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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-02-25 · Heft 9 (25.2.1879) · p. Seite 140

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 9 (25.2.1879)
Date
1879-02-25
Page
Seite 140 (sequence 12)
Language
German
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140 vor. Er stand an der Spitze der ungarischen Rabbiner, welche gegen das ungarisch-israel. Landes-Nabbiner-Seminar eine Art Bann erließen. — Einige Wochen früher verschied in dem durch seine Druckerei bekannten Zolkiew in Galizien der Oberrabbiner Samson Hörowitz-Meisels in dem hohen Alter von 89 Jahren. Der rüstige, lebenskräftige Greis studirte noch bis an sein Ende Nächte hindurch ohne Brille. Wie die „Neuzeit" berichtet, war sein letztes, Wort das Amen nach vollendetem Segensspruche beim Gebete. — Im israel. Neihenhause zu Pest verschied am 5. Februar im Alter von 82 Jahren Salomon Sachsel. Er war 30 Jahre Chordirigent bei der Pester israel. Cultusgemeinde und 73 Jahre Mitglied der Pester Chewra Kadischa. — Dem „Golos" wird aus Kielce Folgendes mitgetheilt: Vor einigen Tagen wurde einer reichen jüdischen Familie von einigen eingefleischten Katholiken ein siebenjähriges Töchterchen geraubt, um es taufen zu lassen. Das Kind wurde zu einem Geistlichen gebracht, der, als er den Thatbestand erfuhr, sich weigerte, den Wunsch " I e lt U Die Kriege des israelitischen Volkes. (Fortsetzung.) Bald entbrannte auch wieder der Kampf gegen die Philister, und David schlug diese in zwei Schlachten, wobei er in der zweiten den Philistern in den Rücken fiel, indem er ein stürmisches Unwetter benutzte, welches seine Annäherung verbarg. — Schwerer war der Krieg gegen die Ammoniter, welche ein aramäisches Hülfscorps von 33,000 Mann „gemiethet" hatten. Als Joab mit seinen Heere sich näherte, stellten sich die Ammoniter am Thore ihrer festen Stadt Nabbach auf, während die Aramäer ins Feld zogen. Joab stellte sich mit einer auserlesenen Schaar den letzteren gegenüber, während er die andere Abtheilung unter seinem Bruder Abisai den Amnwnitcrn gegcnübersiellte, mit der Weisung, daß, welche Abtheilung in Nachtheil komme, ihr von der anderen Hülfe gebracht werde. Die Aramäer wurden geschlagen und die Annnonitcr zogen sich in ihre Stadt zurück, deren Belagerung Joab nicht unternahm. Die Aramäer kamen bald mit verstärktem Heere zurück, indem sie Dölkerstämme' jenseits des Euphrat an sich gezogen hatten. Diesmal zog David selbst aus und schlug von den Aramäcrn 700 Streitwagen und 40,(00 Reiter. Hierauf schlossen sie Frieden. Nachdem die rauhe Jahreszeit vorüber war, zog Joab aus, verheerte das Land der Annnonitcr und belagerte Näbba. Die Israeliten bcrannten die Stadt, wurden aber mit Verlust zurückgeschlagen, da die Maltern von Bogellschützen besetzt waren. Das offene Hcranrückcn un die Mauern einer belagerten Stadt wird hierbei als besonders gefährlich und deshalb zu vermeiden bezeichnet. Nach längerem Streite nahm Joab den am Fluffe der Fanatiker zu erfüllen und das Kind den Eltern zurückbrachte. Gegen die Räuber des Kindes ist die Untersuchung eingeleitet worden. — Man theilt dem Bulletin der Alliance Israel, mit: In Folge einer telegraphischen Meldung des Herrn Baron v. Ring, franz. Mitglied der europäischen Commission von Ostrumclien, an den Minister des Aeußeren von Frankreich, daß sich in Philip Popel 500 Israeliten befinden, die aller Hülfsmittel beraubt sind und Hungers sterben, schickte Herr Baron v. Hirsch an das Comite von Konstanfinopel für diese Unglücklichen eine Summe von 10,000 Fr. baar und zehn Waggons Holz aus seinem Walde von Bellova. — Man schreibt uns aus Berlin: Der bekannte Poffendichter Saling re ist nach furchtbaren Leiden gestorben. Er hatte sich aus sehr niedriger Stellung emporgearbeitei. Seme Posten (z. B. der „Pcchschulz'e") haben seiner Zeit hunderte von Vorstellungen erlebt. Er wurde mit großartiger Becheiligung auf dem jüd. Gottesacker begraben, Schriftstellerthum und Preste, sowie die Theater waren stark vertreten. I e t o u. gelegenen Theil der Stadt ein, wartete aber ab, bis der König selbst mit frischen Truppen angelangt war, um auch die Oberstadt einzunehmcn. damit David selbst den Ruhm davon habe. — Bei dem Ausstande Absalom's tritt uns die Notiz entgegen, daß David eine, besondere, ihm unbedingt ergebene Schaar Krieger hatte, die man als eine Art Leibtvache anschen kann. Es werden als solche (2 Sam. 15, 18) die 600 Gitthim genannt, die von Gath mit ihm gekommen waren, also die Männer, welche sich aus seiner Flucht vor Sau! um ihn gesammelt hatten, und die deshalb nicht als aus Gath stammend, anzusehen sind, da sie vielmehr nach der Schrift selbst aus Unzufriedenen und solchen, die fich in Israel nicht sicher fühlten, bestanden. Es waren also die alten-Kampfgefährten Davids. Ferner die Crethi und Plethi. Diese, die spater noch oster Vorkommen, und nicht ohne Einfluß blrcben, find uns noch heute ihrer Bedeutung nach unbekannt. Die gewöhnlich angenommencn Erklärungen als „Läufer und Scharfrichter, oder als Familien aus Israel, oder als Philistäer, die aus Creta stammten — ganz abgesehen von der talmudischen als Mitglieder des Sanhedrin — haben sämmtlich ebenso viele etymologische als sachliche Schwierigkeiten gegen sich. Wir müssen uns begnügen, sie als zum engeren Kresse der Krieger Davids und seiner Nachfolger gehörig anzusehon, die eine besondere Stellung und Organisation hatten, mb zu Zeiten eine Rolle spielten. Dies leuchtet um so mehr «ha, als 20, 23 „Joab über das ganze Heer., Bcuajcch über die Ehrethi und Plethi, Adoram über die Steuer, Josaphct als Kanzler, Scheja als Stäatsschreiber, Zadok als Priester und Im als Rath" genannt werden. _ (Fortsetzung folgt.)

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