Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 51 (15.12.1874)
- Date
- 1874-12-15
- Page
- Seite 862 (sequence 12)
- Language
- German
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V'\K §gä : IP tzetzhalb 'ein Prtzjcct^eükwerfttt - ^nach welchem den Städl- und DMbeÄöhnerN Äüfgetragien -sein - sMe-, gemeinschaftlich'-mit' den! jüdischen''MeuereinMckern: die jüdische Bevölkerung' zü zählst und Me dieMigen auf die Listen zu Hetzen, Elche al 'einundzwanzig Jahre alt find untz-L. zwischen einundzwanzig ünd fünf- ÄnvMnzig Jahdett stehön; letzteres war in der Absicht propomrt, HMzu den FüüfuNdMüzigjährigen zu -greifen,' wenn sichdie Zahl dev vorhandenes Einuud^vciNzigjährigen 'als nicht ausreichend 'er-! wiese, den ZäMu folltes es sogar'' gestattet sein, das Alter der zu? Zählenden nicht 'lediglich - naÄ den -Documenten,. sondern auch Mch ^dem'äußeren „Scheme zjü beMmmen: ' Das Project fiel in' Em-Mimsterwmits - da die Ansicht Geltung fand, daß eine'so! überaus wichtige Angelegenheit nicht niederen Beamten überlasten werden kann: Nunmehr sind, einem kaiserlichen Befehl zufolge^ die Gouverneure gehalten, behufs Zählung der Juden bestimmte Beamte zu delegiren, welche jedoch den äußeren Schein nur dann als Maßstüb zu nchmen haben', wenn Eeine Döcumentr vorhanden^ 'sind. Uebtitzens hat diW Befthl nur für diejenigen Goüverne-: NWMU mtznts GMüg^ W welches-dett!'JudeN ein beständiger-AüftttthÄt 'gestattet ist"; irr den GdüverKenients, in-welchen die Zahl^dkr Juden verschwindend' ist 'oder in-denM' sie nur zeitweiligwöhn'ek dürfen-hüt die - Polizei das Gesch'äft der Zählung zu ckbernehmÄr. Bevor dieser- Befehl in die MeffeMchkeit gelangte wendetensich ein-wohlbekaünter hiesiger Oanqmer,- Baron 'Günzburg, att 'die betreffenden MinisterienMit der Bittet Re Zählung -'«nd^ Ausnahme -im die Listen nichts wie das -Prvject proponirte, allein den niederen Behörden MMerlaffen, sondern, um Mißbräuchen vorzübeugen/gebildete' und gut sttuirte-Juden hinzuzuziehen: nun, da letztere Bitte nicht weiter in Betracht-gezogen wurde, verlautet, daß der Vater des Banquiers GüNzbürg, 'der Reichste und-Einflußreichste Jude' in Rußland, an seine Glaübensgenöffen 'ein 'offenes Sendschreiben -zu richten gewillt"ist/welches dezwdckt, dieselben dringlich zu -erwähnen, ihren neuen' Wichten getreulich nachzukommen und sich nicht-wie es dben häufig vorkam,! durch Ausflüchte-und Schwindel--allerlei Art-zürü^zuziehen. - ' ... , '. Zs e u i l Das Testament. - > < ■ ’ Von L. '.Schr. : *'■" Cs war 'Äne herrliche Sommernacht. Der Sturm hatte sich -gelegt- -nachdem >er das christalkhelle Himmelsgewölbe 'von. «töffei Wölken "Besreiti chatte: Durch das Gewitter' war dieSchwüle! MSfchwuNden, -Und die «gekühlte Luft umwehte' meine heiße MM! erfrischend. Dies unddas > 'Gefühl, gerettet, dem Tode, öder der noch schmählichem Gefangenschaft entrissen zu sein, Wachten mein Herz jubeln vör 'Lust, und -ich' drückteein über das Ändere Mal Meinem schweigsamenneben. Wir«schreitenden Vetter die Hand. Vori Ermüdung und Schmerz wußte ich' kaum noch MwM, so löicht war -es -mir!im itinevsten Marke Meines WesöUs: Wir schritten durch Änen -ziemlich , gelichteten Wald/ taffen -Stämme hoch aufragten, und sich -droben in »gewaltigen Kronen -gipfelten.. Von -Zeit zu Zeit hörte man' das Klopfen -eines 'Spechts's, der -sich frühzeitig -an die Arbeit; - gemacht, oder aus der. .Ferne den dumpfen-eintönigon Nuf-tziner 'Eüle. i!- «Wir waren ijedvch kam -eine Viertelstunde gegangen, mein Vetter mich anhielt. Wir standen am Rande "ÄneS'-Aemett! rieselnden Baches. „Halt!" Msterte er mir zu, „so geht es doch! nicht weiter. Nach dem,' waS Nu vom Officier gehört, haben! wir freilich doch,zwei Stunden -im B0raus,)bevor Ätzend eine Verfolgung rintreten "-könnte. Aber dmch - den 'fatalen Rrgen -ist. «ddrlBsden'-so ^wdich- ---geworden, daß-'man unsere Spurenhochleicht zu erkennen! vermöchte. Höve' mir -aufmerffam -zu, Vetter, . was Du jetzt zu 'thun habest. Wir -trennen-uns hier.- - Ich gehe schnell - nach ^Kuppenheim-zurück,! woheute düs Gefecht staltfand, - wiÄe 'Verwundete liegen -und a« Aepzten 'Mangel ist. Z fei pH, dort mit meiner -ärztlichen Hülfe -fort, und wenn Man -nach 'Stunden dahin gelängt,'um nach mir -zu forschen — denn ich bin der einzige, uns'den der Verdacht der Mitschuld bei Deiner Flucht-fallen muß — kann ich meine Anwesenheit 'dort Nachweisen. Du aber gehst eine Strecke weit am Bache- - hinauf, steigst dann -muthig - in -denselben hinein — er ■ fließt ganz -ruhig, denn nur der - 'Gewitterregen hat ihm etwas - mehr Wasser -gegeben — und watest so lange hinab, bist Du aufMon Stein-, dämm triffst. lHi-or wendest Du Dich rechts, hörst Da, rechts . und verfolgst den Dammder Dich in 'ungefähr einer Stunde nach Bietigheim führt. ' Am Anfang dieses stattlichen Dorfes -gewahrst Du hinter- -einander drei Häuser, welche unter g-rötzen Nußbäurnen stehen.An die Thüre des dritten Uvpfst nDü - dreimal an; sie wird Dir geöffnet, Du nennst Deinen Namen, und bist geborgen. Dort wohttt-nämlich eine meiner Schwestern, und ich habe sie dmch Zeinen verkanten Boten umd ein Briefchen von Allem in Kenntniß gesetzt. Tummle Dich aberhin wenig, denn es darf Nochnicht holl sein., wenn Du m das -Haus ein- -trittst. Man.kann wicht wlffen, wie bald die- .Preußen -sich an«ch -über diesen Landstrich' üuSbreiteu werdtzü." -Er drückte miv moch -einmal die Hand> -sprach': ' "Gottes Hülfe sehen wir -üÄS wieder!^ und apar. unter:den Bäumen Derfchwundm^ ES wurde-mir-bange um's Herz, als ich wiederMein war -und mich »von dem MaWne ^getrennt -sah, rm.deffen"Seite hch Mich fo sicher gefühlt.' Aber ich schüttelte schnell : jede ^Verzagtheit ub-; -ich wußte, um wgs Ds sich handelte; ich lief-lämMssr-des Baches hinaiist!-Es kam Alles,, wie Er-Votier res mir ^gesagt, und 'bald wandevte'ich-mrt raschen Schritten Äuf dom-gepflasterten ' Damme hin. Ich war längst aus -diW 'LtzÄlde^.eMiffrPhW mri -JXK-iiß