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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-12-22 · Heft 52 (22.12.1874) · p. Seite 876

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 52 (22.12.1874)
Date
1874-12-22
Page
Seite 876 (sequence 8)
Language
German
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erhalten, die - Regierung gefaßt sich nicht im, Geringsten damit. Fanatische Priester/pflanzen in ihren Zöglingen noch » immer Haß gegen Juden und- Judenthum. Es gehört zum Principe, paß jede -Tugend' christlich genannt wird. So spricht man von -christlicher Liebe, christlicher Einsicht und Wohlthätigkeit und nimmt die jüdischen Gaben doch recht gern. Wenn eS auch wahr ist, daß - wir im politischer Hinsicht große Fortschritte gemacht haben, so sind doch die Spuren des Borurtheils lange nicht verschwunden. Der Berichterstatter istnoch allzuwenig in die 'schwedischen Verhältnisse eingeweiht^ um jetzt schon ein so bestimmtes Urtheil aussprechen zu können, daß jede Spur des Borurtheils gegen Juden und Judenthum verschwunden wäre. Wünfchenswerth sollte sein, wenn der Verfasier, anstatt Lobredner über einzelne Persönlichkeiten zu sein, die israelitischen Verhältnisse, die allgemeine Liebe zum Jüdenthüme, die Sabbathfeier und das Interesse für den Unterricht im Hebräischen lobpreisen. könnte, denn das sollte wahrhaft jedes das Judenthum liebende Herz erfreuen. St. Petersburg,' 1. December. Ein. Zwischenfall in. der jüngsten Recrutirungsgeschichte -mag chier.noch erwähnt werden. Er wird folgendermaßen erzählt: Der -Mjewlanin" schreibt': Da in den Zeitungen die Nachricht auftauchte, dieRecrutenliften hatten dargethan, daß sich in manchen Gegenden keine jüd. jungen Leute im Alter von 20—21 Jahren vorfanden (eine Nachricht, die begreiflich Aufsehen erregte und mit dem als feststehend betrachteten Wunsche der Juden, sich auf jede.denkbare Art von der Militärpflicht ftei zu machen, in Zusammenhang gebracht wurde), so telegraphirte, um die Grundlosigkeit dieses allarmirenden Gerüchtes darzuthun, die Kijew'sche jüdische Firma M. Wein stein in alle, Gegenden der südwestlichen Provinz. Es ergab sich natürlich, daß viel Lärm um Nichts gemacht würde/ daß das absurde Gerücht böswillig erfunden war/daß es überhaupt geglaubt werdenkonnte und erst . eine Abwehr erfahren mußte, ist jedenfalls bezeichnend, du doch allgemein. bekannt fein mußte, daß in dem größten Theile Rußlands Juden doch gar nicht wohnen dürfen. Uebrigens waren alle diese Uebertreibungen bei der ersten Recrutirung nach dem neuen Gesetze im Voraus zu erwarten, und werden sich in den folgenden Jahren allmälig verlieren, besonders wenn erst durch eine sorgfältige statistssche Erhebung über die wirkliche Höhe der jüdischen Bevölkerung das numerische Verhältniß sicher gestellt ist. Amerika. Baltimore, 15. November. (Privatm.) Am 10. d. M. hatten wir das Mißgeschick--daß das erst vor -zwei Jahren eingerichtete israelitische Waisenhaus, ein weitläufiges■>und gut hergerichtetes- Gebäude,: total abgebrannt ist, so daß mm wenige Utensilien, z.-B. die Orgel und-das kostbare Buchin welchem die Kamen -per.Spender verzeichnet sind,, gerettet werden -konnten. . Zum Glück konnten sämmtliche Kinder rechtzeitig gerettet werden.; und war das Haus mit 20,000 Dollars versichert,, so.daßder Verlust ein erträglicher ist. Böswillige hatten hier das Gerücht' - verbreitet, daß Herr Raynor, welcher dem Waisenhanfe das ganze - Gebäude geschenkt hatte, dasselbe in sehr verfallenem- Zustande übergeben hätte. Dieser Unwahrheit lassen Sie mich auch in diesem Blatte entgegentreten. Herr Raynor hat, -nachdem er. den ganzen Complex gekauft, die Summe von 3500'Dollars auf die--Instandsetzung des' Gebäudes verwendet und es so. hergestellt, daß es zu den-angemessensten und comfortablesten-Waisenhäusern gezählt werden koünte. Wir hoffen,-daß -sichwohlthälige Hände " genug, finden: werden, - .« segensreiche und unentbehrliche Anstalt bald.wieder in den Stand gesetzt zu sehen-, ihre Schützlinge wieder aufzunehmen. . . , New - Jork , 1. November. (Privatmittheilung.) Auch in diesen »Blättern ist» wiederholt von den eigenthümlichen Vereinen unter den Inden Nordamerikas die Rede gewesen, welche unter dem Mamen Bne Berith den- Freimaurerlogen jhre Einrichtungen; entnommen habensich daher - auch Logen nennen, im Grunde aber nichts, weiter als die. uralten '-lön rrn^n sind. Die wohlthätigen Wirkungen dieser Vereine -sind wirklich unschätzbar,/, und man kann deshalb ihnen-das bischen Humbug, gern. Nachsehen , : das - sie unter der obigen Firma treiben. Eine Zusam-; menkunft der Delegirten dieser Logen im Laufe, d. I. -hat nun beschlossenzu der hundertjährigen Feier der nordamerikanischen Uniönsverfassung im - Jahr \ 1876 ein Bildwerk arbeiten zu lassen, welches der Regierung zum: Geschenk dargebracht, und zum Andenkenu auf einem Platzeaufgestellt werden , soll, den ein Mit-; glied zu diesem Zwecke bereits geschenkt hat.-. Der Bildhauer Ezekiel, ein Israelit, hat. den - Auftrag erhalten, dieses Bildwerk in zweimaliger Menschengröße aus einem Marmorblöck in Rom auszuführen. Bis hierher könnte man. sich , wohl mit diesem / PlaneinUebereinstimmung : erklären. Das. Bildwerk soll : ein - sichtbares und dauerndes Zeichen für die Glaubenöfteiheit fem, welche alsder Eckstein aller Freiheit, durch die. amerikanische Constitution begründet' -und. durch. das ganze- Jahrhundert.unangetastet erhalten wordenisk.-' Wer hätte.wohl mehr Veranlassung - dies zum Ausdruck zu bringen, als wir Israeliten? Nun aber der Gedanke dieses Kunstwerkes selbst. Es soll in .einer Statue der Freiheit bestehen, die mit ihrem linken Arme die die Union vorstellenden Fasces und die Verfassungsurkunde hält und .mit dem -rechten ■ gebieterisch alle diejenigen zurückweistwelche sie angreifenwollen. Um die Mütze,welche-ihr Haupt bedeckt,, werden die .elf Sterne angebracht - welche die ursprünglichen Staaten der -Union be-- zeichnen. -Um die Brust trägt.sie einen enganliegenden Panzer,- auf welchem :das^ Wappen. der. Union angebracht, ist...» Um-pen Säum ihres Kleideswinden sich die Embleme per andern. .Staaten.

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