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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-01-01 · Heft 1 (1.1.1879) · p. Seite 9

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 1 (1.1.1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 auferlegten Verbote, sich auf rumänischem Boden niederzulasien den von einer Dienstmagd als zweijähriger Knabe getauften oder auf demselben Tempel zu erbauen, nur eine Maßregel Mortara seinen Eltern nicht wieder zurückzugeben. Kinder der politischen Ordnung waren. Heute jedoch, wo Rumänien ihren Eltern zu entziehen, sie zu taufen und dann dem Schoße sich in einer wohldefinirten politischen Stellung befindet, glau-i ihrer Familie auf iminer vorzuenthalten, dies ist das Handben wir, daß auch die letzten Beschränkungen solcher Natur,! Werk dieser Leute, welche meinen und vorgeben, daß ihre Religion die sich noch in der Verfasiung befinden, verschwinden sollten.' Am vergangenen Sonntag ist der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister des Sultans, Suleiman Bev, in Begleitung des Personals der kaiserlich türkischen Gesandtschaft vom Fürsten Carol mit dem vorgeschriebenen großen Ceremoniel empfangen worden. Suleiman Bey und sein Geste dazu autorisirt oder gar verpflichtet! Redaktion.) Amerika. New-Bork, 1. Dec. (Privatmitth.). Die amerikanischen Zustände mögen immerhin recht viele Schattenseiten haben: folge wurden aus ihrem Hotel in fürstlichen Hofwagen abden V.orzug können wir in Anspruch nehmen, daß wir offen geholt und mit einer Ehrenescorte von zwei Zügen Cavallerie! und männlich in allen Dingen unsere Meinung sagen, und uns in das fürstliche Palais geleitet. Hier übergab er dem Fürsten! von den vielen Rücksichten nicht beengen lasten, die man in in Gegenwart des Ministers des Aeußeren die Schreiben,! Europa nach allen Seiten hin zu nehmen hat und nimmt, welche ihn bei der Person des Fürsten Carol als außerordent- Co hat es .-in Amerika — ich berufe mich auf zahlreiche amelichen Gesandten und bevollmächtigten Minister des Sultans rikanische Blätter, die aufzuzählen ermüden würde — viel accreditiren. Nach Beendigung der ofsiciellcn Audienz stellte! Aufsehen gemacht, daß in der jüngsten Zeit in der Familie Suleiman das Personal seiner Gesandtschaft dem Fürsten vor. und alsdann wurde derselbe von der Fürstin Elisabeth, die ihren ganzen Hofstaat um sich versammelt hatte, empfangen. * Rothschild der Abfall von der väterlichen Religion zu grassiren anfängt, und zwar immer, um in aristokratische Familien hinein- Turkei. zuheirathen. Niemand kann mehr als der Amerikaner die Freiheit auf dem religiösen Gebiete und das Recht des Individuums anerkennen. Wo aber die Motive zu einer Neligionsänderung so klar zu Tage liegen, steht auch dem Beobachter Konstanlinoptl im Decembcr. Man berichtet von hier^ die Freiheit des Urtheils zu. Hier handelt es sich auch nicht folgenden Vorfall: „Die hier lebende jüdische Familie Belkowitsch blos um eine Handlung des Individuums, sondern um einen hat vor vier Jahren ihre Tochter Lea der in der Vorstadt Haskoi' Abfall von einer Gemeinschaft, die dadurch das Recht erlangt, befindlichen protestantischen Schule, die unter dem Protektorate' sich eine Meinung darüber zu bilden und sie auszusprechen, des englischen Botschafters Lavard steht, zur Erziehung über-' Daß nun selbst die A. Z. d. I. über diese Vorgänge gänzlich geben. Den Normen dieser Schule gemäß mußte sich die! geschwiegen, fiel um so mehr auf, da gerade dieses Blatt den Familie schriftlich verpflichten, daß sie derselben ihr Kind für Rothschilds gegenüber stets eine reservirte Haltung beobachtete, volle vier Jahre überlasten werde. Diese vier Jahre gingen Die A. Z. d. I. brach nicht, wie die meisten übrigen jüdischen nun eben zu Ende und die Eltern forderten ihr Kind zurück.! Blätter in einen Hymnus aus, wenn in der gedachten Familie Der Direktor der Schule, Reverend Samuel Neumann, erklärte j eine Geburt, eine Barmizwa oder eine Hochzeit vorkam, sondern , jedoch, daß seine Schülerin während dieser Zeit zum Christenüberging dies .als ohne alles öffentliche Interesse mit Stillthume übergetreten sei und er sie daher nicht mehr ihren Eltern! schweigen; sie erhob keinen Dankpsalm, wenn von dem abenzustellen dürfe. Der Vorsteher der deutsch-jüdischen Gemeinde! teuerlich kolossalen Tische der Rothschilds irgend ein kärglicher in Konstantinopel, Herr Lichtenstern, ein geborener Ocstcrrcicher, - Brosamen für eine örtliche Wohlthätigkeitsanftalt abfiel. Ztveierhat sich nun an Layard um Abhilfe gewendet, die ihm auch lei gefiel uns Amerikanern an diesem Hause immer: zuerst die Anzugesagt wurde. Der Direktor weigert sich jedoch beharrlich, hänglichkeit an die väterliche Religion, in welcher es gegen so viele andere Financiers abstach; alsdann daß es einen Einfluß weder die Konvertitin auszuliefern." (Es ist nicht zweifelhaft, daß bei weiterem energischen j nach Innen, noch nach Außen betreffs des Judenthums aus- Vorgehen die türkischen Behörden in Uebereinftimmung mit übte — nach Innen nicht, weil es sich dadurch keine bestimdem englischen Gesandten den Herrn Missionär zwingen werden,! mende Einwirkung auf die innere Entwickelung des Judenthums das Mädchen herauszugeben. Es zeigt sich bei dieser Gelegenamnaßte; nach Außen.nicht, weil man sonst jeden günstigen heit abermals Zwiefaches: erstens, wie leichtfertig es von Fortschritt, den die Stellung der Juden machte, dem Einfluß jüdischen Eltern ist, ihre Kinder Anstalten zu übergeben, deren und der Herrschaft der Plutokratie zugeschrieben hätte. Sahen Zweck offenkundig die Bekehrung der Zöglinge ist; zweitens, wir es doch darum sehr gern, daß die Rothschilds der .-VI!iancc daß die Intoleranz des pietistischen Protestantismus um kein i8?. nniv. ganz fern blieben. Aber die Judenheit lili schon Haar anders ist, als die, welche den vorigen Papst bewog, genug durch die Jdentifizirung, welche die Gegner und Hasser

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