Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 9 (25.2.1879)
- Date
- 1879-02-25
- Page
- Seite 137 (sequence 9)
- Language
- German
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137 oder von Er. Philippson edirt, ist den Leuten unverständlich! des hebräischen Elements zu erkennen, wie es seinen Ausdruck und gleichgültig. Welche Consequenzen diese Gleichgültigkeit in 2 Mos. 20, 7; 3 Mos. 19, 12; Zach. 8,17; Male. 3, 5 nach sich zieht, kann ich durch ein trauriges Beispiel aus! gefunden hat. Dieses Element kennt auch sehr wohl eine meiner jüngsten Praxis charakterisiren. j strenge Strafe für den lügenhaften Zeugen (5 Mos. 19,16—19), Ein junges, nicht unvermögendes jüdisches Mädchen auf - dagegen weiß es nichts von Exemtionen, sondern stellt den dem Lande (eine Waise) lernte einen christlichen Bergmann kennen und um ihn heirathen zu können, war sie bald überredet, die Taufe zu nehmen. — Die Verwandten kam en in ihrer Noth schließlich zu mir und ich setzte alle Hebel in Bewegung, das Mädchen auf den rechten Weg zurückzubringen. Grundsatz eines Gesetzes und Eines Rechtes für Alle auf." Oesterreich-Ungarn. Wien, im Februar. (Privatmitth.) Der „Verein zur Ich besuchte selbst den katholischen Pfarrer des Ortes, mit j Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" dem ich eine längere Unterredung hatte. Dieser sagte mir u. A. ° hat seinen 36. Jahresbericht veröffentlicht. Da derselbe eieine leider traurige Wahrheit: „Das Mädchen hatte bis heute nige besondere sociale Verhältnisse der Gegenwart berührt, so noch keine Ahnung von Religions lehre. Das erste verständliche Wort über das Wesen der Religion hat sie aus dem — katholischen Katechismus geschöpft." — „Aber sie hat „oren“ gelernt", sagten mir die Verwandten! — Die Nutzanwendung überlaffe ich den gesch. Lesern. W. Aus Württemberg, 14. Febr. (Privatmitth.) In einer der letzten Sitzungen genehmigte die Kammer der Abgeordneten wird man die Einleitung desselben in ihren Haupstellen mit Interesse lesen. „Es sind in diesem Jahre 383 Zöglinge, gegen 364 im früheren, unter Obhut des Vereines gestanden, 118 wurden neu ausgenommen — gegen 112. Die Lehre vollendet haben 55, und 119 zumeist vor erfolgter Einverleibung in die Genossenschaft dieselben verlassen. Zu Ende des Jahres 1878 verohne Debatte den jährlichen Staatsbeitrag für die israelitische blieben 234 Zöglinge bei 32 Handwerken in der Lehre. Eentralkirchencasse im Betrage von 24,500 Mark. j Die Zahl der Vereinsmitglicder ist heuer theils durch Auf die bereits in Nr. 8 erwähnte Aeußcrung des Abg.; Austritt theils durch Sterbefällc wieder «ne kleinere geworden, Frh. v. Gültlingen entgegncte Herr Kirchenrath Er. Wasser-'der Ausfall der Jahresbeiträge beträgt mehr als 200 ft. Die mann in Stuttgart im Württ. Staatsanzeiger vom 12. Febr. Gesammtcinnahmen jedoch haben darunter nicht gelitten, da Folgendes:!die Rückvergütungen,' sowie Eapitals- und Stiftungs-Zinsen „Eine gesunde Logik wird in der ersten Bemerkung des'einen das Vorjahr übersteigenden Ertrag abwarscir. Freiherrn von Gültlingen nicht sowohl die objectivc Anführung Die Einahmcn betrugen: 1878 9253 fl. 99 kr., einer Thatsache, als vielmehr die Acnßcrung des Unmuthes ' 1S77 9285 fl. 76 kr. Die Ausgaben: 1878 8903 fl. über die legislatorische Thätigkeit einiger Neichstagsmitglieder!01 kr., 1877 9313 fl. 72 kr. des jüdischen Bekenntnisses finden. Ebenso wird ihr die nach-: Bei dem obwaltenden schlechten Geschäftsgang fehlt auch herige Nestriction dieser Bemerkung, nur als eine Anwendung dem strebsamsten jungen Handwerker oft der Muth zur selbstder bekannten Regel erscheinen: si leoisti nc<ra. Das möge' ständigen Etablirung. Er zieht es vor, als Gehilfe in gutem übrigens uncrörtert bleiben. Dagegen wird der Herr Ab-'Lohn zu bleiben und bessere Zeilen abzuwarten. Tie Zahl geordnete einem Israeliten wohl die Frage gestatten müssen, der Bewerber um Meister-Unterstützung wird daher immer kleiworauf seine Befürchtung, daß der Einfluß des hebräischen * ner, und wir selbst haben gar keine Ursache, in dieser Rich- Eleinents selbst dem Meineide noch zur Straflosigkeit verhelfen tung aufmunlernd zu wirken. Im Gegeirtheile habe» uns werde, sich stütze. Weiß er aus statistischen Angaben oder hat langjährige Erfahrungen nur zu deutlich die Ueberzeugung er die Erfahrung gemacht, daß bei dem hebräischen Elemente aufdrängen müssen, wie wenig die Tendenz, die seinerzeit bei der Meineid häufiger vorkomme und dasselbe deshalb an dessen' Schaffung unserer Meister-Stiftungen dm Gründern vorge- Straflosigkeit ein besonderes Interesse habe? Nach meinen! schwebt, mit den seither ins Land getretenen Verhältnissen, mit Erfahrungen auf diesem Gebiete kann das unmöglich der Fall der. durch das größere Capital geschaffenen Concurrenz im sein. Ich bin 30 Jahre lang — von 1834—1864 — von Einklänge steht. Wir folgen daher schon seit Jahren, weniger verschiedenen Gerichten zu Eidesleiftungm von Israeliten beidein Wortlaute als dein Sirme dieser Stiftungen gerecht, dem gezogen worden und mit Ausnahme verschwindend weniger Fälle Bestreben nur dort helfend einzutreten, wo uns auch die Gamachten die Richter wie ich die Wahrnehmung, daß die rantie geboten erscheint, mit dem zu bringenden Opfer auch Schwörenden von dem heiligen Ernste des Eides und der j in der That eine dauerhafte und gedeihliche Zukunft zu begrüßten Scheu vor dem Meineide durchdnlngen waren. Nirgends! gründen. wird gehört, daß Pies seit dem Jahre 1864 anders gewordm! Hingegen wird der Andrang der Aufnahme suchenden sei. Es giebt sich hierin fortwährend der bestimmende Einfluß'Knaben alljährlich größer, die Zöglingszahl hat fast das 9