Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 4 (21.1.1879)
- Date
- 1879-01-21
- Page
- Seite 60 (sequence 12)
- Language
- German
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60 als 22,000 waffenfähige Männer. Erst nach 37 Jahren' Bocksbeutel füllten, wie es heute noch in wüsten und waffermachte sich Moses mit seinem Volke nordwärts auf den Weg, . armen Gegenden geschieht. unterwarf die Moabiter und Amoniter am östlichen Ufer des! Man muß an die Schwierigkeiten denken, welche ein mo- Todten Meeres — und es war ihm nicht vergönnt, die Frucht deines Heer bei seinen Operationen zu überwinden hat, wenn jahrzehntelanger Anstrengungen, Ausdauer, Mühen und Drang-! man die Schwierigkeiten würdigen will, welche die Bewegung sale gereift zu sehen, die Zukunft seines Volkes und den seiner Maffe von 2^ Millionen Menschen sammt dem zuge- Bestand der von ihm gestifteten Religion gesichert zu wissen, hörigen Trosse geboten haben muß. Das Volk durchzog nicht denn mitten in der Arbeit zur Krönung seines Werkes be-! üppige, ergiebige Gefilde, sondern arme, wüste Länderstriche, in griffen, rief ihn der Herr am Berge Nebo zu sich. Erst! welchen jedes Lebensmittel ein seltenes und kostbares Gut war. Josua unterwarf Kanaan nach Ueberschreitung des Jordan! Moses mußte sein Heer und Volk unter Verhältnissen bewe- und nach den blutigen Siegen bei Jericho, Ai und Gibeon.! gen, welche trotz des Fortschrittes in den seither verflossenen Die Reflexionen, welche Major Hoffmeister über die Tak- 3500 Jahren manchem Feldherrn der Gegenwart schwere Sortik der Israeliten anstellt, sind ebenfalls sehr interessant. Er der-! gen bereiten würden. Hoffmeister bezeichnet Moses als den sichert uns, daß die Heerführer der Israeliten im Gegensätze zu einzigen, ohne jede militärische Vorbildung dastehenden Heerder Taktik der Parallel-Schlachten aus der Zeit vor EpamisichrerJ) seiner und aller Zeiten, der eine mit den größten nondas klare Begriffe von den Vortheilen der Ueberraschung Widerwärtigkeiten verknüpfte Aufgabe mit einem Aufwands an und aller jener Manöver hatten, welche auch in unseren Zei-; Geist, Scharfblick und unbeugsamen Willen und in einer Art ten als die entscheidensten zur Erringung des Sieges angesehen | gelöst hat, welche ihm — abgesehen von seinem in anderer und angestrebt werden. So war die Grundidee Josua's zur Richtung der Geschichte angehörenden Namen — einen Ehren- Schlacht bei Ai: durch die Annahme einer ungünstigen Stel-! Platz neben den berühmtesten Feldherren zu erringen geeignet ist. lung den Feind zum Gefecht zu bewegen, ihn durch einen ver-! .. . r v . n rri s -t .!) Dies ut Nicht erwiesen. Nicht bloß die Legende, sondern auch, stellten Ruckzug nachzuziehen und sodann durch eme allseitig wenn man den Aegyptologen glauben darf, ägypt. Urkunden lehren, und plötzliche Offensive in die Mitte zu nehmen und zu der- ^E^M^es^iu seiner Jugend bedeutende Feldzüge im Dienste^ des Nichten. Die Schlacht von Gibeon, in der Josua aus Sehnsucht nach frischen Truppen ausrief: „Sonne, stehe stille zu! Gibeon und Mond irn Thale Ajalon", begann ebenfalls mit j einer Überraschung, indem Josua nach einem Nachtmarsche; Plötzlich im Angesichte seiner erstaunten Feinde erschien und rasch! über dieselben herfiel. j Zu den schwierigsten Problenien, tvelche die israelitischen : Pharao geleitet habe. Vermischtes. Das Missionsblatt „Dibre Emeth." Die uns zugesandten Nr. 1 und 2, 1879 des genannten Heerführer während des Zuges durch die Wüsten zii lösen hatten,; Blattes beschäftigen sich vorzugsweise mit uns. Wir haben gehörte ohne Zweifel die Verpflegung des an 21/, Millionen' jedoch durchaus keine Lust, uns mit den Judenbekehrern von zählenden Volkes. Obwohl die Israeliten Ziemlich viel Vieh mit Profession in weitere Discussioncn einzulassen. Wir haben sich geführt hatten, so war doch damals und ist noch jetzt bei; unsre Meinung klar und bestimmt ausgesprochen, ohne je zu den Arabern Fleisch kein Vestandtheil der gewöhnlichen Tages glauben, daß diese Herren sich damit einverstanden erklären ration. Moses scheint den Genuß von Fleisch nur für beson-! werden. Nun noch ihre sophistischen Verdrehungen weiter zu dcre Festtage, für Kranke und zu ritualen Zwecken erlaubt zu bestreiten, wäre ebenso überflüssig wie den Herren Missionären haben, weil sonst die Sehnsucht nach den Fleischtöpfen Egyp-! angenehm, die gern von sich reden, weil in der Regel über lens, die ewige Klage: „Unsere Augen sehen nichts denn Manna" sie geschwiegen wird, auch nicht viel von ihnen zu sagen ist- und endlich die Gier, mit welcher da« Rolk gelegentlich eines! Berufen sie sich auf die Märtyrer der Kirche — nun, wenn Wachtelregcns das Fleisch dieser Thiere verzehrte, nicht recht; es auf den Umfang und die Furchtbarkeit des Martyriums erklärlich wären. Die Hauptnahrung war das Manna, welches ankommt, so läßt das kleine Volk der Juden wohl Alles hinwar wie Coriandcrsamen und anzusehen wie Bdolach, das , ter sich, was auf diesem Gebiete die Geschichte verzeichnet hat' aber die Juden im Anfänge nicht zu bereiten verstanden. Als je- Stellen sie die Judenbekehrungen in Rußland in den Borderdoch das Volk dasselbe zu zerstoßen, thcils in Töpfen zu kochen, grund, so glauben wir nicht, daß ein aufrichtigen und unbethcils in der Asche zu backen begann, da gaben sich die Jsraefangcner Christ russische Bekehrungen seiner Religion oder Uten ziemlich zufrieden. Eine der Speisen war wie Semmel mit Kirche zur Ehre rechnet. Nur eine Kleinigkeit wollen wir Honig, die andere, ein Aschenkuchen, wie Oelseim zu schmecken, heute hervorheben. Das Blatt bespricht die jüngsten geschicht- Tem Mängel an Waffec wurde offenbar dadurch abgeholfen, lichen Arbeiten von Kayserling und Cassel und rügt, daß sie daß die Israeliten bei jeder Quelle, an jedem Brunnen ihre, die Kreuzigung Jesu den Römern zuschreiben. Dies geschehe