Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 51 (15.12.1874)
- Date
- 1874-12-15
- Page
- Seite 864 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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heute Lei Ms/bleiben / uüd?.wir müssen/ihn den. Tagsüber per-' -bergen. .Unterdeß geh..ich nach dem-..Walde von Eltwilt. Der lahme- Haas, der Kohlenbrenner hat einen Nachen,, der im Schilf am Ufer versteckt liegt. Auf. ihn kann ich-mich verlassen; er ist , ein furchtbarer Demokrat/ und -was noch mehr ist, er verdient gern einige Thaler; außerdem kennte man Geschichten^von ihm,! pie/ihn^ pei Pen Preußen harte Strafen eintragen würden» Der soll den v Vetter -in/ der nächsten: Nacht - über den Rhein setzen. Seid also nur ruhig,, es: ist/ nichts schlimm und wir/wollen .es sschonr, ausführenDabei, (achtender Knabe-mit dem: ganzen - fri- -schen Gesichte,/ so -daß das Vertrauenschnell wieder bei uns einkehrte. Doch kaum hatten wir uns dem Tische -wieder zugewandt- .und ich mich mit -Jakob in ein trauliches Gespräch eingelassen,' der nicht minder neugierig auf seinen neuen-Vetter--war— als mit einem; Male Trommelschlag.hörbar' wurde , der sich schnell dem. Dorfe näherte^ Wir fuhren auf: „Das sind Preußen!-' rief ich entsetzt aus. Bald zog der Trommelschlag am. Hause vorüber und wir hörten den Schritt der geschlossenen Glieder? -,-Es hat wohl noch nichts zu sagen ," fuhrich fort, sie ziehen .entweder durch - das -Dorf,- - oder nach dessen-: Hauptplatz, um von; da /aus Quartiere zu nehmen.": — - /,Das wollen . wir, balp -wissen!" irief-Jakob., und - schnell, huschte er - aus Zimmer und Haus. Wir? harrten ängstlich, seiner /Rückkehr. . Nach einiger Zeit kam er> und Schrecken und - Angst -malten sich auf seinem Ge- Hchte:: „Es-geschieht das Schlimmste," sprach er, „was wir im Augenblicke denken konnten. / . Es sind einige Hundert Mann Landwehr? und sie werden einige Tage - in Bietigheim bleiben. . Auch erlauschte ich, daß gerade nach den. Enden des Dorfes einige Mann-verlegt und Posten ausgestellt werden sollen, um Flüchtlinge, aufzufangen, Wir ■ haben sie also in einer halben Stunde. zu exwarten. Was nun thun? Dressen sie Dich. hier, Vetter, so bist Du verloren, denn - daß Du. kein Angehöriger unseres Hauses bist, hört man bei jedem Worte,-das Du sprichst, auch wenn man es Dir nicht ansähe. Fort kannst Du jetzt auch nicht, . denn sie schwärmen schon in ganzen Umgegend . umher." . „Nun," sägte die Mutter, „da bleibtnichts Anderes übrig, als wir -müssen den Vetter in den kleinen Verschlag auf dem Speicher bringen, dahin werden sie doch nicht kommen." . - , . ' „Richtig," fuhr Jakob fort r „aber wir wollen es noch .besser:, machen. Vor dem Bretterverschlag ist-Kleinholz aufgeschichtet; sobald der Vetter, darin ist, schicht' ich solches auch vor die Thüre/ und Niemand soll merken ,., daß ein . Raum, dahinter auch nur für eine Ratte sei. Dem Vetter wirdesfreilich.langweilig, sein, den ganzen.Tag bis tief in die Nacht, da zu stecken, denn er darf sich nicht einmal in der Bodenluke sehen lassen. Doch es gilt das Leben, und - Pa . :.hilft nichts. Schnell , denn wir/dürfen keine Zeit verlieren." rM , / / Wir waren /schnell oben, trugen -ein -paar hölzerne Schemel chimjwk-Müg.end.:Kffen.Md - Trinken,: und so, quartierte ich /mich m-dem Verschlage ein, wo ich nicht/eipmal, aufrecht stehen.konnte. Die alte Base: hatte ^sich -die Sache^moch^ etwas anders überkeA Im ganzen. Oberlandeherrschte, besonders in, den Landstädten und Dörfern, eine ungemeine- Frrrcht wor den- Preußen. -/Einige Brutalitäten?: - die vorgefalleziaber - zumeist - von - dem Landvolke chervorKerufen .worden,; hatte das Gerücht invielfach vergrößernd dem Maße durch das. Land getragen. BesondeM/vor der Läydwehr fürchtete man sich, weil mamvon .ihr aussagte,, daß -,sie sich wenig, um Disciplinkümmere und . ihr Gehorsam gegen Pie Offüciere sehr mangelhaft , sei, ein Ruf, den sie nur--im Anfänge des ^Feldzuges -verdient, hatte. - Ein furchtbares -Grauen war deshalb vor ihr .verbreitet, und, att’ die Schrecknisse, die.-sich aus den französischen .Kriegen von Geschlecht zu Geschlecht -überliefert halten, waren in der Einbildungskraft des Volkes? besonders.pep -Frauen, erwgch^p Die alte Vase . lief. daherunruhigim - Hause umher, und als Jakob herunterkam, noch..etwas^u. holen,/sagte sie zu ihm zitternd- und/-zagend: .„Jakob, es. hilft nichts,?- Dina muß auch /hmausi/in den Perschlag..'j Bei dem-.Vetter ist. sie sicher, vor diesen Barbaren keinen.-^lugenblick.»nDarum.-.wilL.ich ja das liebe -Mädchen nach Hause schicken, aber stekommen-uns jetzt-zu^ früh.-auf den Hals!" Jakob besann, sich nicht. lange:?und meinte: „Du hast Recht Mutter. Wenn wir. beide allein, sind, so fürchte ich die Preußen: gar nicht. Was können sie uns. .thun,? Fleisch undSchnaps geben wir ihnen in. Fülle, .und unser.Haus können , sie nicht davontragem Wäre aber Dina hier unten,' so würden wir gar nicht zurRuhe kommen, denn die Kerle.würden wenigstens mit dem. hübschen Mädel schäkern wollen , und^das würde ich nicht 'leiden. Die beiden können miteinander-.plHwdern, daß, die Zeit ihnen etwas^ schnellervergeht." , Gesagt,;gethau. Dina mußte ohne/. Weiteres auch .in. den Verschlag hinein und bekam ihren,hölzernen Schemel; in der.Ecke unter dem Dache; weit von einander war. es. freilich nicht. -Nunmehr schichtete Jakob mit ebenso vieler, Schnelligkeit wie Gewandtheit das Holz auch vor derThüre auf, und ich und Dina waren von der Weltabgeschnitten.- Ehe,er fertig.war, rief, per muntere Junge noch zur Thürspalte herein : , „Seid nux.gutes -Muthes; ich werde Euch, bisweilen ein Zeichen geben; wenn/Jhr mich ein Lecho daudl singen hört, so ist. Alles' in bester,/Ordnung; sing' ich aber, einen Kaddisch, so verhaltet Euch-.Hill, und sprechet, nicht miteinander. Auf Wiedersehen!" Basd höxte, das .Gepolter mit-dem Holze auf, und Jakob stieg die Leiter hinab, die zum Speicher.führte; er -sang ein, Lecho daudi in einer muntern Volsmelodie. - . . •/: So saßen - wir beide.denn einander gegenüber im Verschlage, heute zu einem gemeinsamen Schicksal bestimmt, die-wir uns,emp Stunde -vorher , nochnie gesehen hatten. Der.Morgenwind wehte erfrischend .zu der kleinen offenen Luke.- herein;, auch, war dip Sonne.heraufgestiegen, und ihre feurigen.Strahlen sielen durch die Oeffnung, erhellten-Pen Raum- .und beleuchteten, mit wundersamer Schöne das, Angesichtdes jungen- Mädchens. Air kampn