Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 52 (22.12.1874)
- Date
- 1874-12-22
- Page
- Seite 870 (sequence 2)
- Language
- German
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UKW Propheten/ Talmudisten^und^ Rabbinen ausgesprochen hatte; aber -•*- .iSiKsrfcrJSLsftJtnni'-l -- welche sie sick, m ‘ i - dem- Iudenthume die Geschichte der ganzen Menschheit, vie ihm ^früher so fern lag, nahe.gebracht/ und...der Ueherblick ^über.die )Hmze? Entwickelung der religiösen'Erscheinungen gewonnen' wurhe. Es -wurde ha dem Juden erkennbar, wie das Judenthum allein die wahre-.und ganze Lehre des Monotheismus , aber auchdie wahre'und ganze monotheistische Weltanschauung anit allen ihren Eonsequenzen für das Individuum und die Gesellschaft enthalten und VÄahrt'cha^^daß-LeSi'feine'Mission war, .die. Elemente..-abzu-, geben , welche die Völker für-sich brauchen konnten, aber auch nach. .ihrer^WeLse»verarLeiten^nmßten ^.wie«es^fMer.°seme,Mif-. sion ^war, mitten in allen diesen, die Menschenwelt zur Zeit beherrschenden Religionen den. reinen und ganzen Monotheismus aufrecht 'zu erhalten und ' gegen unaufhörliche" und' ( schwere . Angriffe, ja in gegen-ihn gerichteten - Bernichtüngskämpfen zu - vertheidigen und zu erhalten; Wie es'endlich auch seine Mission für die Zukunft ist, in langen Zeiten religiöser Wirren, Umgestaltungen. und. wissenschaftlicher- Kämpfe die Standartedes Mono» theismus^der monotheistischen Weltanschauung, und .ihrer Consrquenzen für 'das Individuum und die Gesellschaft/ letztere, z. B. in Familie und- Eigenthum,)hochzuhalten und.mit allen Kräften zu schützen. - Dies ist die Ueberzeugung des aufrichtigen gegenwärtigen Juden/ und. hierin) hat er. das) zu bewahren, was wir Charakter nennen. Wenn dMCulturbewegung, wie siees schon früher in ihrer Abkreisung^ gethan, indie -Verneinung -und Auflösung der sich nicht von den Ereignissen und- Gedanken des Tages bestimmen und durch sie öjn seiner innern Ueberzeugung nÄ^ abdrängeln läßt. DiesD WarakteEllein ist mk^u^Hden MrömuWu der -Zei!' mittÄ' AaStrMl> der jnfjp?Wtrebunaen Jbte; alleinige MirMam Druden Bestand un^die Wirksamkeit^auch ves Judenthums7 Es^mag dann immerhin geschehen, 'Kß) die extremen Gleichheitshelden auf . uns losdonnern^ und Mß^verwErsen, wie-es die Fanatiker - der früheren5 Zeit gethaN l uW die^ltramhntanen und Pietisten es. noch thun — wir müssen Stand halten, unsrer Ueberzeugung und dem Charakter gemäß, den jene.won uns ..verlangt, und. uns nicht davor scheuen, selbst reactionär. gescholten zu ' werden. .Cul- 'turbewegung und Liberalismusmüssen Her Boden bleiben.,^'auf welchem wir beharren, aber was^wiv'7äuf..'Hiesem:Eobür^''thun und schaffen, muß unsrer Ueberzeugung , muß unsrer Mission, .muß dem^JudenthumeUn.seiner. Wiederbelebung,un.d^En.twiMung' entsprechen.. _yj B e rbyn December. Wir erhalten-soeben folgenden, in diesenTagen- 'veröffentlichten . Gericht und dringende Bitte wegen des Stipendien- und Präparandenfonds der Hochschule für die Wissenschaft-WM Jüdentßums. ' 1 Seit zweien Jahren ist die Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums eröffnet. Das innere Gedeihen derselben, eine den besten Erfolg versprechende Thätigkeit ihrer Lehrer steht außer Zweifel. Dem Curatorium der' Hochschule hat sich aber eine neue einzulenken beginnt, so darf der Jude-sich nicht davon ergreifen laffen, sondern fest auf dem Inhalt seiner Religion - beharrend, mußte er die Versuchungen des verneinenden Geistes von sich abweisen. - Er hat es gethan, als: die antike 'Welt 'sich erschöpft und zersetzt - hatte und : dem Skeptizismus, Materialismus 'und schrankenloser Sittenlosigkeit in die Arme--sank; er hat es gethan, der'Barbarei der Völkerwanderung und: der Auflösung des Mittelalters gegenüber; er hat es auch zu thun, was auch die Entwickelung der Civilisation in - der Zukunft mit sich führen sollte. Wennder Liberalismus zum Radicalismus wird, wenn das Recht -der Jndividualltät dem Rechte der Gesammtheit' gegenüber verschwindet nnd die Gleichmacherei (Nivellirung) alles geistigen und socialen Daseins Jedwedes beseitigen will, was, unbeschadet des staatlichen Lebens, zu vollberechtigtem Zwecke bestehen bleiben will: so muß der Jude diesem verderblichen Streben unverzagt entgegentreten und sich niemals scheuen , seine Individualität zu bekennen und diejenigen Institutionen mit Aufopferung zu erhalten, ohne welche ein dauerndes Dasein nicht zu bewahren ist, ohne welche auch er in den : allgemeinen ^Brei versinkD - und zweifache Aufgabe aufgedrängt.. 7 1. Daß nicht alle Stüdirende'zugleich mit den nöthigen Mitteln -zü ihrer freien Und selbstständigen Erhaltung ausgerüstet sind, darf als eine bekannte -: Thatsache-Vor- . ausgesetzt werden, r : Die Wissenschaft hat von je her-ihre Pflege: und- Ihre Förderung auch von ' den Minderbegüterten erwartet. - Sollen nun die. Hochschüler nicht, allzuviel von ihrer Muße dem Erwerb Wurch' Privatunterricht und dgl. opfern, so muß ihnen eine^ander- ' weitige Unterstützung) zu Theil werden. ' ' Däs Curatorium hat es daher als seine Pflicht erachtet, einen Stipendienfond, jedoch'-aus besonders zu beschaffenden Mitteln'zu - begründen, und' eine' Com- - Mission von vier Mitgliedern, von denen - drei. dem Cuvatoriüm und eins;•dem Lehrercollegium angehört; - zur Erwerbung und Verwendung, desselben einzusetzen.' 2. In nächster Verbindung damit steht Folgendes: -l-.'N?' Aus den Ländern minder entwickelter Cultur kommen manche junge Männer daher, welche mit gutenrabbi-