Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-12-22 · Heft 52 (22.12.1874) · p. Seite 871

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 52 (22.12.1874)
Date
1874-12-22
Page
Seite 871 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3227013--33160-3256166
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

-5^>>^<s.nischen Kenntnissen ausgerüstet/ geneigt- und geeignet /-sind;.. Zöglinge-der Hochschule, zu werden; weil aber das ':..wr Curatorium streng darauf hält, daß dev § 26 der 'Statuten befolgt werde, also die Studirenden :r-V' . durch ihre wissenschaftliche Vorbildung zu /.'tuv den Un.iversitätsstwdien berechtigt sein rnüs- 5.'. > sen, — hat es sich zugleich zur Pflicht gemacht, eine besondere Anstalt zw errichten, inwelcher die vorge- < dachtew-jungen Männer (die mit rabbinischen Kennt- U'. nisseu'wohl versehen sind),,zur Ableistung des in . ' Deutschland vorgeschriebenen Abilurientena examens/herangebildet werven sollen. ' - Bis vor wenigen Monaten sind diese beiden Angelegenheiten. versuchsweise und provisorisch gleichsam privatim von einem Mitgliede des Curatoriums verwaltet, die Mittel dazu aus dem engen-Kreise einiger Freunde beschafft worden. . Als Lehrer sind für. diesen Zweig thätig gewesen: Herr vr. Cusfel (der in dankenswerthester Weise Unterricht in hebräischer Grammatik,- Mathematik und Anfänge des Griechischen unentgeltlich, ertheilte)/ Herr vr. Holzmann und Herr Candidat Blaschke, welche im Deutschen, Lateinischen, Griechischen und Geschichte-unterrichtet haben: ..Nachdem Herr vr. Holz mann einen ehrenvollen Ruf an das/Hiesige Sophien-Real-Ghmnasium erh^rlten hat, scheidet er im Juli dieses Jahres aus, und an seiner Stelle ist Herr vr. Lieb recht von uns gewonnen worden. Wir behalten uns vor, bei einem späteren Bericht, wenn der Stipendien- und Präparandenfond erst an. Umfang gewonnen haben wird, alle Namen und Details zu veröffentlichen. Für diesmal bemerken wir nur, daß bis zum 1. Mai 1874 bereits über 1270 Thaler verausgabt worden sind; daß der Voranschlag für die Zeit bis Ende 1874 über 1400 Thln beträgt und trotz sehr beträchtlicher Gaben-Einzelner noch nicht völlig gedeckt ist. Seit Anfang Mai sind die angehängten Statuten berathen und genehmigt, die erwählte Unterzeichnete Commission constituirt worden. Wir richten nunmehr an edle Menschenfreunde, insbesondere an Freunde des Judenthums, Verehrer seiner Wissenschaft und Anhänger unserer Hochschule die Dringende und inständige^ Bitte, uns mit Jahresbeiträgen oder einmaligen Gaben unterstützen zu wollen, damit wir im Stande feien, unsere Lehrkräfte zu erhalten, zu vermehren und in billiger Weise zu honoriren- und zugleich den Studirenden und Präparanden nach dem Maße: ihrer Bedürftigkeit, wie mit den geistigen auch mit materiellen Gaben helfend zur Seite zu stehen. ' - Berlin, den 1. Juli 1874. ,Die' Commission für den- Stipendienu. -Präparanden -Fond der > ' Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums. Professor vr. M. Lazarus. Herrmann B. H. Goldschmidt. vi-. D. Cassel. Dr. S. Neumann. Reglement für den Stipendienfond;an ^d.er/Hochschule für die Wissenschaft desJudenthums.-; ■,* § 1. Zur Unterstützung unbemittelter -Zuhörer. der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums ist.ein Stipendienfond begründet-worden/ Die Verwaltung desselben ist von derjenigen der Hochschule getrennt, und. wirdauf Grund, des gegenwärtigen Reglements von einer-Commission geführt, zu welcher^das Curatorium drei, das Lehrercollegium eines seiner Mitglieder deputirt. ' § 2. Die Unterstützungen -aus dem Stipendienfond sind entweder einmalige oder laufende. § 3. Ein Zuhörer-der Hochschule, Vereine Unterstützung beansprucht, hat einen schriftlichen Antrag an die Stipendien- Commission zu richten, und dabei die Einnahmen, die ihm: aus irgend welcher Quelle zusiießen, genau zu bezeichnen. § 4. Die Bewilligung erfolgt nach Maßgabe der Mittel des Stipendienfonds und "nach Anhörung des Lehrercollegiums. Laufende Unterstützungen werden stets auf. höchstens ein Semester bewilligt. Das Lehrercollegium. wird am Anfänge eines jeden Semesters diejenigen Zuhörer, welche ihm der- Unterstützung bedürftig und würdig erscheinen, der Stipendien - Commission bezeichnen. § 5. Gelvunterftützungen werden den Zuhörern in Form eines Darlehns. gewährt. Die Empfänger quittiren mit dem Versprechen, die empfangenen Unterstützungen zurückzuzahlen, sobald ihre Mittel es erlauben: ' Die Quittungen werden von dem Rendanten der. Commission aufbewahrt und nach geschehener vollständiger - Rückzahlung den Empfängern zurückgegeben. § 6. Die Commissionsmitglieder werden sich bemühen, dem. Stipendienfö/id auf geeignetem Wege Zuwendungen zu verschaffen und namentlich auf die Zusicherung regelmäßiger Beitrage hinzuwirken. Sie halten sich hierin der bereitwilligen Mitwirkung der andern Mitglieder des Curatoriums und d'es Lehrercollegiums versichert. § 7. Wenn mit einer Zuwendung die Verrichtung gewisser Functionen zur Pflicht gemacht wird, so hat die Commission auf die genaue Erfüllung der übernommenen Verpflichtung zu achtem § 8. Größere, insonderheit größere regelmäßige Einnahmen können nach Befinden der Commission auch als Prämien, für die Bearbeitung gestellter Aufgaben den Zuhörern zugängig gemacht werden.' § 9. Die für Verrichtung besonderer Functionen (§ -7) verabfolgten Zahlungen, sowie die in § 8 gedachten Prämien' unterliegen nicht der Bestimmung des § 5. ■■§■"•10; Um das Unterstützungswesen 'zu concentriren und eine angemessene Vertheilung der disponiblen Mittel zu ermöglichen, übernehmen es die Mitglieder der Commission, Geschenke seder Art/ die ihnen für die Zuhörer der Hochschule zugehen> dem Stipendienfond zu übergeben. ' Sie werden auch zu veranlassen suchen, daß ebenso die übrigen Mitglieder des Curatoriums und des Lehrercollegiums Unterstützungen für die Zuhörer, über welche ■ 52* ' :: ■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.