Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 52 (22.12.1874)
- Date
- 1874-12-22
- Page
- Seite 875 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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AM' Buchstaben des. Talmuds-/stolz -sind, -an diesen ist.Ls.,l.:sich zur Vertheidigung desselben Anzuschicken, und die"Judenheit..vör dem.Schimpfe'zu schützen, der auf Grund, des freilich, mißhandelten Talmuds auf sie geworfen! wird. Diese Herren haben aber stets nur giftige Pfeile in ihrem Köcher, wenn es gilh Glaubensgenossen zu verketzern und anzuschwärzen.. Sobald aber das Judenthum selbst und die Gesammtheit der.Juden angegriffen werden, hüllen sie sich in den Mantel stiller' Duldung, und bleiben stumm? wiewieSchafe, die. sich die Steinwürfe, .jedes vorübergehenden Buben gefallen lassen. Hannover, 26. November. (Privatmitth.) : Der provinzialständische Verwaltungsausschuß Hierselbst hat beschlossenvom; Jahre 1875^!ab den israelitischen Lehrern in analoger Weise, 'wie dies bei den' christlichen Elementarlehrern' auSStaatsmitteln' geschieht, aus den zur Subventionirungdes jüdif^^en^ynagogen-- und: Schulwesens ausgesetzten Mitteln des Provinzialfonds Dienstalterszulagen zu gewähren. Diese Zulagen, auf welche die betreffenden Lehrer selbstverständlich einen Rechtsanspruch nicht.haben,? sollen mit dem Ablaufe des zwölften - Kalenderjahres nach der ersten Anstellung im jüdischen Schulamte beginnen und zunächst 20 Thaler betragen. Mit dem Ablauf des. zweiundzwanzigsten Kalenderjahres seit jenem Zeitpunkte werden sie auf .40 .Thaler erhöht^ Eine weitere Erhöhung bei moch Längerer Dienstzeit tritt 'Lnur .ausnahmsweise unter besonderen Verhältnissen ein. Die 'Zulage wird nicht gewährt, wenn das Einkommen einer Stelle reichlich und die Bedürfnißfrage daher zu verneinen sein sollte. Die erforderlichen Mittel sollen aus -der, im provinzialständischen Etat zur Subventionirung des jüdischen Synagogen- und Schulwesens -ausgeworfenen Summe nächst dem Zuschüsse für das hiesige jüdische Lehrerseminar entnommen werden. ' n In Folge des Zuwachses, den die hiesige Gemeinde in den letzten Jahren erfahren hat, haben sich die Verwaltungsgeschäftei in derselben so sehr vermehrt, daß von Seiten des Vorstandes und des Repräsentantencollegiums: der Beschluß gefaßt-* worden: ist, einen Gemeindesecretair anzuftellen, zu welchem der zweite Cantor, Herr Jacob Hoffmann, unter Beibehaltung seiner Functionen ernannt worden ist. . - >' Zum Andenken an den hier verstorbenen Stiftsgelehrten, L. Rosenthal hat-bekanntlich vor zwei'Jahren dessen Sohn, Herr Banquier Georg Rosenthal in Amsterdam, die Summe von '5000 Thlrn. bestimmt, deren Zinsen im Betrage von 200 Thlrn. - alljährlich als Stipendium einem würdigen, auf der Hiesigen polytechnischen Schule Studirenden ohne Unterschied - der : Confession zu Theil-werden sollen. Für daS Studienjahr. 1873/74 ist dasselbe nach; einem Beschlüsse der Verwaltungscommission, einem hiesigen christlichen Polytechniker verliehen worden. :ru j 1 Zu Gunsten der. Alliance israölite universelle hat vr. Wiener, welcher die Interessen derselben hier wahrninunt, bei dem Centralcomits''beantragt, die Gemeindevorstände zu örsuchen-wie Alliance unter bie Wohlthätigkeitsanstalten aufzunehmen,. .für welche ran Sabbath- -und- .Festtagen, in den Synagogen.-freiwillige Spenden gemacht:, werden. - Das, Centralcomite. hat, diesem-Vorschläge, seine Zustimmung' ertheilt, die.-.Bezirks- und Localcomites davon - in_ Kenntniß-,gesetzt und : dieselben gebeten,, die geeigneten Maßregeln zu ergreifen,: damit jenem Anträge.in -den einzelnen Gemeinden entsprochen werde. - . In Aurich wurde am 17. d. M. der Obergerichtsanwalt Seckels von sämmtlichem Wahlberechtigten bis auf einen zum Bürgervorsteher erwählt. •*. j., „ - In Wallensen feierten am - 11/ d. M. der fnnfundsiebzig Jahre alte Kaufmann-D. G. Blank und seine um zwei Jahre jüngere.Frau im - Kreise ihrer Kinder, .Enkel, Verwandten und -Freunde ihre goldene Hochzeit. ,, . . Oesterreich-Ungarn. . h ' Aus Desterreich. - im December. HNotizen.) Als neu erwähnt die /,Schles. -Pr.", daß?der vr. phil. Alexander Kisch, aus Prag zum israelitischen Seelsorger in der k. k. böhmischen Landwehr ernannt wurde.Esist bies der erste Fall einer derartigen Ernennung in Böhmen. — Aus Pest schreibt man uns -zur Ergänzung 'einer früheren 'Notiz-: u DemMerrn Sal. Kohn ist von Sr.- Majestät als Anerkennung! seiner - einundvierzigjährigen ersprießlichen Wirksamkeit das - goldene. Verdienstkreüz verliehen worden. > ' 1 :; - - Schweden. ' - Norrköping, 25. November.-'- (Privatmitth.) Wer. den Bericht- Ihrer letzt mitgetheilten Privatmiltheilung-vonStockholm Nr. 43 liest, sollte wirklich glauben^ daß -die? Wahl eines -jüd, Sprachlehrers für den -Unterricht.-der.königlichen Prinzen in<der deutschen Sprache ein Maasstab sei, - wie der Verfasser: sagt, „daß.jede Spur des Vorunheils gegen Juden.und -Judenthum aus den höchsten Kreisen Schwedens geschwunden ist." Dies mag die Ansicht des- Verfassers? sein, wer . aber.- die Verhältnisse hier näher kennt, sieht in .diesem' Ereigniß nichts ^anderes,. als was es wirklich ist..- Der-König wünscht für seine Söhne nicht nur .den theoretischen Sprachunterricht,?,wie//-man ihn in den Schulen ertheilt,- sondern? will mit -demselben jauch? den praktischen vereinigt haben und wählt hierzu einen in-rdiesem Fache,renommirten Lehrer, wenn-auch Jude. Äst dieses deswegen ein Beweis, daß jede Spur des Vorurtheils. verschwunden, ist? Wo noch solche Aeußerungen bei einem Reichstage von zeinem Bischose' Vorkommen können, . „man müsse die Juden noch immer einen gelinden Druck fühlen lassen", da sind .die. Spuren des Hasses noch nicht verschwunden. Oder hat'de? Staat auch nur im Geringsten einer israelitischen Schule/oder einem' jüdischen ^Beamten^.jemals eine Unterstützung ertheilt? - :Dieisraelitischen'. Schulen, Lehrer und Rabbiner-werden-nur von dev: israelitischem - Gemeindecasse