden-' ganzer Bevölkerungsclassen aller Civilrechte wegen des Religionsken des Verewigten in ergreifender Rede.! Unterschiedes aufgehört habe. An dieser Ansicht halte er auch . heute fest. Rumänien dürfe 'sich übrigens nicht über Italien! beklagen. Der König habe dem Fürsten Karl in besonderer! Mission durch den Kammer-Präsidenten Farini das höchste Vttkarest, 7. Febr. Ueber die am 5. d. stattgcfundene! Ehrenzeichen (Collarc deir Annunziata) Italiens als Aner- Senatssitzung bringt die „N. fr. Pr." folgenden sausführlichen l kennung seiner nationalen Politik überreichen lasten; auf dem Bericht. Der Senat und die. Kammer haben sich gestern in Berliner Congreste habe Graf Eorti die rumänische Sache nach den Sectionen mit der Vorlage zur Abänderung des Artikels 7 ■ Kräften gefördert; Niemand verkenne außerdem die natürlichen der Verfassung beschäftigt. Im Senate hielt der Minister des Sympathien der Italiener für die altrömische Nationalität Aeußern, Herr Campineanu, eine überaus klare Rede, in welcher ' Rumäniens, aber trotzdem dürfe man das Nationalitätsprincip er die Rothwendigkeit der Emancipation der Juden — möge man! nicht zu clericalen Zwecken ausbcuten, und das sei doch undieselbe für wünschcnswerth hatten oder nicht—auseinandersetzte. streitig die Aufrechterhaltung der bisherigen rumänischen Zu- Hcrr Campineanu führte an, daß sowohl die geographische Lage stände rücksichtlich der Juden, welche er niemals billigen tvürdc. wie die politische Situation Rumäniens derartig sei, daß das j — Im Uebrigen sind gegenwärtig in Rom, Paris und Berlin Land sich in steter Bedrohung durch seinen übermächtigen' die Verhandlungen über die rumänischen Handelsverträge wieder russischen Nachbar befinde, welcher nur allzu großes Begehren in vollem Zuge, nur daß die Mächte dabei die volle Gleichnach rumänischem Territorium an den Tag lege und gleichzeitig! berechtigung aller Culte festhalten und als vollständig beschlosten große Lust, zeige, seinen ausschließlichen Einfluß nach jeder voraussetzen. Richtung in Rumänien zur Geltung zu bringen. In dieser — -'-—- Bedrohung und vor dieser Gefahr könne sich Rumänien nur Bonn, 16. Febr. (Notizen.) Man schreibt nns auS durch die Gerechtigkeit, die Macht und den Schutz der westlichen Pest: Den 2b. Januar starb R. Moses Schick, Ober- Staaten Europas retten, zu welchen die Bewohner des Landes rabbiner von Hußt (Ungarn). Derselbe war ein bedeutender sich außerdem durch Abstammung, Sitten, Bildung und staat- Talmudist und stand 40 Jahre einer talmudischen Hochschule

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