Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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2 Was ist hiergegen zu thun? Die bloße Widerlegung kritischer' heilige Schrift, mit ihr muffen auch wir beginnen. In ein- Hypothescn, das Entgcgentretcn echter und gründlicher Forschung facher, anschaulicher Weise wird uns auf der ersten Seite der in allen Einzelheiten ist zwar nothwcndig, würde jedoch schwer- Schrift die Schöpfung beschrieben, wie sie in aufsteigender lich gerade jener Gefahr gegenüber nachhaltig wirken. Das Ordnung, die allgemeinen Bedingungen des Daseins und der einzig richtige Mittel ist vielmehr: die Einheit d e r Formen (Licht, Raum und Scheidung des Feste» und Flüssigen) Ideen, der Lehren und Anschauungen in den voran, die einzelnen Stufen der Wesen nach ihrer Organisa- Büchern unserer heiligen Schrift, wie sie wirktion folgend, geschehen sei, geschehen durch den allmächtigen lich vorhanden, wie sie durch alle T heile der-^ Willen Gottes („er sprach und es ward" oder „er sprach und selben als beherrschendes Moment hindurchgeht,^machte"i, nach seiner Allweisheit (es war „sehr gut". Alles gründlich nachzuweisen. Geschieht und gelingt dies, i„in seiner Art") und in Allgüte („und Gott segnete sie", nicht vom apologetischen, sondern vom ernsten, Wissenschaft-; b. h. bestimmte und befähigte sie zum Genuffe des Daseins), lichen Standpunkte aus, wird die wirklich vorhandene Einheit - Daß Gott in der Schöpfung der Welt und aller Wesen nur in der gcsammtcn Gedankenwelt dieser Schriften Zum vollen j als Geist wirkte, drücken die Worte aus: „Und der Geist Bewußtsein gebracht, wobei selbstverständlich der Weg der Gottes webte über den Wassern": die chaotische Materie, in Entwicklung und die Durcharbeitung der einzelnen Ideen nicht; welcher die Grundelemente, aus denen sich alle Einzelwesen zu übersehen ist, wird die Uebereinstimmung in den eigentlichen' formen sollten, noch nicht geschieden waren, war also nicht Lehrmeinungen, in der ganzen Geistcsrichtung, welche diese' identisch mit Gott und kein Theil der Gottheit, sondern der Schriften verfolgen, in ein Helles Licht gestellt, und der innere. Stoff, aus welchem die Schvpfungsgcdanken des göttlichen Zusammenhang, der zwischen allen diesen Geistern herrschte,! Geistes die Wesen hervorgehen ließen. „Hiinm el und Erde" der Einklang, in welchen! sie austöntcn, kommt allen Denen bedeuten dem alten Hebräer das ganze materielle Universum, zum Vorschein, welche sehen wollen: so hat das Werk derjDiese Lehre nun geht durch alle Thcile der heiligen Schrift, Kritik für die religiöse Ueberzcugung, für den Auibau der' unverändert und in ihrer ganzen Strenge aufrecht erhalten, Religion auf dieser Unterlage keine Bedeutung mehr, und die als Wurzel und Krone der ganzen Gottcslehrc. Daher wurde Fragen, welche die Kritik aufwirft, die Probleme, welche sie zu einem stets gebräuchlichen Epitheton Gottes „Schöpfer des sich stellt und zumeist ungelöst läßt, mögen immerhin von Himmels und der Erde". Wir begegnen diesem bereits literar-historischem Wcrthe sein, für den Zweck und die Tendenz 1 Mos. 14, 10. 22, und da die Kritiker bekanntlich einen dieser Schriften, die religiöse und sittliche Anschauung zu begroßen Werth auf den Gebrauch des Wortes oder tj gründen und auszubildcn, werden sie gleichgültig sein. ' legen, so bemerken wir, das; cs sich an der a. St. neben Ti Der zerfetzenden Kritik also den Nachweis der Einheit befindet, während in der Schöpfungsgeschichte nur Jeder Ideen in den Büchern der heiligen Schrift cntgcgenzubraucht ist, also zwischen dem „Elohisten" und „Jehovisten" stellen, ist die .Absicht, die wir gegenwärtig in einer Reihe 4« unserer Lehre völlige Ucbereinstinunnng sich findet. So treffen von Artikeln zu Vcrtvirklichcn versuchen werden. Wir geben wir dieses Epitheton auch Psalm 115, 15; 121, 2; 124,8; von vornherein zu erkennen, daß wir unser großes Thema zu | 134, 3; 14(5, 6. Nicht minder wird übereiustinunend in dem erschöpfen nicht vermeinen. Wollen wir doch vielmehr nur den Sabbathgesetz (2 Mos. 20, 11; 31, 17) gesagt: „Denn in Anstoß geben, nach welcher Seite hin die Anstrengung zu richten . sechs Tagen machte der Ewige den Himmel und die Erde und sei, und Andere aufmuntcrn, diesen Weg zu verfolgen. Auch! das Meer und Alles, ivas darinnen", und zwar stets bei 71. gedenken wir nicht, systematisch zu verfahren und nach dem In den geschichtlichen Büchern ist selbstverständlich keine Ge- Schema eines Lehrbuches unsere Betrachtungen zu ordnen. Da es; legenheit gegeben, von der Schöpfung zu reden, dagegen uns vielmehr im Augenblicke darauf ankommt, zu zeigen, daß! spricht sich überall die Anschauung aus, daß Gott Urheber und diese Einheit nicht blos in den großen Grundgedanken, sondern'.Herr aller Naturerscheinungen ist, die er nach seinem Willen auch in einzelnen Lehren, nicht blos aus metaphysischem Gebiete,; bereitet und fügt. Es ist uns an dieser Stelle nicht möglich, sondern in sehr realen Institutionen vorhanden ist, so werden! alle die herrlichen Schilderungen bei den Propheten und Hawir an das Allgemeine das Einzelne, an Hauptideen sccundäre giographen auszuführen, in welchen Gott als Schöpfer gepriesen knüpfen, wie sich eben in den zu behandelnden Gegenständen die! wird. Wir mögen daher nur auf einige aufmerksam machen. Veranlassung und der innere Zusammenhang bietet. Amos 4, 13: „Er, der Berge bildet und Wind schaffet, der!Morgenroth und Finsterniß macht, Ewiger, der Gott der 1. Gott ist Schöpfer der Welt in ftincr Einzigkeit, Gmugleit,'Heerschaaren, ist sein Name." Jeremias 10, 12: „Er schuf Allmacht, Allwrisyeit und Allgüte. | bie Erde durch seine Kraft, begründete die Welt durch feine Es ist dies die grundlegende Lehre der ganzen israe-! Weisheit und durch seine Einsicht spannte er den Himmel itischen und jüdischen Weltanschauung; mit ihr beginnt die aus." V. .16: „Der Schöpfer des Alls ist er, der Ewige der