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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-01-28 · Heft 5 (28.1.1879) · p. Seite 72

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 5 (28.1.1879)
Date
1879-01-28
Page
Seite 72 (sequence 8)
Language
German
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1 12 Pflicht. Die israelitische Ortsgemeinde war die freiste der J üRithJtrfung der Männer in der Verwaltung auch ferner zu Welt, wählte ihre Vorsteher und Richter selbst, und hatte sich* sichern. „Denn, meine Damen", so meinte die Kaiserin, „ohne nur dem allgemeinen Staatsinteresie ein- und unterzuordnen. - die Männer richten wir doch nichts aus. Ja, ja, meine Da- Wo also findet der Abg. Löwe mehr Solidarität, mehr Pflicht-! men, ohne die Männer geht's in keiner Verwaltung ordentlich." — gefühl, wo will er die Quellen seines „Pflichtgefühls", dasi Nachdem in der Sitzung des Abgeordnetenhauses von 10. dem obigen gegenüberstehe, suchen? Die Herren haben nun! Januar der Abg. v. Schorlemer Alst seinen Antrag auf Eineinmal die Gewohnheit angenommen. Alles, was ihnen nicht! sctzung einer Enquete-Commission Seitens der deutschen Regefallt, mosaisch oder jüdisch zu nennen, ohne zu untersuchen,' gierung über das Bedürfniß eines Wuchergesetzes und die Beob diese Benennung paßt, ob nicht gerade das wahrhaft mo-; fchränkung der Wechselfähigkeit ausführlich begründet, und der faisch ist, was sie für eine moderne Entdeckung einer verlebten Abg. Laster den Antrag ebenso ausführlich bekämpft hatte, Vergangenheit gegenüber halten. Dieses Verfahren ist aber, unterließ es der Vertreter des Ultramontanismus nicht, in nicht gerade ein Zeugniß für die Kritik und Wissenschaft, deren' seiner Schlußrede die Juden in die Debatte hereinzuziehen und sich diese Herren als der Domäne ihres Denkens und Urthei-! besonders auf die Zeilen hinzuweisen, wo die Juden zum Wucher lens rühmen. Die Ansichten vielmehr, welche sie von Mosaispriviligirt gewesen seien. (Er hätte richtiger „gezwungen und mus und Judenthum hegen, sind veraltet und würden diesen Männern längst entschwunden sein, wenn sie den modernen Forschungen über jene gefolgt wären. Es scheint, daß Löwe verurthcilt" sagen sollen! Redact.) In einer persönlichen Bemerkung replicitte Lasker, daß er sich von den Auslassungen des Abg. Schorlemer nicht berührt fühle, und daß ihn die bei seinem Gegensatz von Patriarchalismus und Pflichtgefühl' Judenhetzen der Ultramontanen Vorkommen, wie wenn ein die Kirchenlehre von dem „passiven Gehorsam gegen die be'! Reiter durch ein schmutziges Dorf komme, wo doch nur der stehende Obrigkeit", weil sie „von Gott angeordnel", im Sinne hatte, und diese, statt im R. T. zu suchen, als „mosaisch" bezeichnte, weil dies stärker klingt, einen besondern Beigeschmack hat, und für den Redner weniger Jnconvenienzen mit sich führt. — Berlin, im Januar. Nach dem Berliner Correspondew dörfliche Koth bis an die Knöchel des Pferdes reiche. Das Centrum glaubte sich dadurch zu rächen, daß es am anderen Tage eine Carncatur im Hause hemmgehen ließ, in welcher Lasker hoch zu Roß dargestellt wurde. Die Würde, die das Centrum sich zu geben beliebt, ist auf diese Weise genügend characterisirt, wozu in der Sitzung vom 17. die Auslastungen ten der „Morning Post" hatte die deutsche Regierung ihren j des Abg. Fransten über einige Bonner Professoren eine Unterthanen das Tragen von rumänischen Orden und Deco- - weitere Illustration geben. Auf eine tiefere Stufe ist die parrationen untersagt, so lange die rumänische Regierung ermangle,! lamentarische Debatte wohl noch nirgends gesunken. Diese ihre Verbindlichkeiten genuiß des Berliner Vertrages zu er-! Herren vom Centrum können Aebnliches nur aus den schlimmenfüllen, insbesondere aber, so lange sie es unterlaste, die in sten Zeiten des amerikanischen Congrestes aufweisen. Daß die diesem Instrument vorgefchriebene Gleichstellung der Juden in ultramontanen Blätter, die „Germania" an der Spitze, bei Rumänien herbeizuführen.! den über den Wucher gegenwärtig erhobenen Discussionen fort- (Statt „untersagt müßte es heißen: „Die Erlaubniß während mit „Juden" um sich werfen, konnte man bei dem nicht gewährt, denn um einen fremden Orden zu tragen, ist die Erlaubniß des eigenen Souveräns erforderlich. Die Verleihung von Orden gehört zu den Vorrechten eines unabhängigen Fürsten, und würde somit die obige Tharsache, wenn sie eine solche ist, einfach in der Consequenz liegen. Redact.) Berlin, 19. Jan. (Privatmitth.) Die hiesigen Blätter berichten: „Das Rei chenheim'sche Waisenhaus der Berliner jüdischen Gemeinde, am Weinbergswege belegen, wurde vor Charakter derselben Vorausfetzen, obfchon ihr Angehöriger, der Abg. Schröder (Lippstadt) doch selbst zugegeben, daß in unsrer Zeit dieses Laster nicht weniger bei den Christen grassire. Berlin, 19. Jan. In der gestrigen Abendsitzung des Abgeordnetenhauses kam unter Andern: zur Verhandlung: Tit. 3 des Cap. \27:. zur Verbesserung der äußern Lage der Geistlichen aller Bekenntnisse 3,305,731 M." Wind hör st (Meppen) beantragt den Zusatz: „und der jüdischen Religionsdiener." Reg. Comm. Geh. Rath Lucanus wendet dagegen mehreren Tagen von der Kaiserin besucht. Die hohe Frau ein, daß landrechtlich unter „Geistlichen" nur christliche Ncliverweilte etwa s/4 Stunde in der Anstalt, von deren Einrich-! monsdiener verstanden werden könnten, und sucht historisch nachtungen sie die eingehendste Kenntniß nahm. Dem Curatonmn! zuweisen, daß der bezügliche Fonds für jüdische Religionsdiegegenüber sprach sie sich m sehr lobender Weise über dieser nicht verwandt werden dürfe. Der Antrag Windthorst zweckentsprechende Bertheilung der einzelnen Aufsichtsgeschäfte so wie Tit. 3 werden der Budget-Commission überwiesen. — und über die musterhafte Ausstattung der Räume aus. Auch in die Küche lenkte die Kaiserin ihren Weg, und hier war es, wo sie de« Damen des Vorstandes es ans Herz legte, sich die Diese Ueberweisung zeigt, daß die Mehrheit des Hauses mit den Einwänden des Reg.-Comm. nicht einverstanden ist und eine nähere Erörterung verlangt. Diese Einwendungen sind in der

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