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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-12-15 · Heft 51 (15.12.1874) · p. Seite 861

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 51 (15.12.1874)
Date
1874-12-15
Page
Seite 861 (sequence 11)
Language
German
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PatrioWmus hatte ihm.«bte, Verfolgungen der österreichischen Regiemngrzugezogen; ^er -Hat mehrere- Jahre in den Gefängnisfem verbrachtsein - Platz ist unter den Märtyrern der, -Freiheit, und Piemand. ist würdiger als :er-: untere den?,Repräsen1anten des Landes zus sitzen.--5 Dafüv haben wir einen anderen Bezirk gewannen,.nämlich denzweiten von Rom, wo Herr^Alatri gewählt worden^- ist. . .Jedermann begreift wohl--die-: Wichtigkeit dieser Wahl leiyes. Israeliten in der Hauptstadt, des; Königreichs und unter den Kugenselbst des Papstes. Der Kampf war sehr heftig in Rom, und Alatri ist es,,der von fünf Candidaten der--ministeriellen Partei die größte Stimmenzahl erhalten hat. Wir können uns .zu diesem eclatanten Triumph Glück wünschen, und dies umsomehrals es sich um einen sehr, eifrigen Israeliten handelt, um einen Mann,.. welchen .die .Ehren 5-und hohen Würden, zu .denen, er berufenist,., nicht die Interessen seiner. Glaubensgenoffen -und seiner Gemeinde vergessen machen.. Ein anderer Israelit hätte: beinahe, nur zwes-Schntte von? Rom, zu Frosinone, gesiegt, nämlich Herr Arbib, Chef-Revacteur der Liberi. Der radikale Candidat, Herr Ändelli, hatte nur zwölf Stimmen mehr. ' Einem gewissen Journale zufolge hatte der Erzbischof von Frosinone beim Batican die Erlä!ibniß für die Geistlichen yachgesucht, Meil an dem Kallottement -zu - Gunsten .des republikanischen Candidaten nehmen .zu,-hüxfen, .um den Sieg' - des .„Juden"- zu verhindern.^ Es scheint Jedoch, daßrjder Papst nicht gewollt? hatte, daß man sich von - dem gegebenen -,Losungsworte entferne: „weder Wählernoch Gewählte." - Demungeachtet haben diesmal viele Geistliche ihre Stimmen Herrn Jndelli gegeben und :so hat dieserdurch die beidew-.exttemeN'?Patteien-.-.ge> halten, .gesiegt .. a Wir haben . also, ' für jetzt einen israelitischen Deputaten weniger als. früher;- -aber die italienische Kammer ist immer-diejenige, der-..mm: mich? des Ausdrucks? in .der-.letzten- Nummer der --Archive^ zu bedienen, in.; der israelitischen -.Parlamentsstatistik die Palme gebührt. : Leone Ravenna. .; ■ Holland. . .• - . 7 Amsterdam, im November. Das „Jew. World" erzählt . folgende:. Thatsachew: . - r:r' Jn>der. holländischen Armee,, die einen, so. schwierigen Feldzug, in-'Indien, macht,befindet sich ein Israelit, Lewand van Weeneu, Schüler üer Militärschule von Kämpen - . der in einem Alter? vonachtzehu Jahren nach -Indien. geschickt - würde. Er bekleidete dort die Stelle eines Adjutanten :: in-^.seinem Bataillon waren zwölf.-Israeliten.- Einer vou diesen'wurde Itv einem Angriff getödtet: 'van Weenen sorgte stets dafür, in.seinem Bataillone Minjanr.'zuchaben,' um von Zeit zu -Zeit Gottesdienst halten' zu können. . Man gab ihm Ende-Februar das Commando .desl'Fort'Kotta Radjo, wo er -sich:mit zweihundert Mann während zweiep Tage -ungeachtet:- einer großen Uebermachtder -belagernden Atchmesen sehr'tapfer hielt: ' . . . ' •- 3 - . ■: ■ ' ■ ■ ■■ ' ■ ,( . Am; ^28. Juli, wurde die-.Fahne, -die^r,1rzrgj von Kugeln Durchlöchert-, er jedoch marschirte immer vorwärts, trotz, seiner Wunden- bis er zuletzt, erschöpft-vom Blutverlustniedersiek-?in den Händen jevoch immer noch die Reste der Fahne haltend,-die die Kugeln , der Feinde übrig gelassen^ Der oberste Befehlshaber der Expedition: löste das Kreuz , von seiner Brust, und heftete -;e8 diesem tapfern Soldaten an. - Ban - Weenen befindet sich gegenwärtig im Hospital, und von HM.-hat-er auch<> seinen Eltern, hie in LondonMohnen, Nachricht von. sich gegeben. -? -. Das „Weekblad" von Amsterdam berichtetnach: einem ofsiciellen - Blatte derMiederlande, daß ein anderer Israelit, Louis Mulder von. Deverto, sich bei Atchin sehr ausgezeichnet und-.mit dem militärischen Wilhelmsordengeschmückt-worden ist- -?? Rumänien. Bukarest,, im November. Das.-officielle Organ der'rumänischen Regierung, das „Journal de Bukarest", brachte kürzlich einen Artikel: „D e r F 0 r t s ch r i t t R u mä n i e n s", in welchem hon der Emancipation der Juden im Lande die Rede ist, und -der umsoürehr Aufsehen erregt, als man ihn auf den Minister des Auswärtigen, Mr.?Ro>crescohselbM zurückführt. Es heißt darin, daß Rumänien nicht zögern werde, als ersten Erfolg seiner Autonomie, aus freien Stücken für die Juden dasselbe zu thun, was die civilisirten Staaten füx sichWethan. ^Die/^Juden hätten .Patriotismus und Bertrauem zur Regierung., gezeigt Md: dadurch sich Anspruch^^auf Anerkennung.- ihrer Rechte erworben. -Das Land könne durch die Einigkeit aller, seiner Kinder-nurgewinnen; ihr Glaube fei.-k;hqdurch.?.'gleichgültig/ — Die-öffentliche Meinung hat diese Aussichten mit großer Freudeausgenommen, man freut sich >. Paß die officiösen Organe sich jetzt in diesem Sinne-saussprechen, wie es-die Blätteri bisher-nicht gewagt, um nicht von den politischen Parteiführern als Verräther gebrandmarkt zu werden. Jetzt .ändert sich die Lage.- Und die Verhältnisse' liegen sehr-günstigfüx diesen Persuch; alle inneren Schwierigkeiten sind gelöst,?der jahrelange Streit der Regierung mit den Kammern , in denen sie großen Einfluß gewonnen, gelöst, jetzt wäre es eine -Ehre für sie, den Juden -bürgerliche und politische Rechte zu -gewähren - und so den Scenen ein Ende zu machen, die so oft - zum Entsetzen der civilisirten Welt das Land in Aufregunggebracht. - - ... < . Rußland. .. . - Petersburg, 16> November. Die „Voff. Ztg." läßt sich .von. hier aus schreiben, was wir wiedergeben, .ohne -die Einzelheiten verbürgen zu wollen.?— Bei .Einführung des- -Statutes über dieallgemeine Mili.t.ärpflicht,setzte:die Regierung?— was jedenfalls charakteristisch ist'—ganz selbstverständlich^voraus, daß sich'die Juden alle-erdenkliche Mühe geben. würden', sich diesen Pflichten :zu.-entziehen... Der. Minister des7 Innern -.ließ 51*

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