Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1879)
- Date
- 1879-01-07
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
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22 nur mit * * * agirt, keinen Namen nennt, keinen einzigen Bej Aus Hessen. 24. Dccember. (Privatmitth.) In einem weis führt — für seine Histörchen einen Beleg bringt, der sie' Lande, in welchem die definitive Anstellung der Rabbiner und glaubhaft macht. Mosenthal Ivar Vorsteher des Wiener Zweig- Lehrer seit mehr als einem halben Jahrhundert gesetzliche Bevereins der Schillerstiftung. Dies ist ein böser Posten, da bei ftimmung geworden, wie in der jetzigen Provinz Hessen, dem den übermäßigen Ansprachen jede Verweigerung einen Todfeind vormaligen Kurstaate, da müssen naturgemäß auch alle die erweckte, und gewiß ist es ein Akt seiger Rache, die Anklage erfriWÜchen Erscheinungen zu Tage treten, welche die feste erst nach dem Tode zu erheben, die, bei Lebzeiten vorgebracht Bestellung der Beamten mit sich bringt. Nicht allein, daß und als richtig befunden, den Verein von der Last eines solchen fast alle Schulstellen, selbst diejenigen in den geringsten Dörfern, Vorstehers befreit hätte. Doch cs ist nicht unsere Sache,-besetzt sind! es hat sich auch eine Blüthe des israelitischen Moscntha! zu rechtfertigen. Aber tvas uns noch besonders an' Schulwesens herausgebildet, welche von der Negierung durch diesem Schmähartikcl aufsiel, war die Solidarität, die Mit-- einen jährlichen Staatszuschuß von ÜOOO Mark zur Ausschuld, in welche der unbekannte Verfasser mit dem wohl-j besserung der Lchrerstelle, sowie durch Berücksichtigung der klingenden Namen die Juden hineinzicht. Warum müssen doch! israel. Lehrer bei der Vertheilung der persönlichen Zulagen wir Juden alle sofort die Schuld tragen und mit der äußer-' genugsam gewürdigt wird. Der jüdische Lehrerstand nimmt sten Bitterkeit verfolgt werden, wenn der, welcher das Unglück eine geachtete Stellung ein und rangirt in gleicher Linie mit batte, einem deutschen Manne zu mißfallen, zufällig auch ein! dem christlichen. Jude war? Wir wollen hier die Ausdrücke des Herrn Skalda-! Auch innerhalb der jüdischen Gemeinden hat sich das spilli nicht wiederholen, weil sie einige Male allzu niedriger! ertvähnte dienstliche Verhältnis; zu einem schönen und segens- Art sind. Aber wenn er selbst die von ihm Mosenthal zuge-^vollen gestaltet. Die Hebel, welche man noch vor fünfzig schriebene Hartherzigkeit und Unerbittlichkeit als „einen jüdi- Jahren von einer lebenslänglichen Anstellung der Rabbiner und schen Charakterzug" bezeichnet, so schlägt er doch der täglichen - Lehrer fürchtete, und in vielen Ländern noch heute fürchtet, Erfahrung allzusehr ins Gesicht. Merktvürdig ist, wie bei uns' sind nicht eingctroffen. Es hat sich vielmehr durch die lang- Deutschen irgend ein Mit-telchen der Medisance sich niemals! jährige gegenseitige Gewährung ein echt patriarchalisches Verabnutzen will, sondern fort und fest dem Publicum ausgetischt! hältniß gebildet; je länger der Lehrer in der Gemeinde wirkt, wird, als ob es die neueste Entdeckung wäre. Ist dies ein desto lieber wird er ihr, auch wenn seine Kräfte schwinden, Mangel an Erfindungsgabe oder eine Befähigung zum Wieder- und eine fünfzigjährige Wirksamkeit in einer und derselben kauen? Wenn irgend ein Jude auch nur einen mittelmäßigen Gemeinde ist hier nichts seltenes. Das; sich alsdann die Feier Erfolg hat, so schreit man: das machen seine Glaubensgeder fünfzigjährigen, ja meistens schon der fünfundzwanzigjährigen nosscn! Und doch ist das Gcgenthcit der Fall. Keinem Menschen! Dienstjubiläcn zu einem Freudenfeste für die Gemeinde gestaltet, wird das Emporkommen uuf literarischem, künstlerischem und j ist selbstverständlich. wissenschaftlichem Gebiete schwerer gemacht, als einem Juden in Deutschland. Vorurtheil, Neid und noch Aergeres schaffen ihm schwer zu überwindende Hindernisse auf jedem Schritt. Hat er aber endlich doch etwas erreicht, so ruft man ihm wenigstens zu oder nach: die Juden haben se nen Erfolg gemacht — und scheut hiermit nicht einmal das Armuthszengniß, als ob die große deutsche Nation sich von der Hand voll Juden beherrschen lasse; — In der nltramontanen Welt wird es immer stiller. . Da unter bau jetzigen Papste die demagogischen Aufwiegelungen nicht mehr von Rom ausgehen, so fallen den Hctzkapläncn die Waffen aus der Hand. Der „Germania" wird es darum ganz unheimlich zu Muthe, und um nur etwas zu Haber», was den Athcm in Bewegung zu halten vermöchte, wendet sic ihr grinsendes Angesicht wieder den Juden zu. Sie verheißt m einer ihrer jüngsten Nummern, Nachdem beispielstveise vor anderthalb Jahren das fünfnndzwanzigjährige Jubiläum des Hrn. Landrabbiner I)r. Adler in Kassel so glanzvoll gefeiert worden war, wurde am 7. d. M. das des Hrn. Vorsängers und Lehrers Stern dortselbst nicht minder ehrenvoll begangen. Schon am Abend vorher brachten die Schüler des Seminars und die Zöglinge des Weisenhauses dem Jubilar ein Ständchen, bei lvelcher Gelegenheit Hr. Seininar- Obockehrer Stein eine angemessene Ansprache hielt. In der Predigt des Morgen-Gottesdienstes wurde sodann die Bedeutung des Vorbcteramts von Hrn. llr. Adler vortrefflich erläutert und das Verdienst des Jubilars hervorgehoben. Nach der Beendigung des Gottesdienstes begaben sich die Vertreter der Gemeinde und der hier bestehenden wohlthätigeu Stiftungen sowie Deputationen des Seminars und der Schule u. s. w. in die Wohnung des Gefeierten, begrüßten denselben und überdie Judenfrage noch einmal zu behandeln, und zwar diesmal - reichten theilweise Ehrengaben. Ganz besonders zu nennen ist „systematisch." . Sie lachte sich gewiß selbst ins Fäustchen, als j das von einem Eomit6 dargebrachte Geschenk der Gemeinde, sie die Worte niederschrieb, sie wolle dies mit Objektivität und! bestehend in einer werthvollen silbernen Urne, welche mit ein- Gerechtigkeit thuen. Nun, wir fürchten uns nicht. Aufge-1 tausend Mark in Gold ausgefüllt war. wärmter Kohl pflegt noch weniger zu munden. j Möcht es gelingen, jeder Anfechtung gegenüber unsere